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Zur Neuigkeit
Relative Mehrheit lehnt Leihmutterschaft ab
Nicht nur wegen der Spahn-Affäre
Regensburg, 23. Juli 2026
Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn wegen der Inanspruchnahme einer Leihmutter zwecks Geburt seines Sohnes hat eine relative Mehrheit der Deutschen in einer Umfrage ihre Ablehnung jeder Form von von Leihmutterschaft zum Ausdruck gebracht.
41 Prozent erklärte, der Wunsch nach einem eigenen Kind rechtfertige keine Leihmutterschaft, wie eine Erhebung des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere im Auftrag einer konservativen Evangelischen Nachrichtenagentur ergab. Für die Erhebung im Zeitraum vom 17. bis zum 20. Juli befragte INSA 2.005 Bundesbürger online zu der Aussage, der Wunsch nach einem eigenen Kind rechtfertige keine Leihmutterschaft. 36 Prozent stimmten der Aussage nicht zu. 19 Prozent antworteten mit „Weiß nicht“, fünf Prozent machten keine Angabe.
Die Ergebnisse waren nach Angaben des Instituts repräsentativ für die volljährige Bevölkerung in Deutschland nach Geschlecht, Alter und Region. Bei den befragten Männern waren die erklärten Gegner der Leihmutterschaft mit 44 Prozent deutlich in der Mehrheit, während 34 Prozent anderer Ansicht waren. Der Vorsprung der Ablehnung fiel bei den Frauen mit 39 zu 38 Prozent knapp aus. Ostdeutsche lehnten Leihmutterschaft mit 42 zu 32 Prozent etwas stärker ab als Westdeutsche mit 41 zu 37 Prozent. Unter den Altersgruppen war die Ablehnung bei den 30- bis 39-Jährigen mit 46 zu 34 Prozent am deutlichsten. Bei den 40- bis 49-Jährigen befanden sich die Gegner der Leihmutterschaft dagegen mit 36 zu 42 Prozent in der Minderheit.
Nach Konfession sprachen sich Freikirchler mit 62 zu 31 Prozent am häufigsten gegen Leihmutterschaft aus, gefolgt von Katholiken mit 44 zu 35 Prozent und Angehörigen der evangelischen Landeskirchen mit 41 zu 38 Prozent. Unter den Anhängern politischer Parteien lehnten AfD-Befürworter eine Leihmutterschaft mit 48 zu 33 Prozent am deutlichsten ab, gefolgt von CDU/CSU-Anhängern mit 46 zu 35 Prozent. Bei SPD-Anhängern fiel die Ablehnung mit 42 zu 39 Prozent knapper aus, bei der Linken mit 43 zu 40 Prozent. Bei den Grünen lagen Gegner und Befürworter mit jeweils 41 Prozent gleichauf.
Auslöser der neu entfachten Debatte war der Rückzug Spahns vom Amt des Unionsfraktionsvorsitzenden am vergangenen Samstag. Spahn und sein Partner Daniel Funke hatten zuvor bekanntgegeben, dass eine Leihmutter in den USA ihren gemeinsamen Sohn Georg zur Welt gebracht hatte. Damit umging er ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn als CDU-Politiker mitgetragen hatte. In der Union hatte dies einen Sturm der Empörung ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz, der gleichzeitig auch CDU-Vorsitzender ist, forderte Spahn daraufhin zum Rücktritt vom Fraktionsvorsitz auf, dem sich Spahn schließlich fügte.
Die katholische Kirche lehnt Leihmutterschaft als schwere Verletzung der Würde von Kind und Frau ab. Laut Katechismus der Katholischen Kirche (2376 und 2377) verletzen Verfahren, die einen Dritten in die eheliche Fortpflanzung einbeziehen – etwa durch eine Leihmutter –, das Recht des Kindes, von einem Vater und einer Mutter geboren zu werden, die einander kennen und durch die Ehe miteinander verbunden sind. Das im April 2024 vom Dikasterium für die Glaubenslehre veröffentlichte und von Papst Franziskus approbierte Dokument Dignitas infinita verurteilte Leihmutterschaft ausdrücklich als schwere Verletzung der Würde von Kind und austragender Frau.
Text: CNA Deutsch
(sig)




