News Bild Monat der Weltmission: Joseph Guevarra von den Philippinen zu Gast im Bistum Regensburg

Monat der Weltmission: Joseph Guevarra von den Philippinen zu Gast im Bistum Regensburg

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Im Oktober feiert das große katholische Missionswerk missio wieder den Monat der Weltmission. Während dieser Tage ist auch in der Diözese Regensburg ein Gast aus dem diesjährigen Projektland, den Philippinen, unterwegs, um den Menschen im Bistum über sein Land und seine Arbeit zu berichten: Joseph Guevarra ist Mitarbeiter von „Bukal ng Tipan“ in Antipolo im Großraum Manila. Das Pastoral-Institut der Kongregation vom Unbefleckten Herzens Mariens wurde im Jahr 2000 gegründet. Die Institution versucht, Diözesen auf dem Weg zu einer partizipatorischen Kirche durch die Bildung und Stärkung von kleinen christlichen Gemeinschaften zu unterstützen. Ansatzpunkt ist die Feststellung, dass es in der Kirche oft eine Trennung zwischen „Evangelium“ und „Kultur“ gibt und es nicht gelingt, die Geschichte Jesu in eine echte Beziehung zu bringen mit den Erfahrungen moderner Menschen.

 

Austausch mit westlichen Diözesen

Joseph Guevarra arbeitet seit 26 Jahren als pastoraler Mitarbeiter für die katholische Kirche. „Kleine christliche Gemeinschaften sind Nachbargemeinschaften, die zusammen den Glauben leben, das Wort Gottes teilen und versuchen, ihren Glauben in konkretes Tun umzusetzen, dabei aber immer noch mit der großen Kirche verbunden sein wollen. Wir bilden kleine lokale Teams aus, damit diese ihren Weg finden können, kleine christliche Gemeinschaften zu bilden“, so beschreibt Guevarra seine Arbeit bei Bukal ng Tipan. Bislang hat das Institut auch mit Diözesen in Westdeutschland zusammengearbeitet, darunter Osnabrück, Hildesheim, Limburg, Paderborn und Erfurt. Hier möchten Guevarra und seine Mitarbeiter von ihren Erfahrungen auf den Philippinen berichten, gleichzeitig aber auch von Möglichkeiten und Modellen der Evangelisierung in Europa lernen.

 

Christen vor Ort zusammenbringen

Mit seiner Arbeit möchte er keine Antworten geben, sondern ein kleiner Zündfunken sein, der den Prozess ins Laufen bringt und damit weitere Prozesse anstößt, um den Menschen auf ihrem Weg zum Glauben zu helfen. „Die Menschen sollen eine Stimme und einen Platz bekommen, um über ihren Glauben wieder sprechen zu können“, erklärt Joseph Guevarra. Statistisch gesehen gehen circa 15 % der Philippinen jeden Sonntag in die Messe. Dabei müsse man bedenken, so Guevarra, dass über 100 Millionen Philippinos auf den Philippinen leben und es damit über 90 Millionen Katholiken gibt. Es besuchen also sehr viele Menschen die heilige Messe am Sonntag. Aus diesem praktischen Grund ist die Kirche auf den Philippinen zu groß geworden, um mit jedem Mitglied in Beziehung zu treten. Daher musste ein neuer Weg geschaffen werden, die Christen vor Ort zusammenzuführen. Die Bildung kleiner lokaler Teams zeigte sich dabei als praktikable Lösung.

 

Die Katholische Kirche und Präsident Rodrigo Duterte

Die Philippinen sind immer noch ein sehr katholisches Land und die Kirche hat einen sehr guten Stand, betont Guevarra: „Präsident Duterte steht mit der Agenda, die er fährt gegen die Kirche. Vor allem aufgrund der Tötung von Menschen im Rahmen von Gerichtsprozessen. Dort ist es nicht die Kirche als gesamte Institution, sondern vor allem einzelne christliche Positionen, die sich nicht mit dem Handeln von Duterte in Einklang bringen lassen. Es sind die Aktionen Dutertes an sich, und nicht die komplette Regierung, gegen die die Kirche oft protestiert. Auch innerhalb der Kirche wird Duterte sehr kontrovers diskutiert, denn es gab auch Vertreter der Kirche, die ihn unterstützt haben. Auf der anderen Seite gibt es  viele Menschen, die Angst haben, sich gegen Duterte zu stellen, da sie die Konsequenzen fürchten.“

 

Kirche soll Ort der Freude sein

Bei seinen bisherigen Begegnungen in den vergangenen Tagen in der Diözese Regensburg begeisterten Guevarra besonders die Menschen, die sich trotz der Widrigkeiten einer zunehmend säkularisierten Welt der katholischen Kirche mit ganzem Herzen verschrieben haben. Menschen, die sich beispielsweise seit Jahrzehnten ehrenamtlich für ihre Gemeinde engagieren. Auf die Frage, was die Menschen im Bistum Regensburg von den Philippinos lernen können antwortet Joseph Guevarra mit einem Lächeln: „Das erste, was man auf jeden Fall von uns lernen kann, ist unser positives Lebensgefühl. Immer auch wieder das Gute im Leben zu sehen und mit einem Lächeln durch den Tag zu gehen. Wir Philippinos sind immer lustig und freuen uns, Feste zu feiern. Die Kirche soll ein Ort der Freude sein und kein Ort der Trauer, an dem man alleine ist. Zweitens die Gabe, sich von politischen und gesellschaftlichen Widrigkeiten nicht entmutigen zu lassen, sondern immer weiter zu gehen und immer an eine gute Zukunft zu glauben“, so der der philippinische Gast abschließend.

 

Josepf Guevarra zu Gast im Bistum Regensburg:

5. Oktober:
19.30 Uhr Vortrag im Pfarrheim in Waldthurn

6. Oktober:
19.00 Uhr Vortrag im Pfarrsaal Bad Abbach

7. Oktober:
19.00 Uhr im Gottesdienst in Böbrach, mit anschließendem Vortrag gegen 19.30 Uhr im Pfarrheim in Böbrach

8. Oktober:
10 Uhr bei einer gemütlichen Wanderung auf dem Plateau am Großen Arber zum „Gipfelgespräch“ mit dem Gast und mit anschließender Einkehr im Schutzhaus(Schlechtwetteralternative ist ein Frühschoppen mit Weißwurstfrühstück)

17:00 Uhr im Vorabendgottesdienst mit anschl. Vortrag in Bernhardswald

9. Oktober:
09.30 Uhr Gemeindegottesdienst in der Stiftsbasilika Waldsassen,

14 Uhr bei der Rosenkranz-Prozession mit dem Gerwig-Kreis Waldsassen und beim gemeinsamen Abschluss gegen 15 Uhr in der Kapplkirche

Hinweis:
Die Vorträge werden in englischer Sprache abgehalten und übersetzt. Weitere Hinweise gibt es bei der Arbeitsstelle Weltkirche, Telefon 0941 / 597-2606 oder weltkirche@bistum-regensburg.de