News Bild Mit nur 14 Jahren gab Bernhard Lehner ein Vorbild christlichen Sterbens

Mit nur 14 Jahren gab Bernhard Lehner ein Vorbild christlichen Sterbens

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„Jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ Mit dieser ebenso kurzen und einfachen wie erschütternd schweren Bitte endet das Rosenkranzgebet. Doch auch in anderen Situationen führen wir Christen uns unseren Tod vor Augen. Wir wissen, dass wir einst sterben müssen. Und obgleich wir als Christen auch an das Leben nach dem Tod glauben, kann diese Hoffnung die Angst vor dem Tode doch nicht ganz vertreiben. Zum einen wissen wir ja nicht, wie es ist, zu sterben. Wird es schmerzhaft sein? Wird es ganz einfach gehen oder eher schwer? Andererseits glauben wir zwar an die Auferstehung der Toten – aber wie wird es uns ergehen?

 

Vorbereitung auf den Tod

Umso wichtiger ist es, sich gut auf den Tod vorzubereiten. Das geht; viele Heilige machen es uns vor. Viele heilige Männer und Frauen waren sich ganz bewusst, dass eines Tages die Stunde ihres Todes kommen wird – erwartet oder unerwartet. Sie waren allerdings auf das Sterben vorbereitet. Ein großes Vorbild kann hier auch Bernhard Lehner sein.

 

Bernhard Lehner: Frühe Berufung

Bernhard wurde 1930 geboren und stammte aus Herrngiersdorf, nicht weit von Regensburg entfernt. Seine Eltern waren gläubige Menschen, die Mutter Anna weihte den Sohn der Gottesmutter in Altötting. Schon früh wollte Bernhard Priester werden. Als endlich die Erlaubnis kam, ins Seminar in Regensburg einzutreten, scheiterte der Plan kurzfristig: Die Nationalsozialisten hatten das Seminar vorübergehend geschlossen. Kurze Zeit später aber konnte das Seminar seine Pforten wieder öffnen, Bernhard Lehner kam nach Regensburg ans Gymnasium. 1941, mit nur 11 Jahren, verließ Bernhard die Familie in Herrngiersdorf.

 

Ein besonderer Junge

Bernhard musste einen großen Eindruck auf seine Klassenkameraden, aber auch auf die Ausbilder im Seminar gemacht haben. Er war ein bescheidener Junge, von dem es heißt, er habe die Not seiner Mitseminaristen schon gespürt, noch bevor diese irgendetwas sagen konnten. Ein fröhliches Kind war Bernhard und stets dankbar – kurz: Ein Vorbild schon für seine Klassenkameraden. Im Dezember 1943 musste Bernhard wie viele seiner Altersgenossen Arbeitsdienst für die Nazis leisten und erkältete sich an der Donau so stark, dass er an septischer Diphterie, einer Infektionskrankheit, erkrankte. Bernhard war an das Bett gefesselt und begriff sehr bald, dass er seiner Krankheit erliegen würde. Weiter aber blieb er heiter und vermochte es gar noch, seine Eltern zu trösten.

 

„Ich bin ja vorbereitet“

Die Krankheit verschlimmerte sich. Aus den letzten Tagen und Stunden Bernhard Lehners sind Szenen überliefert, die einen geradezu heiligen Umgang mit dem bevorstehenden Tode zeigen. Als etwa Fliegeralarm gemeldet wurde, schickte Bernhard die ihn pflegende Krankenschwester in den Bunker des Krankenhauses – er würde ja ohnehin sterben, sagte er; da müsse nicht auch noch die Schwester den Bomben zum Opfer fallen. Bernhard Lehner richtete in seinen letzten Stunden den Blick immer wieder auf den am Kreuze hängenden Heiland. „Wenn ich jetzt sterben könnte für jene, die jetzt unvorbereitet sterben! – Ich bin ja vorbereitet“, sagte Bernhard.

 

Dankbar bis zum Tod

Als Bernhard Lehner merkte, dass der Tod nun kurz bevorstehen müsste und ihm bereits die Stimme versagte, bat er nochmals um einen Stift, um so allen danken zu können, die ihn auf seinem Weg begleitet hatten. Am 24. Januar 1944 starb Bernhard Lehner – im Alter von nur vierzehn Jahren und zugleich doch wohl vorbereitet auf seinen Tod. Bernhard hatte Spuren hinterlassen. Schon bei seinem Tod wurde er verehrt. 1952 wurden seine Gebeine in die Pfarrkirche von Herrngiersdorf erhoben, 2011 wurde dem kleinen Bernhard der heroische Tugendgrad zuerkannt. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Seligsprechung, für die im Bistum Regensburg bis heute Gebetserhörung und etwaige Wunder gesammelt und überprüft werden.