News Bild „Mit Gottvertrauen und Nächstenliebe das Gemeinwohl mittragen” - Bischof Gerhard Ludwig Müller feiert Ökumenischen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom anlässlich des Deutschen Stiftungstages 2008.

„Mit Gottvertrauen und Nächstenliebe das Gemeinwohl mittragen” - Bischof Gerhard Ludwig Müller feiert Ökumenischen Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom anlässlich des Deutschen Stiftungstages 2008.

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Anlässlich der 64. Jahrestagung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen hat Bischof Gerhard Ludwig Müller am Freitag, den 27. Juni 2008 gemeinsam mit dem evangelischen Regionalbischof Hanns-Martin Weiss im vollbesetzten Münchner Liebfrauendom einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert.

Bundespräsident Horst Köhler, der unter dem Titel „Verantwortung und Eigensinn“, die Festrede hielt, betonte beim Treffen mit Bischof Gerhard Ludwig Müller die bedeutende Rolle kirchlicher Stiftungen für die gesamte Gesellschaft. Das breitgefächerte Spektrum reicht von konkreten Hilfeleistungen auf lokaler wie globaler Ebene bis hin zu wichtigen Impulsen für Bildung und Kultur.

In seiner Predigt hob Bischof Gerhard Ludwig Müller die Bedeutung des Deutschen Stiftungswesens hervor, das die Initiativkraft und die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger unter Beweis stelle: “Die Stiftungen umfassen alle wesentlichen Bereiche des öffentlichen Lebens und belegen das Verantwortungsbewusstsein vieler Mitbürger von karitativen und wohltätigen Gründungen auf nationaler und internationaler Ebene ”, so Bischof Gerhard Ludwig Müller.

Deshalb verwundere es nicht, so der Regensburger Oberhirte, dass in Gesellschaften mit einem absolutistischen oder gar totalitären Staatsverständnis eine Stiftungslandschaft nicht recht gedeihen wolle, da dort jede Eigeninitiative argwöhnisch kontrolliert würde.

„Die Bürgerinnen und Bürger einer Demokratie ergreifen selber die Initiative und gestalten das öffentliche Leben mit seiner Kulturentwicklung aktiv und eigenverantwortlich mit. Darin ereignet sich die Freiheit als Möglichkeit, sich für andere einzusetzen.” Eine demokratische Gesellschaftsordnung sei der ideale Raum, in dem sich das Christentum frei entfalten könne und „Christen auch ihrem eigenen religiösen und ethischen Prinzipien gemäß am Aufbau einer freien, humanen, sozialen und solidarischen Gesellschaft” mitwirken können, so Bischof Gerhard Ludwig Müller weiter.

Die Menschen verdanken ihre Fähigkeiten und moralischen Zielsetzungen stets einer freien Stiftung Gottes, die es möglich mache, die Mitmenschlichkeit zu fördern und zu entwickeln. Daher sei es das Wesentliche des christlichen Ethos, die Logik des `Gebens um zu Nehmen` zu überschreiten und so durch Gottvertrauen und Nächstenliebe das Gemeinwohl mitzutragen.

„Wenn wir verstehen, dass alles, was wir an Gaben von Gott empfangen haben, uns geschenkt wurde, damit es anderen nützt und wir uns darin auch in Liebe entfalten und als Gemeinschaft zusammenwachsen, dann dürfen sich alle freuen, die hochherzig und großzügig unsere Stiftungen in Deutschland mittragen und unterstützen”, so Bischof Gerhard Ludwig Müller abschließend.

Im Anschluss. an den Ökumenischen Gottesdienst fand im Münchner Herkulessal ein Festakt statt, dem Bundespräsident Horst Köhler sowie der Bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein beiwohnten. Im Rahmen der Festveranstaltung wurde die vom Bundesverband Deutscher Stiftungen ausgelobte “Goldmedaille für das stifterische Lebenswerk” von Bundespräsident Horst Köhler an den Unternehmer Dr. Michael Otto überreicht.

Der Deutsche Stiftungstag wird jährlich vom Bundesverband Deutscher Stiftungen ausgerichtet und stand in diesem Jahr unter dem Leitwort:”Den Zusammenhalt stärken - die Bürgergesellschaft entwickeln“.

Ziel des, durch Foren und Gesprächskreise Möglichkeiten zu Austausch und Dialog zu geben sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und dadurch aktiv für den Stiftungsgedanken und das bürgerliche Engagement zu werben.

Die Predigt des Bischofs im Wortlaut