News Bild „Mit der Liebe zu Jesus Christus steht und fällt das Christentum“ - Kurien-Kardinal Dr. Kurt Koch feiert Pontifikalamt im Hohen Dom zu Regensburg

„Mit der Liebe zu Jesus Christus steht und fällt das Christentum“ - Kurien-Kardinal Dr. Kurt Koch feiert Pontifikalamt im Hohen Dom zu Regensburg

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Am Sonntag, dem 14. April 2013, feierte Kurt Kardinal Koch, der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, das Pontifikalamt im hohen Dom St. Peter zu Regensburg. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hieß den Gast aus Rom mit herzlichen Worten willkommen, sein Besuch in Regensburg und die gemeinsame Feier der Heiligen Messe seien sowohl ein Zeichen der Wertschätzung als auch der weltkirchlichen Verbundenheit. Der Bischof von Regensburg überließ dem Kurienkardinal während der Feier der Heiligen Messe seinen Bischofsstuhl, die Kathedra. Neben Weihbischof Reinhard Pappenberger und Domdekan Prälat Robert Hüttner kamen die weiteren Konzelebranten aus den Reihen der beiden Schülerkreise Papst Benedikt XVI., allen voran Pater Prof. Dr. Stephan Horn SDS (Sprecher Schülerkreis) und Professor Dr. Achim Buckenmaier.

Das Treffen des Neuen Schülerkreises Papst Benedikt XVI., in dessen Rahmen Kardinal Koch als Hauptreferent zum Thema „Joseph Ratzinger und das Zweite Vatikanische Konzil“ referierte, war der Anlass für den Besuch des aus der Schweiz stammenden Kurienkardinals in Regensburg. Im Neuen Schülerkreis finden sich Theologinnen und Theologen zusammen, die sich der Theologie Joseph Ratzingers verbunden fühlen und ihre Fragestellungen aufgreifen und weiterdenken. Anders als die Mitglieder des alten Schülerkreises haben sie nicht mehr direkt bei Professor Josef Ratzinger promoviert oder sich habilitiert. Erstmals traf sich dieser Kreis im Sommer 2008 auf persönliche Einladung des Heiligen Vaters in Castel Gandolfo.

Die Predigt des Kardinals entfaltete die Botschaft des heutigen Sonntagsevangeliums nach Johannes 21,1-13. Die Jünger hatten eine ganze Nacht lang erfolglos versucht, Fische im See Genezareth zu fangen, als der auferstandene Christus am Ufer erscheint und sie ermutigt, die Netze noch einmal auszuwerfen. Der Jünger, den Jesus liebt, erkennt den Herrn. Die Männer fangen binnen kurzem 153 Fische. Petrus läuft dem Herrn durch das Wasser entgegen und Christus fragt ihn drei Mal, ob er ihn liebe. ‚Weide meine Lämmer‘, und: ‚Folge mir nach!‘ - Das sind die Aufträge, die Christus dem Petrus erteilt als der ihm bekennt: ‚Ja Herr, du weißt, dass ich Dich liebe.‘

Damals wie heute sehen viele den Menschen Jesus, nicht aber den Christus, den Herrn, den Menschenhand getötet und der mit der Macht Gottes auferstanden ist. Christus sieht man in der liebenden Beziehung zu ihm. Den Herrn erkennt der Jünger, den Jesus liebt, und die Frage an Petrus verlangt keine Präsentation von Pastoralprogrammen oder kirchenpolitischen Positionen. Christus fragt den Petrus, ob er ihn liebe.

Kardinal Koch: „Mit der Liebe zu Christus steht und fällt der Glaube.“ Die Konzentration auf dieses eine Kriterium gilt umso mehr, wenn volkskirchliche und traditionale Stützen schwächer werden, wie wir es heute mancherorts erleben. Es ist diese Liebe Gottes, die unser Leben trägt und befähigt. Wir leben aus seiner Liebe, nicht aus eigener Vollmacht. Im Bewusstsein der Kraft seiner Gnade können wir gelassen auf Gott vertrauen.

Erd- und zeitumfassend gilt Christi Auftrag an Petrus, an die Jünger und an uns. Kardinal Koch zu den Gläubigen im Dom: „Haben Sie Mut durchs Wasser zu gehen und sich der Schwerkraft Gottes anzuvertrauen, so wie es Petrus damals getan hat“. Nicht das entscheidet, was Menschen zuwege bringen. Entscheidend ist, Ja zu sagen zur Gnade Gottes, zu seiner Liebe, die er uns schenkt. Weil Petrus sich auf den Herrn verließ, weil er ihm nachfolgte, deshalb gibt es heute die Kirche. Sie ist zuerst und wesentlich Eucharistiegemeinschaft. In ihr und durch sie bedient uns Christus, schenkt sich uns, stärkt uns, indem er sich selbst zur Speise und zum Trank reicht.
Geborgen in der Gnade Gottes und gestärkt mit seiner gegenwärtigen Liebe können wir selbst noch im Angesicht des Todes mit der Kraft innerer Gewissheit den Glauben an die Auferstehung bekennen: „Amen, Halleluja!“.

Zum Abschluss des Pontifikalamtes bedankte sich Kardinal Koch herzlich für die Gastfreundschaft der Regensburger. Die ihm anvertraute Kathedra, gebe er gerne wieder an Bischof Rudolf zurück, wisse er sie bei ihm doch in guten Händen.