News Bild Mit 10.000 Pilgern Rekordbeteiligung bei der 175. Regensburger Diözesan-Fußwallfahrt nach Altötting

Mit 10.000 Pilgern Rekordbeteiligung bei der 175. Regensburger Diözesan-Fußwallfahrt nach Altötting

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(pdr) Weit über eine Stunde lang zogen die 10.000 Pilger der 175. Regensburger Diözesan-Fußwallfahrt in einem mehr als drei Kilometer langen Zug am Pfingstsamstag auf dem Altöttinger Kapellplatz vorbei am Gnadenbild und der 235 Zentimeter hohen und 120 Kilogramm schweren Jubiläumskerze. Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller war das letzte Stück des Weges mit den Pilgern gegangen, begrüßte sie auf dem Kapellplatz und segnete vor der Gnadenkapelle die von den Regensburger Pilgern gestiftete Kerze. Sie wird zukünftig in der Basilika brennen, wenn die Regensburger Wallfahrer kommen. In den vergangenen Jahren waren bei der bisher schon größten Fußwallfahrt Deutschlands, die in drei Tagen über 111 Kilometer von Regensburg nach Altötting führt, immer etwa 8.000 Pilger bei der Ankunft gezählt worden. „In diesem Jahr hatten wir mit etwa 10.000 Pilgern eine eindrucksvolle Rekordbeteiligung“, stellte Pilgerführer Bernhard Meiler bei der Ankunft fest. Dabei freue ihn nicht nur die große Zahl. Vor allem die vom Glauben getragene Teilnahme vieler jüngerer Leute und zahlreicher langjähriger Teilnehmer - einer war zum Beispiel schon das 59. Mal in ununterbrochener Folge dabei - stimmten ihn im Jubiläumsjahr zuversichtlich für die Zukunft der Wallfahrt. Zum Jubiläum hatten die Pilger am Freitag am Weg einen Friedensbaum gepflanzt und waren am Samstagmorgen um 3 Uhr betend und singend in einer drei Kilometer langen Lichterprozession losgezogen.

Bischof Gerhard Ludwig: “Mit beiden Beinen auf dem Boden – aber nicht angewurzelt“
„Die Kirche hat Zukunft und der Glaube hat Zukunft, auch und gerade bei uns im Bistum Regenburg“, rief der Bischof beim Empfangsgottesdienst in der völlig überfüllten Altöttinger Basilika den Pilgern dankbar für ihr eindrucksvolles Glaubenszeugnis zu. „Ich danke Ihnen, dass dieses großartige geistliche Zeugnis der 10.000 Pilger möglich geworden ist.“ Besonders freute ihn die rege Teilnahme der jüngeren Leute. Das Wallfahrten zeige immer wieder leibhaftig, dass Kirche und Gläubige nicht zaghaft stehen bleiben dürfen, sondern sich im Vertrauen auf den Beistand Gottes immer neu auf den Weg machen müssen. „Wir stehen als Christen mit beiden Beinen auf dem Boden. - aber nicht wie angewurzelt, sondern wir bewegen die beiden Beine, die Gott uns gegeben hat.“ Auf der Wallfahrt könne man erleben, dass Probleme im Vertauen auf Gott und dank der Mithilfe anderer Menschen gemeistert werden können. Die Wallfahrt zeige ebenso, dass die Christen keine bleibende Statt auf Erden haben, sondern unterwegs sind zum „Himmlischen Jerusalem“, zur vollen Gemeinschaft mit dem liebenden Gott, dessen Geist wir an Pfingsten empfangen haben. „Nehmt auf diesem Pilgerweg Menschen mit, sprecht sie an, erzählt ihnen von der Erlösung, vom Sinn des Lebens“, forderte der Regensburger Bischof die Pilger auf, missionarisch in ihrer Umgebung zu wirken und die Glaubenserfahrungen der Tage der Wallfahrt nicht nur für sich zu behalten.

„Auch die Kirche steht auf zwei Beinen, dem sakramentalen Priestertum und der sakramentalen Ehe, auf denen sie sich in die Zukunft hinein bewegt“, hob der Bischof in der Predigt weiter hervor. Zu beidem bedürfe es eines mutigen Entschlusses im Vertrauen auf Gott. „Ich ermutige junge Leute, die den Ruf zum Priester- oder Ordenleben spüren, diesen Schritt zu tun. Ausdrücklich ermutige auch junge Menschen, die Berufung zu einer christlichen Ehe anzunehmen.“ Nur auf diesen beiden Säulen habe die Kirche, aber auch die Gesellschaft, eine Zukunft. „Packen wir unser Leben frohen Herzens und in der Kraft des Heiligen Geistes an“, rief der Bischof den Pilgern zu. Jeder solle seine spezifische Berufung erkennen, annehmen und so einen wesentlichen Beitrag leisten für die Kirche als „Pilgerndes Gottesvolk“.

„Maria, die Mutter der Kirche und unsere Mutter im Glauben, zu der wir als Pilger nach Altötting gezogen sind und die uns auf unserem Pilgerweg mit ihrer Fürsprache und ihrem Trost begleitet, ist in einem geistlichen Sinn Mutter der Priester und Mutter der Eheleute“, so der Bischof weiter. Sie helfe, die Gesinnung der Hingabe im Geist Jesu zu entfalten, die beiden Lebensformen gemeinsam ist.

Generalvikar Dr. Gegenfurtner feiert zeitgleich Gottesdienst mit Pilgerbischof Flügel
Wie die Pilger während der Wallfahrt, schloss Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller den schwer erkrankten 88-jährigen „Pilgerbischof“ Weihbischof Karl Flügel in die Gebete beim Gottesdienst mit ein. Flügel hat über 50 Mal Fußwallfahrten nach Altötting geistlich begeleitet. „Er hat diese Wallfahrt über Jahrzehnte gefördert und sie geistlich geprägt“, würdigte der Bischof Weihbischof Karl Flügel. „Er möchte uns alle grüßen, besonders die Jugendlichen und auch die, die schon lange treu mitgegangen sind und allen ganz persönlich danken.“ Als tiefes Zeichen der Verbundenheit im Glauben und der Verbundenheit des „Pilgerbischofs“ mit der Wallfahrt nach Altötting feierte Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner zeitgleich mit dem Empfangsgottesdienst in Altötting eine Eucharistiefeier mit Pilgerbischof Flügel in dessen Krankenzimmer in Mallersdorf.

Zwei Ehrenpilgerstäbe
In Anerkennung ihrer besonderen Verdienste für die Wallfahrt, die rein ehrenamtlich organisiert wird, überreichte Geistlicher Beirat Pfarrer Hannes Lorenz zwei langjährigen Mitarbeitern Ehrenpilgerstäbe. Es sind Lothar Kammermeier aus Regensburg, der zehn Jahre lang das Pilgerkreuz getragen hat und jetzt aus gesundheitlichen Gründen im Bürowagen hilft, und der langjährige Sanitäter Simon Schmidbauer aus Bruck.
Bei der vom Roten Kreuz begeleiteten Wallfahrt gab es heuer wegen des kühlen Wetters weniger Kreislaufprobleme als in heißen Jahren. Lediglich Blasen oder die Anstrengung der bis zu 50 Kilometer langen Tagesetappen machten den Pilgern zu schaffen. Auch die Polizei konnte dank umsichtiger Planung melden: „Keine Probleme“
Musikalisch empfangen wurden die Pilger vor den Toren von Altötting von der Blaskapelle Dietldorf unter der Leitung von Adolf Weiß. Die Dietldorfer gestalteten auch die Eucharistiefeier musikalisch und spielten danach vor der Basilika für die Pilger. Dabei dirigierte nicht nur der Regensburger Bischof, sondern Pilgerführer Bernhard Meiler griff zur Posaune und Geistlicher Beirat Pfarrer Hannes Lorenz haute auf die Pauke.