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Missio canonica: 76 neue Religionslehrerinnen und Religionslehrer für das Bistum Regensburg

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Am vergangenen Samstag feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in der Dompfarrkirche Niedermünster in Regensburg ein Pontifikalamt, in dem er 76 Lehrerinnen und Lehrern die Missio canonica erteilte, das heißt, die kirchliche Lehrerlaubnis für den Religionsunterricht. In der Messfeier, die musikalisch vom Vokalensemble Hubert Velten gestaltet wurde, standen Domkapitular Prälat Johann Neumüller (Bistum Regensburg, Referat Schule / Hochschule) und Pater Jakob Seitz OPraem (Mentorat des Bistums Regensburg) mit dem Bischof am Altar. Die Beauftragten, darunter auch eine Religionslehrerin im Kirchendienst, werden an Grund- und Mittelschulen, sowie an Förderschulen tätig sein.

 

„Auskunftsfreudig über den Glauben sein“

"Missio, das bedeutet Sendung", so Bischof Rudolf zu Beginn seiner Predigt, "und das ist ein Wort voller Bewegung, hat zu tun mit geschickt werden, gesandt werden und mit der Botschaft des Glaubens". Es gäbe uns nicht, wenn vor 2000 Jahren nicht Menschen dieser Sendung gefolgt wären, wenn vor Jahrhunderten nicht die Missionar Bonifatius, Erhard und Wolfgang den Glauben verkündet hätte und uns allen Eltern und Großeltern, Religionslehrer und Priester den Glauben geschenkt hätten. "Nützen Sie die große Chance", so der Bischof zu den Anwesenden, "die uns der Religionsunterricht gibt, dort geht es um den lebendigen Glauben". Im Blick auf die täglich ankommenden Flüchtlinge, meist muslimischen Glaubens, sprach der Bischof von der großen Herausforderung, die dies auch für den Religionsunterricht darstelle. Oft versetzte uns Christen die Gebetspraxis junger Muslime in Staunen, "machen sie die Schülerinnen und Schüler auskunftsfreudig über ihren Glauben, helfen sie mit, das die jungen Menschen die Liturgie verstehen, die mit allen Sinnen den Glauben vermittelt und feiert". Er bedankte sich zum Ende der Predigt bei den Religionslehrerinnen und Religionslehrern für deren Breitschaft, den Glauben bei jungen Menschen wecken, stärken und entfachen zu wollen und für den Weg der Ausbildung, den sie gegangen sind.

 

„Wir versprechen vor dem dreifaltigen Gott…“

Nach der Predigt des Bischofs folgte nun die kirchenrechtliche Beauftragung, die sogenannte „Missio Canonica“. Im Glaubensbekenntnis der Kirche bekannten daraufhin die anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten den gemeinsamen Auftrag der Glaubensverkündigung und legten vor dem Bischof ihr Versprechen ab, "den uns anvertrauten jungen Menschen durch unser Handeln und Tun das Evangelium zu verkünden und ihnen Begleiter zu sein auf ihrem Weg ins Leben.“ Daraufhin erteilte Bischof Rudolf ihnen die Missio canonica. Die Zeremonie wurde mit einem Segensgebet des Bischofs abgeschlossen.

 

Elisabeth Loos aus Parsberg, Religionslehrerin im Kirchendienst, ist an der Grund- und Mittelschule Parsberg sowie an der Grundschule Lupburg tätig. Nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin entschied sie sich auch noch Religionslehrerin zu werden und absolvierte den "Würzburger Fernkurs in Theologie". Sie hat diesen Beruf ergriffen, um jungen Menschen den Glauben mit auf den Lebensweg geben zu können. Christian Loher aus Landshut arbeitet an der Mittelschule in Poing und war ganz angetan von der geistlichen wie weltlichen Feier anlässlich der Erteilung der Missio canonica. Von der Grundschule bei den Zisterzienserinnen in Seligenthal bis zum Maristen-Gymnasium in Furth bei Landshut war seine ganze Schulzeit stark kirchlich geprägt. Diese Prägung trug auch dazu bei, dass er sich für den Beruf des Religionslehrers entschied. Stephanie Grahammer studiere in Regensburg Lehramt und absolvierte dort auch ihr Referendariat. Sie arbeitet an der Mittelschule Dorfen bei Erding. Für sie ist der Religionsunterricht gerade in der Pluralen Gesellschaft sehr wichtig, weil er den Kindern eine Orientierungshilfe fürs spätere Leben gibt.

 

Im Anschluss an das Pontifikalamt in der Niedermünsterkirche trafen sich im benachbarten Kolpinghaus der Bischof, die Beauftragten und ihre Familienangehörigen zu einem Festakt. Dann wurden alle Lehrerinnen und Lehrer einzeln mit Namen aufgerufen und bekamen vom Bischof ihre Urkunde überreicht, verbunden mit dessen herzlichsten Wünschen für ihren Dienst in der Glaubensverkündigung. An diesem Samstagmittag erhielten vierundsechzig Lehrerinnen und zwölf Lehrer die Missio Canonica.

 

Stichwort: Missio canonica

Mit der Erteilung der „Missio canonica“ wurden die 76 Lehrkräfte nun offiziell als katholische Religionslehrerinnen und -lehrer an Volksschulen (Grund-, Mittel- und Förderschulen) mit Verkündigungs- und Lehraufgaben beauftragt. Verbunden ist die Missio canonica mit einer Unbedenklichkeitserklärung, die die jeweils zuständige kirchliche Instanz erteilt. Bei der Verleihung gibt die Lehrkraft das Versprechen ab, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der katholischen Kirche zu erteilen. Auch in der persönlichen Lebensführung wird erwartet, dass die Grundsätze der katholischen Kirche erfüllt werden. Voraussetzung sind Taufe und Firmung, bei verheirateten Lehrerinnen und Lehrern eine kirchliche Eheschließung und die katholische Taufe der Kinder.