News Bild Missa vespertina am Gründonnerstag mit Fußwaschung

Missa vespertina am Gründonnerstag mit Fußwaschung

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(pdr) In der Abendmesse des Gründonnerstages, der Missa vespertina, gedachte auch die Kirche von Regensburg im Hohen Dom des letzten Abendmahles Jesu mit seinen Jüngern und feierte die Einsetzung der heiligen Eucharistie durch Jesus. Liturgische Besonderheit war die Fußwaschung im Anschluss an die Predigt durch Bischof Gerhard Ludwig. Als Zeichen der Demut und des Dienens wusch er in einem symbolischen Akt zur Erinnerung an die Liebe Jesus Christi 12 Gläubigen aus der Diözese die Füße. „Die Liturgie eröffnet während des ganzen Jahres alles, was Jesus für uns getan habt“, erklärte Bischof Gerhard Ludwig bei der Einführung. Höhepunkt sei die Karwoche: „Hier wird deutlich, dass die Liebe Gottes stärker und größer ist als der Tod“. Beim Gloria erklangen zum letzten Mal die Glocken und die Orgel, die „Instrumente des Triumphes“. Sie schweigen dann zeichenhaft an den Tagen des Leidens und Todes Jesu bis zur Osternacht.
Seine Predigt stellte Bischof Gerhard Ludwig unter das Gedenken an die Geschehnisse im Abendmahlsaal von Jerusalem. Die Demut Jesu bei der Fußwaschung sei ein Zeichen der Dienstbereitschaft gewesen und weise hin auf seinen größten Dienst: Den Tod am Kreuz.
Jesus habe ein Beispiel gegeben, menschliche Gestalt angenommen, gedient und sich erniedrigt bis zum Tod am Kreuz. Dies werde am Gründonnerstag deutlich, wenn der Bischof 12 Gläubigen stellvertretend für die Diözese die Füße wasche. „Opfer bedeutet immer Liebe“ betonte Bischof Gerhard Ludwig. Das Geheimnis des Opfers sei die verschenkende und verströmende Liebe. Dieser Dienst am Nächsten sei nur möglich, wenn man sich immer wieder mit Christus in der Eucharistie vereine. Bischof Gerhard Ludwig erinnerte auch an die Worte, den Auftrag Jesus: „Dies ist mein Gebot, liebt einander wie ich euch geliebt habe“. Wir alle seien Glieder am Leib Christi und müssten unseren Einsatz aufopfern für die Nächsten. „Wir müssen zu Zeugen und zu Mittlern der Frohbotschaft werden“, betonte der Bischof. Eucharistie sei kein leeres Symbol ohne realen Inhalt. Vielmehr sei die Heilige Messe die sakramentale Vergegenwärtigung Jesu. Die Aposteln sollten nach seinem Tod stellvertretend für ihn handeln, jetzt seien Bischöfe und Papst Stellvertreter Christi und haben Vollmacht im Namen Jesu Christi. „Jesus hat uns ein Beispiel hinterlassen, wie wir handeln müssen, damit auch wir einmal zum Vater hinübergehen können“, resümierte Bischof Gerhard Ludwig abschließend.
Den zwölf Gläubigen aus der Diözese denen Bischof Gerhard Ludwig anschließend die Füße wusch, sind alle haupt- oder ehrenamtlich im caritativen Bereich tätig:
Anneliese Sattler (Mengkofen), Veronika Mayer, (Prunn-Riedenburg), Ingrid Lobmaier (Landshut), Dr. Ludolff von Beckedorff (Nabburg), Marianne Dietl (Plößberg), Maurice Sterl (Weiden), Roland Forster (Wackersdorf), Bernhard Uhl (Weiden), Frater Robert Wimmer (Regensburg), Josef Bauer (Postau), Schwester Gerharda Wagner (Regensburg) und Elisabeth Schaller (Amberg). Obwohl es ein Knechtsdienst war, hatte auch Jesus beim letzten Abendmahl den Jüngern die Füße gewaschen und so seine uneigennützige Liebe demonstriert.
Mit besonderen Texten wurde beim Hochgebet der Einsetzung der Eucharistie als immerwährendes Dankopfer gedacht. Am Ende der Heiligen Messe wurde das eucharistische Brot in einer Prozession des liturgischen Dienstes zum Saileraltar für den Empfang der Kommunion am Karfreitag gebracht. Bischof, Priester und Gläubige versammelten sich anschließend im Domgarten zum gemeinsamen Gebet am Ölberg. Stille Anbetung war in der Niedermünsterkirche möglich. Musikalisch wurde die Missa vespertina von den Regensburger Domspatzen gestaltet.