Gruppenfoto von vielen Jugendlichen vorm Dom

Ministranten aus Seligenstadt übernehmen liturgischen Dienst im Regensburger Dom

„Es ist eure Kirche“


Regensburg, 7. März 2026

Am Wochenende besuchten 36 Ministrantinnen und Ministranten aus Seligenstadt Regensburg. Begleitet von Pfarrer Stefan Selzer lernten sie den Dom St. Peter und die Stadt kennen. Bischof Rudolf Voderholzer führte sie persönlich durch den Dom, wo die Gäste am Sonntag bei der Heiligen Messe auch den liturgischen Dienst übernahmen.

Seligenstadt liegt rund 25 Kilometer südöstlich von Frankfurt am Main und gehört zum Bistum Mainz. Seit Jahren unternehmen die Ministranten dort eine bistumsübergreifende Mini-Wallfahrt. Sie besuchten bereits Bamberg, Köln, Erfurt, Augsburg, Würzburg und Fulda. Im vergangenen Jahr waren sie in Speyer, und heuer wählten die Verantwortlichen Regensburg als Ziel. Begleitet wurden die Minis von Pfarrer Selzer sowie einigen erwachsenen Ministranten.

Der 25-jährige Oberministrant Jan-Niklas arbeitet als Notfallsanitäter und übernimmt, seit er volljährig ist, die Mitverantwortung für die jüngeren Ministranten auf den jährlichen Fahrten. Die jüngste Teilnehmerin war die 9-jährige Greta, die begeistert und konzentriert ministrierte. „Die Gemeinschaft und der Glaube sind uns sehr wichtig“, bestätigten alle. Besonders beeindruckt waren sie von den Domspatzen, die die Kapitelmesse musikalisch gestalteten.

Domführung mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Am Samstag reisten die Jungen und Mädchen aus dem rund 300 Kilometern entfernten Seligenstadt an. Sie starteten bereits am Morgen und bezogen ihr Quartier in der Regensburger Jugendherberge. Von dort gingen sie direkt zur Domführung, die Bischof Rudolf Voderholzer für sie hielt. Er begann am Eselturm und erklärte jugendgerecht die Ursprünge und Grundlagen des Dombaus sowie die Entstehung des gotischen Doms. Der Bischof verwies auf die Arbeit der Dombauhütte und die Vorgängerbauten des Doms. Dabei bezog er die Jugendlichen aktiv in die Führung ein und führte sie zu wichtigen Punkten in der Kathedrale. Damit waren die jungen Christen bestens vorbereitet auf ihren Dienst in der Heiligen Messe am Sonntag.

„Gott schenkt uns Hoffnung, die trägt“

Die Gast-Ministranten zogen feierlich zu Beginn der Messe mit ein und saßen im seitlichen Chorgestühl im Altarraum. Domkapitular Johann Ammer begrüßte sie herzlich und machte das Thema Hoffnung zum zentralen Thema der Feier. „Gott schenkt uns Hoffnung, die trägt“, erklärte Ammer. Auch in seiner Predigt wandte er sich direkt an die anwesenden Jugendlichen und forderte sie auf, die Zukunft der Kirche mitzugestalten. „Es ist eure Kirche“, bekräftigte der Domkapitular.

Nach dem Gottesdienst zog der gesamte liturgische Dienst zum Grab von Bischof Georg Michael Wittmann in das nördliche Seitenschiff. Wittmann war Weihbischof von Regensburg und starb am 8. März 1833 in Regensburg. Wittmann setzte sich besonders für die Armen und vor allem für arme Kinder ein. Bereits 1955 wurde der Seligsprechungsprozess für Bischof Wittmann eingeleitet. Johann Ammer nannte Wittmann ein leuchtendes Beispiel. „Er hat tiefe Spuren im Bistum hinterlassen!“ Besonders hob Ammer Wittmanns Liebe zur Heiligen Schrift hervor. Die jungen Gast-Ministranten aus Seligenstadt hatten sich dafür um das mit Blumen geschmückte Grab von Bischof Wittmann versammelt.

Fußball, Eisessen und Stadtführung

Am Samstagnachmittag genossen alle ihre Freizeit bei strahlendem Sonnenschein. Sie gingen Eis essen und bummelten durch die Innenstadt. Einige Fußballfans besuchten das Heimspiel des SSV Jahn im Regensburger Stadion, andere besichtigten weitere Kirchen. Vor der Heimfahrt am Sonntagnachmittag nahmen alle gemeinsam noch an einer Stadtführung teil. Johann Ammer dankte den Kindern und Jugendlichen für ihren Besuch und ihren Dienst bei der Heiligen Messe: „Ich freue mich, wenn wir uns wiedersehen!“

Text und Fotos: Claudia Erdenreich

(jas und SG)



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