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Messe mit Ehejubilaren aus dem Bistum im Dom

Verheiratet oder ehelos: Gottes Willen tun

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Regensburg, 26. Juni 2022. Als „Krönung und feierlicher Abschluss der Wolfgangswoche“ hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die zweite Dankmesse der Ehejubilare aus dem gesamten Bistumsgebiet bezeichnet. Rund 150 Paare waren in den Dom St. Peter gekommen, um ihr 25-, 40-, 50- oder 60-jähriges Ehejubiläum zu feiern. Bereits am Sonntag zuvor hatten fast 200 Paare mit dem Bischof gefeiert. Neben den Weihbischöfen Reinhard Pappenberger und Dr. Josef Graf zählte auch Domvikar Monsignore Harald Scharf, Leiter der Abteilung Erwachsenenpastoral im Seelsorgeamt, zu den Konzelebranten an diesem Sonntagvormittag.

Nachfolge immer etwas Umwerfendes

In seiner Predigt richtete Bischof Rudolf den Blick auf die Schrifttexte aus dem Alten Testament (2. Buch der Könige 19, 16b.19-21: Berufung des Elischa) und dem Neuen Testament (Brief an die Galater 5,1.13-18: „Zur Freiheit hat uns Christus berufen“ und Lukas 9, 51-62: vom Ernst der Nachfolge). Alle drei Schriftstellen, dies sich schwerpunktmäßig mit der speziellen Nachfolge Christi beschäftigen, zeigten auf: Egal ob Berufung zum Ehestand oder zur Ehelosigkeit im Priesteramt – Nachfolge ist immer etwas Radikales, das alles vom Gerufenen fordert. Bei beiden Berufungen, so der Bischof, handele es sich nicht um Gegensätze oder gar Widersprüche – gestern Priesterweihe von sieben Diakonen und heute 150 Ehejubilare – , beider Wege ergänzen und stärken sich, sind ein Zeichen der Vielfalt von Berufungen.

Nachfolge ist Bewegung

Bischof Rudolf richtete den Blick nach Rom, wo in diesen Tagen auf Einladung von Papst Franziskus das 10. Weltfamilientreffen (22.-26. Juni) stattgefunden hatte, das gleichzeitig den feierlichen Abschluss des „Jahres der Familie“ bildete. Bei der Abschlussmesse auf dem Petersplatz hatte der Papst eben jenes Evangelium den Eheleuten ausgelegt. „Jesus nachfolgen bedeutet, in Bewegung zu kommen und immer in Bewegung zu bleiben“, so zitierte Bischof Rudolf Papst Franziskus, „Jünger Jesu zu sein besteht genau darin, jeden Tag Gottes Willen zu tun, ob verheiratet oder ehelos.“

Der Dritte im Ehebunde

Im Anschluss an das Pontifikalamt, bei dem Jubilare auch die Lektorendienste übernommen hatten, segnete Bischof Rudolf kleine Kreuze aus Olivenholz, die im Heiligen Land gefertigt worden waren. Danach erteilte er, unterstützt von den Weihbischöfen Reinhard und Josef, jedem der rund 150 Ehejubelpaare den Einzelsegen. Dabei umschlossen die Eheleute das kleine Kreuz mit ihren Händen, um deutlich zu machen: „Jesus ist der Dritte im Bunde!“ Ein weiteres Geschenk, dass die Jubelpaare mit auf den Weg bekamen, waren die drei kleinen Zauberworte „Danke“, „Bitte“ und „Verzeih!“, mit denen, so der Bischof, man nicht sparen solle. Carl B. Prämassing

Weitere Infos

Wer am Sonntagmorgen, 26. Juni, von dem der nebenstehende Bericht geht, auf dem Weg zum Dom war, hatte bereits zu bemerken, dass die Sonntagsmesse, die gefeiert werden sollte, nicht ein Gottesdienst wie andere sein sollte. Da gingen ältere Paare Arm in Arm, man hatte sein Sonntagsgewand angelegt und manche der Ehepaare gingen Händchen haltend, so wie vor Jahren, zum Dom St. Peter. Einer der Konzelebranten berichtete von einem Vorgespräch zu einer Goldhochzeitsmesse. Die Jubilarin (nennen wir sie Therese) hatte sich von ihrem Ehemann Ludwig gewünscht: „Noch einmal auf den Winzerer Höhen auf dem Bankerl sitzen und gemeinsam in die Sterne schauen.“ „Das ist doch was für Anfänger“, erwiderte der Ehemann. Eine Zeit später meinte er dann nur zum Pfarrer: „Was glauben Sie, wo wir letztens waren?“