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Menschenrechtler mahnen besseren Zugang zum Trinkwasser an

Wasser für den Frieden

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Berlin, 22. März 2024

Anlässlich des Weltwassertags am 22. März ruft ein Bündnis von Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sowie Vertreterinnen und Vertretern der öffentlichen Wasserwirtschaft die Bundesregierung auf, das Menschenrecht auf Wasser als wichtige Grundlage für Frieden besser zu schützen.

Wasser ist eine immer knapper werdende Ressource. Dieser vor allem im globalen Süden verbreitete Mangel verstärkt Kriege, Flucht und Vertreibung. Um das Konfliktpotential zu bekämpfen, muss nach Ansicht des Umweltbündnisses ein sicherer und gerechter Zugang zu Wasser stärker in die Außen- und Entwicklungspolitik einbezogen werden.

Jutta Himmelsbach, Expertin für Wasser- und Sanitärversorgung bei Misereor, warnt vor einer weltweit starken Zunahme von Konflikten um Wasser. „Der Klimawandel sorgt für mehr Wetterextreme mit intensiveren Dürren oder Überschwemmungen. Die Wasserknappheit verstärkt die Spannungen zwischen den betroffenen Bevölkerungsgruppen.“ Misereor-Partnerorganisationen arbeiten daher intensiv an nachhaltigen Wasserinfrastrukturen. Ein gutes Beispiel sei das zentralafrikanische Land Uganda. Hier konnten Konfliktparteien gemeinsam technische Lösungen für eine nachhaltige Wasserversorgung finden.

Energieversorgung als verstärkender Faktor

Heike Drillisch von der Organisation Gegenströmung ergänzt: „In vielen Weltregionen spielt Wasserkraft als Energiequelle eine große Rolle. Doch dadurch können Konflikte um die knappe Ressource Wasser entstehen oder verstärkt werden, denn mit dem dafür notwendigen Bau von Staudämmen oder der Umleitung von Flüssen geht immer auch Kontrolle über den Flusslauf einher. Gerade in Zeiten zunehmender Dürren kann die Aufstauung eines Flusses schnell dazu führen, dass flussabwärts nicht mehr genügend Wasser zur Verfügung steht.“
 
Fee Schreier, Referentin für Ressourcengerechtigkeit beim Weltfriedensdienst, zeigt die drängenden Probleme am Beispiel Nordkenias: „Die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen alte Konflikte, die besonders kleinbäuerliche Gemeinschaften, arme Familien und Menschen, die mit ihrem Vieh den Niederschlägen folgend die Weidegründe wechseln, treffen. Die Konkurrenz um Weideland und Wasser ist zu einem offenen Konflikt geworden.“

Mehr Orientierung an Natur und Gemeinwohl

Aber nicht nur im Globalen Süden nehmen die Konflikte um das Wasser zu. Johanna Erdmann vom Berliner Wassertisch verdeutlicht: „Der Kampf ums Wasser beginnt lokal, wenn es um Interessen der Wirtschaft, wie zum Beispiel Tesla gegen den Bedarf der Bevölkerung geht. Der Vorrang der Menschen beim Wasser ist weltweit Voraussetzung für ein friedliches Miteinander. Und für Berlin halten wir weiter an unserer Forderung fest: Unsere Wassergebühren sollen nur für Wasseraufgaben verwendet werden!“
 
„Wasser spielt zweifellos eine zentrale Rolle bei der Förderung von Frieden und bei der Sicherung unserer Lebensgrundlagen. Angesichts vielfältiger Konflikte ist es erforderlich, Wasser als friedensstiftendes Element politisch zu würdigen. Dazu ist es unerlässlich, dass die Nutzung von Wasser auf der Grundlage von Menschenrechten und dem Gemeinwohl erfolgt“, erklärte Durmuş Ünlü, Geschäftsführer der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft und Koordinator der AG Wasser im Forum Umwelt und Entwicklung.

Text: Charleen Kovac

(sig)

Weitere Infos

Als Werk für Entwicklungszusammenarbeit der katholischen Kirche kämpft Misereor für Gerechtigkeit und Bildung, gegen Hunger, Krankheit, Ausgrenzung und Menschenrechtsverletzungen sowie deren Ursachen. Gemeinsam mit einheimischen Partnern unterstützen wir Menschen unabhängig von ihrem Glauben, ihrer Kultur und ihrer Hautfarbe. Seit der Gründung von Misereor im Jahr 1958 wurden über 114.000 Projekte in Afrika und dem Nahen Osten, in Asien und Ozeanien, in Lateinamerika und der Karibik gefördert. Misereor ist Mitglied im Bündnis Entwicklung Hilft.



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