News Bild Mehr als Schnaps: Die Pilgergruppe um Bischof Voderholzer erlebt in Tequila Weltkirche

Mehr als Schnaps: Die Pilgergruppe um Bischof Voderholzer erlebt in Tequila Weltkirche

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Tequila - beim Klang dieses Namens denken die meisten wohl an das berühmte mexikanische Getränk aus der Agave. Für die Pilgerreisegruppe um Bischof Rudolf Voderholzer und Domvikar Andreas Albert wird dieser Name künftig mit einem unvergesslichen Gottesdienst verbunden sein.

Zunächst begann der Tag mit einem Stadtrundgang durch Guadalajara zur Kathedrale, die hier einfach Catedral Metropolitana genannt wird und von 1561 - 1621 erbaut wurde. Beim Besuch des ehemaligen Regierungspalastes erklärte Reiseführer Oscar die - seltsam anmutende - Wandmalerei des Orozco über den Freiheitskampf des Priesters Miguel Hidalgo und erläuterte die geschichtlichen Zusammenhänge. Die Gruppe besuchte auch den historischen Raum des Palastes, in dem verschiedene Gegenregierungen bis hin zu Benito Juarez tagten. Der Weg führte über das Teatro Degollado zurück zum Hotel, um dann nach Tequila zu fahren, wo für 12 Uhr ein Gottesdienst vereinbart war. Nach einem kleinen Spaziergang bei strahlendem Sonnenschein, was nach den letzten regnerischen Tagen sehr wohltuend war, erreichten die Pilger die Pfarrkirche

 

Mexikaner kommen spontan zum Gottesdienst hinzu

Der Gottesdienst war gut vorbereitet, fand aber eine überraschende Wende. In der Kleinstadt hatte sich offenbar in Windeseile herumgesprochen, dass eine Pilgergruppe mit einem Bischof zur Feier des Gottesdienstes da sei und so kamen viele Gläubige, die Schüler der örtlichen Schule und auch der liebevolle hochbetagte Ruhestandsgeistliche in der Kirche zusammen, um den Gottesdienst mitzufeiern. Dieser Umstand erforderte die Veränderung des geplanten Gottesdienstes, sollten doch sowohl die deutschen Pilger als auch die mexikanischen Gläubigen aktiv am Gottesdienst teilnehmen können. Bischof Rudolf trug der Überraschung umgehend Rechnung und ließ vereinbaren, dass von Seiten der mexikanischen Gläubigen die Lesung und die Fürbitten auf Spanisch vorgetragen wurden und die weiteren Teile der Messe in Deutsch, während die Predigt zweisprachig vorgetragen werden sollte.

Alle Menschen über alle Kontinente hinweg tragen Verantwortung für die Schöpfung

Dekan Ludwig Waldmüller aus Memmingen begrüßte im Namen von Bischof Rudolf in spanischer Sprache die Gläubigen und erklärte kurz, wieso die deutschen Pilger in Mexiko unterwegs seien. Der Bischof motivierte BGR Dekan Johann Ammer, die Predigt für die Gläubigen aus Tequila zu übersetzen.

Bischof Rudolf ging auf den Schöpfungstag ein, den Papst Franziskus eingeführt hat und der nicht zufällig am 1. September begangen wird. Dies sei auch ein Zeichen der Wertschätzung der orthodoxen Kirche. Die römisch-katholische, die orthodoxen Kirchen und die anglikanische Kirche feiern gemeinsam am 8. September das Fest Mariä Geburt. Eine Woche vorher, am 1. September, beginnt die orthodoxe Kirche das Kirchenjahr. So wollte Papst Franziskus die Verbundenheit wertschätzen und gleichzeitig für die große Verantwortung zum Erhalt der Schöpfung als Lebensgrundlage sensibilisieren und aufrufen. In verschiedenen Beispielen führte Bischof Rudolf aus, was wir dazu beitragen können. Zudem stärkte er das Bewusstsein, dass die Erde von Gott geschaffen und den Menschen zum Bewahren und Behüten, zum Bebauen und Erlangen aller Lebensmittel allen als Lebensgrundlage diene und alle Menschen über alle Kontinente hinweg große Verantwortung trügen. Die Geschwisterliche Einheit im Gottesdienst sei ein gutes Zeichen dafür, dass wir als Christen überall auf der Erde diese Verantwortung im Glauben wahrnehmen.

 

Ein Beispiel für aktiv gelebten Glauben

Im Gottesdienst brachten die Gläubigen aus Tequila Lebensmittel zum Altar, wie dies an jedem ersten eines Monats üblich ist. Diese Lebensmittel werden von der Kirchengemeinde an die Ärmsten und Bedürftigsten weitergeben; die deutschen Pilger unterstützten dies mit der Kollekte. Am Ende des Gottesdienstes dankte Bischof Rudolf den Kindern und allen Gläubigen für ihr gelebtes Glaubenszeugnis und ermutigte sie, nicht müde zu werden, den Glauben an Jesus Christus so aktiv zu leben. Der Dank galt auch für die Gastfreundschaft und den überwältigenden Besuch des Gottesdienstes, bei dem die Kirche völlig überfüllt war. Für den Regensburger Bischof und die Übersetzer gab es viel Applaus von den Gläubigen. Der Gottesdienst schloss mit dem Segen des Bischofs und dem in Süd- und Mittelamerika besonders bekannten Kirchenlied "Ven con nosotros al caminar, Santa Maria ven".

Nach dem Segen kam es zur spontanen Begegnung mit den Einheimischen. Bischof Rudolf kam frohen Herzens den vielen Bitten um Einzelsegnungen und gemeinsamen Fotos nach. Für die Reisegruppe war dies ein außergewöhnlicher und hochemotionaler Gottesdienst und ein besonderes Erleben von Weltkirche und gelebter Kirche in Mexiko.

Im Anschluss ging es in Tequila mit dem Besuch einer Tequila-Destillerie und den Erläuterungen, wie diese Spirituose hergestellt wird, weiter. Seinen Abschluss fand der Tag mit einem Besuch des Künstler- und Ausgehviertels Tlaquepaque.

Mehr Fotos vom Besuch in Tequila und dem Wallfahrtsort Chalma sehen Sie hier.


Der Bericht stammt von Dekan Johann Ammer.