News Bild Marsch für das Leben: Organisatorin sieht Gegendemonstranten teilweise von finanziellen Interessen geleitet

Marsch für das Leben: Organisatorin sieht Gegendemonstranten teilweise von finanziellen Interessen geleitet

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Tausende Christen gehen am 16. September in Berlin beim "Marsch für das Leben" auf die Straße, um gegen Abtreibung und Euthanasie zu protestieren. Linksradikale Gruppen und militante Feministinnen haben angekündigt, den Schweigemarsch zu stören. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Übergriffen auf die Lebensschützer. Im Exklusiv-Interview mit der Neuen Bildpost und der Katholischen SonntagsZeitung nimmt Organisatorin Alexandra Maria Linder, die neue Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht (BVL), Stellung. "Gesteuert werden die Proteste von ideologischen Gruppen, die eine falsch verstandene Emanzipation vertreten, und von Vereinen wie Pro Familia, die an Abtreibungen viel Geld verdienen."

Zufrieden zeigt sich Linder mit der kirchlichen Unterstützung des Marschs, die "in vielfältiger Weise" erfolge. Dass der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum eine Zusammenarbeit mit den Organisatoren abgelehnt hat, stellt für die BVL-Vorsitzende kein Problem dar: "Der Berliner Diözesanrat hat den Marsch noch nie unterstützt. Andere Diözesanräte haben entschieden, mit Bussen zum Marsch zu fahren oder intensiv dafür zu werben." Von den deutschen Bischöfen haben der Regensburger Oberhirte Rudolf Voderholzer und der Augsburger Weihbischof Florian Wörner ihre Teilnahme angekündigt. Dass im vorigen Jahr mit Beatrix von Storch die stellvertretende Bundesvorsitzende der umstrittenen AfD an dem Marsch teilnahm, stört Linder nicht: "Eine Demonstration kann und muss man daran messen, wer sie veranstaltet und welche Ziele sie hat, nicht daran, ob unter den tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern vielleicht ein paar Leute sind, mit deren Einstellung man nicht einverstanden ist."

Kritisch äußert sich Linder im Interview zu den offiziellen Abtreibungszahlen, die das Statistische Bundesamt vorlegt und die seit Jahren einen Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche ausweisen. "Dass die veröffentlichten Zahlen nicht vollständig sind, ist seit vielen Jahren bekannt." Es gebe keine geprüfte Meldepflicht, keine Erfassung von Abtreibungen im Ausland und keine Erfassung von Frühabtreibungen durch die "Pille danach". "Eine unserer Forderungen lautet, genau hier anzusetzen: eine ehrliche, saubere Statistik zu erstellen und daraufhin das Gesetz zu prüfen und für Frauen und Kinder verbessern." (Quelle: Neue Bildpost/Katholische SonntagsZeitung)

Das Interview mit den Organisatoren des "Marsch für das Leben" finden Sie hier online zum Nachlesen. Es erscheint zum 16./17. September 2017 in der Neuen Bildpost und in der Katholischen SonntagsZeitung Nr. 37.

 

Impressionen zu den bisherigen Schweigemärschen in Berlin finden Sie in der Bildergalerie zum Marsch für das Leben 2015 und in der Bildergalerie zum Marsch für das Leben 2016.