News Bild Marienweg - Ein Stadtspaziergang zu Mariendarstellungen in Regensburg

Marienweg - Ein Stadtspaziergang zu Mariendarstellungen in Regensburg

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Bereits zum dritten Mal machten sich die Lehrerin und ehrenamtliche Domführerin Gabriele Meyer-Schübl und Karolina Kammerl, Leiterin der Fachstelle Frauenseelsorge im Bistum Regensburg, am 12. Mai 2017 in Regensburg auf den Weg, auf den Marienweg. Nach Tour 1 vom Dom nach St. Emmeram und Tour 2 rund um die Westnerwacht, machten sie sich am vergangenen Freitag bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg vom Dom nach Stadtamhof. Veranstalter dieser Reihe ist DOMPLATZ 5, das katholische Informations- und Besucherzentrum am Regensburger Dom St. Peter. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Frauenseelsorge im Bistum Regensburg und der KEB in der Stadt Regensburg e.V. wurde zu dieser nicht alltäglichen Stadtführung auf marianischen Spuren eingeladen und an sechs Stationen Halt gemacht und inne gehalten - nachgedacht über die Gottesmutter Maria, aber auch über sich selbst

 

Eine starke Frau bewegt die Menschen

"Kein religiöses Motiv wurde schließlich seit dem 2. nachchristlichen Jahrhundert häufiger dargestellt als Maria. Und das, obwohl wir eigentlich gesichert recht wenig von ihr wissen. In der Bibel steht nicht allzu viel über Maria drin", so die beiden Marienweg-Begleiterinnen Kammerl und Meyer-Schübl bei ihrer Einführung zu der marianischen Spurensuche zwischen Dom St. Peter und Stadtamhof. Diese Führung beinhaltete nicht nur kunst- und stadtgeschichtliche Informationen, mit literarischen Texten von Dorothee Sölle, Hilde Domin und Wilhelm Bruners u.a. wurde die Frage vertieft "Was ist das besondere an Maria", der gerade im Mai besondere Verehrung zu Teil wird.

Orte der Stille und Einkehr

Die 1. Station des Marienweges war die Maria Läng-Kapelle im Schatten des Domes, die von Außen fast nicht als Gotteshaus zu erkennen ist, trotzdem tagtäglich vielen Regensburger Betern ein Ort der Einkehr und Stille bietet. Im Angesicht des lebensgroßen Gnadenbildes, beschrieben als "Wahres und leibhaftiges Abbild der Statur der Seligen Jungfrau Maria, wie sie auf Erden umherging", wurde das bekannte Marienlied "Meerstern, ich dich grüße" rezitiert. Weiter ging es zur 2. Station, der Stiftskirche Unser Lieben Frau von der Alten Kapelle, wo aber nicht dem Gnadenbild in der Kirche die Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die eher unscheinbare, unauffällige Darstellung einer Kreuzigungsszene auf einer Grabplatte im Vorhof der Gnadenkapelle, lud dazu ein, über Trauer, Tod und Verlust nachzudenken, vertieft durch ein Gedicht von Hilde Domin, " Die schwersten Wege werden alleine gegangen".

 

"Maria, Königin, Lehrerin und Schwester im Glauben"

An der Dompfarrkirche und ehemaligen Damenstiftkirche Niedermünster wurde die 3. Station gemacht. Außen erinnerte die Madonna mit Kind über dem Portal an das Jubiläum "100 Jahre Patrona Bavariae", in der Vorhalle, dem sogenannten Paradies, richtete sich der Blick auf eine nicht alltägliche Mariendarstellung: Maria, die ihren Sohn mit Hilfe eines Buches unterweist. Dazu hörte man ein Gedicht von Dorothee Sölle: "Mutter werden und Lehrerin muss schön sein, etwas sehen, das ich dem Kind nicht zeigen kann, etwas zeigen, dass ich nicht sehen kann". Nun ging es über die Steinerne Brücke hinüber nach Stadtamhof zur Pfarrkirche St. Mang, die auch Studienkirche für die Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik ist. Viele unterschiedliche Mariendarstellungen gab es dort zu sehen, Maria unter dem Kreuz, die unbefleckte Empfängnis oder auch Patrona Bavariae. Der Blick richtete sich aber auf dem linken Seitenaltar auf die Darstellung "Mariä Heimsuchung", auf den Besuch Mariens bei ihrer Verwandten Elisabeth, die sie an die Hand nimmt und ihr den Rücken stärkt - zwei Details aus dem Altarbild. Ein Text von Andrea Schwarz stellte "Maria, Schwester im Glauben" vor - "von Gott berührt, hast du dich auf den Weg gemacht..."

Abseits von den Anziehungspunkten für Touristen und dem Weg der Besucher der an diesem Tag eröffneten Regensburger Maidult, zog die Gruppe zur 5. Station An der Schierstatt, wo eine Mariendarstellung eine Hauswand ziert, die Gottesmutter auf der Mondsichel, umgeben von einem Sternenkranz. Eine Gedenktafel für die Gefallenen eines Angriffs der Österreicher auf Stadtamhof schlägt sozusagen eine Brücke zu einem Satz aus dem Ave Maria: "Bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes". Weiter geht es zur 6. und letzten Station, einem Privathaus in der Herzog-Heinrich-Straße, das eine moderne Hausmadonna schmückt und beschützt - ein Eisenrahmen, eine schlichte Holzrückwand, die vergoldete Silhouette einer Marienfigur. Von der Hausherrin, die eher zufällig im Garten steht, erfahren die Marienwegler genaueres zur Hausmadonna. Sie ist das Werk des Eichstätter Künstlers Rudolf Ackermann, der sich auch mit kirchlicher Kunst einen Namen machte. Der Hausherrin hatte eher eine klassische Mariendarstellung vorgeschwebt, Rudolf Ackermann schuf eine neuzeitliche Madonna mit Kind. Das Gedicht "Werden, was Maria ist" von Marie-Luise Langwald rundete den 3. Marienweg ab:

Maria, Gottes Ja zum Menschen.

Was war, war gut.

Was ist, ist neu.

Maria, neue Eva, neue Frau, neuer Mensch.

Was war, war Anfang.

Was ist, ist Ziel.

Maria, Ursprungs-Idee, unverdorbenes Konzept, fleckenloser Spiegel.

Menschen werden, was Maria ist.

 

Es geht marianisch weiter...

Der "Marienweg Teil 4" findet am 13. Oktober 2017 von 17 bis 19 Uhr statt, Anmeldung beim Infozentrum DOMPLATZ 5, Tel. +49-941 597 1662.
Wohin er genau führen wird, das wussten Gabriele Meyer-Schübl und Karolina Kammerl noch nicht, es wird auf jeden Fall wieder eine marianische Spurensuche in Regensburg.