„Maria – Königin des Friedens“ - Rosenkranzgebet und Lichterprozession durch die Regensburger Altstadt

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Das traditionelle Rosenkranzgebet unter dem Leitwort „Maria – Königin des Friedens“ beginnt heuer am Freitag, 4. Oktober 2013 um 19 Uhr im Hohen Dom St. Peter. Die anschließende Lichterprozession führt von der altehrwürdigen Kathedrale durch die Regensburger Altstadt hin zum Gnadenbild der Schutzmantelmadonna in die Dominikanerkirche St. Blasius. Dort endet die Feier gegen 21 Uhr. Bischof Rudolf Voderholzer lädt alle Gläubigen vor allem der Regensburger Pfarreien sehr herzlich zu dieser zentralen Marienfeier ein. Vor Beginn des Rosenkranzgebetes wird Bischof Rudolf am Westportal des Doms einen Werbebus für den Katholikentag 2014 segnen.

 

Organisatorische Hinweise:

Für die Marienfeier wird ein Liedheft erstellt. Das Gotteslob muss nicht eigens mitgebracht werden. Kerzen für die Prozession werden vor der Feier im Eingangsbereich des Doms zum Preis von 1 Euro verkauft. Alle Ministranten sind eingeladen, in ihren liturgischen Gewändern an der Marienfeier teilzunehmen. Für sie sind im Dom Plätze im nördlichen Querhaus unter der Orgel reserviert. Für Ordensleute sind Plätze im südlichen Querhaus vorgesehen. Mit ihnen sind auch alle Verbände und kirchlichen Vereine eingeladen, sich mit ihren Bannern an der Marienfeier zu beteiligen. Die Aufstellung erfolgt an den Außenwänden der Seitenschiffe.

 

Die Schutzmantelmadonna

Der Typus der Schutzmantelmadonna ist unter den Marienbildern eine sehr spezielle Variante. Die Wurzeln für das Motiv des schützenden Mantels liegen im juristisch-symbolischen Bereich. Die Adoption oder öffentliche Legitimierung eines Kindes durch den Vater erfolgte, indem er es unter seinen Mantel nahm. Auch Verfolgte konnten unter dem Mantel vorzugsweise hochgestellter Frauen Zuflucht finden. Im 13. und 14. Jahrhundert übertrug die fromme Legendenbildung dieses Mantelschutzrecht auf die Gottesmutter Maria, welche die ganze Welt unter ihrem Mantel birgt. Und dies gilt nicht nur für die Schutzbefohlenen auf Erden, sondern auch für die im Himmel, wie es im Bericht von einer Vision eines Zisterziensermönchs heißt. Dieser war zunächst sehr verwundert, als er im Himmel keinen seiner Mitbrüder vorfand, bis Maria ihren Mantel lüftete, wo alle Getreuen versammelt waren.

 

Von den Zisterziensern ging die Verehrung der Schutzmantelmadonna auch auf andere Orden über und spielte vornehmlich bei den Dominikanern eine große Rolle. Mit der aufblühenden Marienverehrung im Spätmittelalter erhielt das Thema alsbald auch in der allgemeinen Glaubenspraxis weite Verbreitung.

 

Die Entwicklung unterscheidet zwei Darstellungstypen, wobei die in einen weit ausgebreiteten Mantel gehüllte Madonna einmal mit, einmal ohne Jesuskind erscheint. In den Bildern ohne Jesuskind gilt Maria als aktive Beschützerin der Menschen, aber weniger vor Unglück auf Erden, denn vielmehr als Fürbitterin beim himmlischen Gericht. Ist auch das Jesuskind zugegen, dann steht ihre Rolle als Gottesmutter und damit als Vermittlerin zum Erlösungswerk durch den Opfertod Christi im Vordergrund. In jedem Falle tritt Maria als „Mater omnium“ (aller Mutter) auf. Die Schutzbefohlenen unter ihrem Mantel können Einzelpersonen, Familien oder andere Gruppen sein. Ab dem 15. Jahrhundert ist es häufig „die ganze Menschheit“, wobei Vertreter aller gesellschaftlichen Stände vorgeführt werden.

 

Dies ist auch bei der Schutzmantelmadonna der Regensburger Dominikanerkirche der Fall. Die vorzügliche Holzfigur mit alter Farbfassung ist um 1460/70 entstanden. Die anmutige, mädchenhaft schlanke Gestalt birgt in ihrem schalenförmig geöffneten Mantel dicht gedrängte Figürchen oder Brustbilder von geistlichen und weltlichen Repräsentanten. Die „gute Seite“, das heißt zur Rechten Mariens, gehört der Geistlichkeit. Dargestellt sind ein Papst, ein Kardinal, ein Bischof, andere Kleriker sowie Mönche und Nonnen. Gegenüber erscheinen Kaiser, König und Herzog sowie Bürgerinnen und Bürger.

Der ursprüngliche Platz dieses kostbaren Marienbildes in der Dominikanerkirche ist nicht bekannt. 1950 wurde die Schutzmantelmadonna in einem neuen Schrein am nördlichen Pfeiler des Eingangs zum Hauptchor neu aufgestellt und dient seither als Bekrönung des Sakramentsaltars der Marianischen Männerkongregation.

 (Text zur Schutzmantelmadonna: Dr. Friedrich Fuchs)