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Zur Neuigkeit
Malteser erinnern an Ahrtal-Flut vor fünf Jahren
„Ehrenamtliche besser ausstatten“
Köln / Regensburg, 16. Juli 2026
Der neue Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Martin Schelleis, hat an die Flutkatastrophe im Ahrtal vor fünf Jahren erinnert, bei der mehr als 180 Menschen ums Leben kamen. Insbesondere appellierte er an die Politik, mehr Augenmerk auf die ehrenamtlichen Helfer zu legen.
Schelleis war im juli 2021, als die Fluten über das Ahrtal und die benachbarten Täler hereinbrachen, als Nationaler Territorialer Befehlshaber in führender Funktion innerhalb der Bundeswehr tätig. Nun sagte er: „Sicherlich wären wir heute an vielen Stellen besser vorbereitet – aber nicht überall und nicht vollumfänglich. Es braucht die Führung des Einsatzes durch die zuständigen politischen Mandatsträger, abgestützt auf die Verwaltung und die Fähigkeiten von Experten im Bevölkerungsschutz, unter anderem der Hilfsorganisationen.“
„Vor allem muss die Verantwortlichkeit dem Ausmaß der Lage entsprechend schnell übergeben werden können, um die notwendigen Mittel direkt einzusetzen: von der Kommune ans Land, vom Land an den Bund“, betonte der Malteser-Präsident, und er fordert: „Der Bund und die Länder müssen die wahrscheinlichsten und gefährlichsten Szenarien beschreiben. Dann haben sie eine solide Grundlage um festzulegen, welcher Bedarf an Personen, Material, Organisation und Infrastruktur besteht.“
Schließlich hielt er fest: „Der Katastrophenschutz und die Zivilverteidigung ruhen maßgeblich auf ehrenamtlichen Schultern. Dieses Engagement sicherzustellen, gelingt durch echte Wertschätzungen der ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer. Dafür muss der Staat eine auskömmliche Finanzierung der organisatorischen, materiellen und infrastrukturellen Anforderungen sicherstellen.“
„Der avisierte Pakt für den Bevölkerungsschutz benötigt genau hierfür zusätzliche Mittel in zweistelliger Milliardenhöhe“, so Schelleis. „Ansonsten sehe ich den Bevölkerungsschutz als Kernaufgabe staatlicher Daseinsvorsorge gefährdet.“ Zum Malteser Hilfsdienst gehören fast 60.000 ehrenamtliche Personen sowie 35.000 Mitarbeiter. Jährlich kommt es zu etwa 11.000 Einsätzen im Sanitäts- und Betreuungsdienst sowie zu 1,5 Millionen Einsätzen in Rettungsdienst und Krankentransport. Schelleis wurde im Juni zum neuen Präsidenten der Organisation gewählt.
Text: CNA Deutsch
(sig)




