Liga Krankenversicherung feiert 150. Jubiläum mit Pontifikalmesse in St. Kassian

Liga Krankenversicherung feiert 150. Jubiläum mit Pontifikalmesse in St. Kassian

Solidarität und Hilfe


Regensburg, 14. März 2026

Wir brauchen uns nicht verstecken“, betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt und verwies auf die wundervollen Kulturgüter im Land sowie die Leistungen der Kirche. Der Bischof feierte am Samstagvormittag mit zahlreichen Mitgliedern in der Regensburger Kirche St. Kassian das 150. Jubiläum der Liga-Krankenversicherung.

Die Liga-Krankenversicherung geht zurück auf den im Jahr 1875 gegründeten Priester-Unterstützungsverein. Bereits ein Jahr später wurde sie als Verein eingetragen und besteht seither als Standesversicherung für katholische Priester und Priesteramtskandidaten. Sie gilt als älteste Priester-Krankenversicherung in Deutschland. Die Krankenversicherung mit Sitz in Regensburg trägt den Grundgedanken der Solidargemeinschaft unter Geistlichen bis heute weiter.

„Wir feierten bereits vor neun Jahren den 100. Geburtstag der Liga-Bank“, erinnerte Bischof Rudolf. Diese sei aus der Liga-Versicherung mit hervorgegangen. Er verwies auf die außerordentliche Erfolgsgeschichte der Priesterkrankenkasse. Mit den Anwesenden betete er für die gute Zukunft der Versicherung.

St. Kassian zählt zu den ältesten Kirchen der Stadt, sie geht zurück auf das neunte Jahrhundert. Der denkmalgeschützte Bau wurde im 18. Jahrhundert im Rokokostil ausgetaltet und erst vor zehn Jahren renoviert. Gemälde und Stuck strahlten am Samstagvormittag zum Gottesdienst im Frühlings-Sonnenlicht und umrahmten damit auch plastisch die Predigthemen. Die Teilnehmer der Messe fanden auf ihren Bänken kleine Ausdrucke vor. Die Vorderseite zeigte ein Selbstbildnis von Cosmas Damian Asam in der ehemaligen Klosterkirche Osterhofen. Auf der Rückseite lachte der Künster in einer Darstellung seines Bruders Egid Quirin in der Klosterkirche Weltenburg.

Geist der Solidarität und der christlichen Nächstenliebe

Genau darauf bezog sich Bischof Rudolf in seiner Predigt. Er verwies auf das Selbstportrait des Künstlers Asam, der sich demütig als reumütiger Sünder darstellte. Sein Bruder dagegen bildete ihn in Weltenburg freudig strahlend oben an der Brüstung ab. Damit zog der Bischof direkte Parallelen zur Lesung aus dem Lukasevangelium (18, 9-14) über den Pharisäer, der sich selbstgerecht und verächtlich vom sündigen Zöllner abgrenzt. Die Asams machten es gerade umgekehrt. Wo es um die Selbsteinschätzung geht, identifiziert sich Cosmas Damian mit dem reumütigen Zöllner. Wo er seinen Bruder darstellt, hebt Egid Quirin ihn ins Licht. Er macht ihn nicht schlecht, sondern lässt ihn freudestrahlend zur Geltung kommen.

Der Bischof erläuterte im Anschluss daran: „Es geht auch Jesus in dem Gleichnis sicher nicht darum, dass wir uns nicht freuen dürften, wenn etwas gelingt, wenn etwas gut ist“, erklärte der Bischof. Christen müssten nicht ständig mit gesenktem Haupt herumlaufen, ein wenig nach Sack und Asche riechen, fuhr er fort. Die Kirche brauche sich nicht zu verstecken mit ihren Leistungen, mit ihren Kulturgütern und auch nicht mit der Liga-Krankenversicherung. Er betonte den Geist der Solidarität und der christlichen Nächstenliebe sowie der Vorausschau schon bei der Gründung. Bischof Rudolf bezog sich bei seinem Rückblick auf die umfangreiche Broschüre, die vor 25 Jahren, zum 125. Jubiläum erstellt worden war. Die Gründung sei eine vorbildliche Pionierleistung gewesen auf dem Grundgedanken der christlichen Caritas.

Dabei musste die Liga-Krankenversicherung im Laufe ihrer Geschichte umfangreiche Krisen bewältigen. Dazu zählte der erste Weltkrieg mit der Spanischen Grippe, die durch Corona neu ins Bewusstsein gebracht wurde, führte der Bischof aus. Danach kam die Inflation als Spätfolge des Krieges sowie Versuche der nationalsozialistischen Machthaber, alle Strukturen gleichzuschalten und die kirchlichen womöglich zu zerstören, so Bischof Rudolf. Es folgte die Währungsreform und danach wirtschaflticher Aufschwung. „Es gibt wahrlich viel Grund zur Freude, viel Grund zur Dankbarkeit“, bestätigte Bischof Voderholzer abschließend. Wie Egid Quirin Asam seinen Bruder Cosmas Damian dankbar ins Licht rücke, so dürften wir heutigen Nutznießer der Krankenversicherung dankbar auf die Mitbrüder schauen, die seinerzeit verantwortungsbewusst und vorausschauend ein großes Werk begründet haben.

Die Pontifikalmesse wurde musikalisch gestaltet von den Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß. Sie sangen unter anderem die Missa o quam Gloriosum des spanischen Komponisten Tomás Luis de Victoria und Musik von Giovanni Pierluigi da Palestrina.

Text und Fotos: Claudia Erdenreich
(jas)



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