News Bild „Kultur ist dort, wo Menschen glauben, hoffen und lieben“ - Bischof Gerhard Ludwig Müller feiert mit mehreren Hundert Gläubigen in der ehemaligen Zisterzienser-Klosterkirche Walderbach das 200jährige Bestehen der Pfarrei

„Kultur ist dort, wo Menschen glauben, hoffen und lieben“ - Bischof Gerhard Ludwig Müller feiert mit mehreren Hundert Gläubigen in der ehemaligen Zisterzienser-Klosterkirche Walderbach das 200jährige Bestehen der Pfarrei

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Zum 200. Jahrestag der Pfarreigründung feierten Hunderte von Gläubigen mit Bischof Gerhard Ludwig Müller in der ehemaligen Zisterzienserabteikirche zu Walderbach einen Pontifikalgottesdienst. Die heutige Pfarrkirche St. Maria und St. Nikolaus gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse der romanischen Baukunst in Bayern.

Auf die Bedeutung der Kultur, die sich besonders im bayerischen Kirchenbau ausdrückt, wies auch der Bischof in seiner Predigt hin. Voraussetzung sei, so der Bischof, eine „Kultur des Herzens“, die die äußere Kultur hervorgebracht habe. „Vertrauen, Liebe, Zuneigung, Sympathie, das ist die Kultur, die aus dem christlichen Glauben erwächst“, fasste der Bischof zusammen. „Darauf sollten wir stolz sein in unserem christlichen Bayern, dass sich unsere Vorfahren für den christlichen Glauben eingesetzt haben“, ermutigte der Regensburger Oberhirte seine zahlreichen Zuhörer. „Kultur ist dort, wo Menschen glauben, hoffen und lieben.“

Auf seine in einem Interview geäußerte Kritik am Berliner Schulsystem, das keinen Religionsunterricht an staatlichen Schulen zulasse, hätte der Berliner Bürgermeister geantwortet: Er brauche keinen Rat aus der Provinz, die keine Kultur habe. Diese Aussage sei, so der Bischof, „zum Lachen“: „Die äußeren Zeugnisse der Kultur sind nirgends so konzentriert zu finden wie in Bayern selber. Überall ragen Kirchtürme hervor, grüßen uns und weisen auf Gott hin, auf den wir unser ganzes Vertrauen setzen sollen.“
Das reiche Ordensleben habe außerdem Kunst, Musik und Architektur als Gesamtkunstwerk der kirchlichen Kultur hervorgebracht, um Gott zu verherrlichen und unsere Herzen zu öffnen.

Ein Beispiel dafür sei die „Missa solemnis ex D“ von Pater Eugen Pausch, einem Mönch der ehemaligen Abtei, die an diesem Tag mit Chor, Orchester und Soli nach einjährigem Einstudieren das erste Mal zur Aufführung kam.
„Das, was von Menschenhand gemacht ist, wird wieder zugrunde gehen“, erklärte der Bischof mit Blick auf das traditionsreiche Kirchengebäude. Ein Riss im Gewölbe hätte die Kirche beinahe zum Einsturz gebracht, daher musste sie renoviert werden. Was aber durch die Gnade Gottes geschenkt wird, sei unzerstörbar, führte der Bischof weiter aus und verwies auf Jesu Verheißung, dass die Pforten der Hölle die Kirche nicht überwältigen (Mt 16,18).

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde Bischof Gerhard Ludwig Müller von der Walderbacher Blaskapelle in das Pfarrheim begleitet. Dort fand ein Stehempfang statt, bei dem sich der Bischof in das Goldene Buch der Gemeinde eintrug.