News Bild Krippenführung in Regensburg für eine Gruppe von Mallersdorfer Ordensschwestern
Krippenführung in Regensburg für eine Gruppe von Mallersdorfer Ordensschwestern

Wenn die Kripperlschwester zum Bischof kommt

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Regensburg/Mallersdorf, 15. Dezember 2022

Dass Bischof Rudolf Voderholzer ein begeisterter Krippensammler ist und die künstlerischen Darstellungen nicht als Dekoration, sondern als wichtiges Instrument der Evangelisierung betrachtet, ist wohlbekannt. Seine privaten Schätze sowie die mittlerweile zahlreichen Exponate der Diözese Regensburg zeigt er auch gern anderen Interessierten.

Gerade in der Adventszeit führt der Bischof Besucher durch die Sammlung, die derzeit noch in den Räumen des Bischöflichen Ordinariates untergebracht ist. Eine besondere Gruppe konnte Bischof Rudolf am vergangenen Wochenende begrüßen: eine Delegation der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie aus Mallersdorf sowie eine Familie aus dem Ort der Klosterschwestern.

Schwester Antilia, bekannt als Kripperlschwester (2. von rechts), zeigte sich mit ihren Mitschwestern begeistert über die Krippensammlung des Bischofs.

Seit 20 Jahren 12 Krippendarstellungen jährlich

Darunter Schwester Antilia. Ein Treffen auf Augenhöhe, denn die 79jährige Ordensschwester ist seit nun rund 20 Jahren in ihrer Gemeinschaft für die Pflege der Jahreskrippe zuständig. In Mallersdorf kennt sie fast jeder und wird von den Gläubigen nur noch „die Kripperlschwester“ genannt. Sie denkt sich die Szenen im Verlauf des Kirchenjahres aus, näht Gewänder, restauriert und schmückt die verschiedensten Darstellungen nach dem Vorbild der Heiligen Schrift. Weihnachten, Ostern und Pfingsten sind meist gleich, erklärt Schwester Antilia. Dazu kommen aber noch Gestaltungen, wie zum Beispiel „der reiche Prasser und der arme Lazarus“, „Jesus predigt am See Genezareth“, im Herbst die Geschichte vom heiligen Martin oder auch „Noah mit seiner Arche“. Eine beeindruckende Darstellung, es gibt sogar eine hölzerne Arche, die von einer Vorgängerin gefertigt wurde, die vor ihrer Berufung eine Schreinerlehre absolviert hatte. Zahlreiche Figuren stammen aus den Händen der jungen Schülerinnen der Fachakademie für Sozialpädagogik der Mallersdorfer Schwestern, die diese im Werkunterricht gefertigt und anschließend dem Kloster für die Jahreskrippe überlassen haben. Der Krippenkorpus selbst, ist mannshoch. Die Ordensschwester kann darin sogar aufrecht stehen, wenn sie aus- und einräumt, repariert, reinigt und neu arrangiert. Dabei hilft ihr eine Mitschwester. So kommen jährlich an die 12 verschiedene Darstellungen zustande.

Zu Gast in Regensburg: Die Familie Baumann aus Mallersdorf, die enge Kontakte zum Kloster pflegt, und Mallersdorfer Schwestern.

Neben der Krippe steht stets eine Tafel mit Erklärtext zu der jeweiligen biblischen Geschichte. Schwester Antilia erläutert aber auch gerne jedem Besucher, was aktuell zu sehen und bestaunen ist. Täglich ist die Pforte von 8 bis 16:30 Uhr geöffnet, über Interessierte, die sich ebenfalls für die künstlerischen Krippen begeistern können, freut sich die Ordensfrau.

Text und Fotos: Jakob Schötz