Koreanische Pilger beim Weltjugendtag in Lissabon

Koreanischer Weihbischof Lee zum Weltjugendtag

„Sakramentaler Weg für Pilger“


Seoul / Regensburg, 18. Juni 2026

Weihbischof Kyung-Sang Lee von Seoul hofft beim Weltjugendtag 2027 auf eine sakramentale Begegnung der Pilger mit Christus. Lee, der als Generalkoordinator für das Großereignis fungiert, sprach am Rande der Frühjahrsvollversammlung der US-amerikanischen Bischofskonferenz in Orlando mit The Pillar über seine Erwartungen.

„Wir warten darauf, dass der Heilige Geist auf jeden Pilger wirkt, damit sie mit dem Heiligen Vater in Kontakt treten und auf geheimnisvolle Weise etwas über Gott erfahren können“, sagte Lee. Eigene Vorstellungen wolle er dem Ereignis nicht aufzwingen. „Wir werden Jesus den Raum geben, zu wirken, und er wird die Pilger auf sakramentale Weise zu sich ziehen“, erläuterte er. Für die Pilger wollte Lee die besondere Geschichte der Kirche Koreas erfahrbar machen. Gegründet wurde sie nicht durch ausländische Missionare, sondern fast ausschließlich durch koreanische Laien, die in Peking auf katholische Schriften gestoßen waren. Jahrzehntelange Verfolgungen bedrohten den jungen Glauben danach beinahe vollständig.

„Rein zahlenmäßig betrachtet wären wir eine verwüstete Kirche, denn die meisten der ersten Gläubigen wurden getötet“, sagte Lee. Rund 10.000 Katholiken wurden in jener Zeit umgebracht. „Es ist ein großes Geheimnis, wie Gott in der Kirche Koreas gewirkt hat, wie er sie wiederaufgebaut und sie zum Blühen und Fruchtbringen gebracht hat“, fuhr er fort. „Wir möchten den jungen Menschen die Geschichte Koreas zeigen, damit sie in den Leiden und Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert sind, Hoffnung finden können.“

Katholiken stellen in Südkorea nur etwa elf Prozent der Bevölkerung. Lee hofft dennoch auf die missionarische Kraft des Weltjugendtags. Viele Gelehrte und Behörden des Landes, einschließlich des Präsidenten, würden laut Lee die Bedenken von Papst Leo XIV. aus seiner jüngsten Enzyklika teilen, wonach Künstliche Intelligenz menschliche Werte unterstützen, nicht bedrohen solle. „Auf diese Weise nähern sich Kirche und Gesellschaft einander an“, sagte er.

Lee hatte bereits bei der offiziellen Programmvorstellung in Seoul im Oktober 2025 angekündigt, der Weltjugendtag werde „von historischer Bedeutung“ sein. Erstmals werde er in einem geteilten Land und in einem nicht-christlichen Land stattfinden. Zugleich falle er mit dem Apostolischen Besuch von Papst Leo XIV. in Korea zusammen. Geplant sind zunächst Diözesantage in allen 15 koreanischen Diözesen vom 29. Juli bis 2. August 2027, denen die Hauptveranstaltungen vom 3. bis 8. August in Seoul folgen. Zu den Höhepunkten zählen Eröffnungsmesse, Empfangszeremonie mit Papst Leo XIV., Jugendfestival, Katechese, Kreuzweg, Jugendvigil und Abschlussmesse.

Auch ein persönliches Wort richtete der Weihbischof an die Gläubigen: „Ich möchte sie ermutigen, den Schwierigkeiten mutig zu begegnen. Auch wir haben Ängste in der Vorbereitung, aber ich habe keine Angst. Ich schlafe jede Nacht gut, weil ich mein Leben lang erfahren habe, dass Gott auf wundersame Weise wirkt.“ Er betonte: „Es gibt keinen Augenblick, in dem Gott seine Kinder nicht liebt. Deshalb lade ich die Pilger ein, ihm die Chance zu geben, damit sie erfahren können, wer er ist, wie er liebt und wie er sie alle einlädt, Mut zu fassen und Hoffnung zu haben.“

Text: CNA Deutsch

(sig)



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