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Kolloquium des Ostkircheninstituts mit Metropoliten

Annäherung und Öffnung der griechisch-orthodoxen Theologie

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Regensburg, 23. Oktober 2022. Vom vergangenen Donnerstagabend bis zum Sonntag hat ein Kolloquium des Ostkircheninstituts der Diözese Regensburg und der Volos Academy for Theological Studies in der Katholischen Akademie für Sozialwesen in Regensburg stattgefunden. Das Thema lautete: „Christian Witness in Today's World. Encounters with Modern Greek Orthodox Theology.“ Anwesend waren Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und drei griechisch-orthodoxe Metropoliten. Am Freitag trug Metropolit Ignatios von Demetrias zunächst ein Grußwort vor. Im Laufe der Tagung sprachen Gregorios Stergiou, Metropolit von Kamerun, und Prof. Dr.Dr. Gregorios Papathomas, Metropolit von Peristerion bei Athen. Zahlreiche weitere griechisch-orthodoxe und römisch-katholische Theologen hielten Vorträge. Die Vortrags- und Diskussionssprache war das Englische.

Urkunde für folgende sechs Jahre

Das somit hochkarätig besetzte Kolloquium hatte mit einem Welcome Dinner im Restaurant Bischofshof begonnen, in dessen Rahmen Bischof Rudolf Voderholzer die Urkunde für weitere sechs Jahre Amtszeit dem Direktor des Ostkircheninstituts der Diözese Regensburg überreichte. In Anwesenheit der griechisch-orthodoxen Gäste würdigte der Bischof bei dieser Gelegenheit das Wirken des Direktors in den vergangenen sechs Jahren. Am Freitagvormittag hielt Bischof Voderholzer die Keynote lecture mit dem Titel: „Current challenges of the Catholic Church“. Dr. habil. Dietmar Schon OP referierte zu dem Thema „The Social Ethos Document of the Ecumenical Patriarchate“.

Pastorale Ausrichtung spürbar

Direktor Schon sagte im Nachgang zu dem Kolloquium: „Der Ertrag war sehr gut und auch die Stimmung war sehr gut.“ Behandelt wurde demnach insgesamt die Frage, wo die griechisch-orthodoxe Theologie heute steht. „Die Grundausrichtung der modernen griechisch-orthodoxen Theologie ist sehr aufgeschlossen. Sie wendet sich pastoral den Menschen und deren Fragen zu“, sagte P. Dr. Schon, und das gelte im Unterschied zu früheren Versuchen, als wiederholt dieselben Themen bearbeitet wurden. „Die pastorale Ausrichtung ist jetzt besonders spürbar und wird entsprechend reflektiert.“ Aspekt eines jeden der Referate sei es gewesen, aufzuzeigen, dass es Möglichkeiten gibt, sich zu öffnen, erklärte P. Dietmar Schon weiter zum Inhalt der Referate. Dabei ging es auch immer um das orthodox-katholische Verhältnis.

Voneinander lernen

Ihrerseits hätten die katholischen Referenten Fragen bearbeitet, „wie wir mit diesen Entwicklungen in der modernen orthodoxen Theologie umgehen und wechselseitig voneinander lernen können“, sagte Direktor P. Schon.

Querverbindungen zur Orthodoxie

Die sich hier zeigende Konzeption des Instituts zeigt somit nicht zuletzt die Vorstellung und den Wunsch, Querverbindungen zu Institutionen in der Orthodoxie aufzubauen. Ansprechpartner sind demnach orthodoxe Institutionen in verschiedenen autokephalen Kirchen. Bei diesem Kolloquium war es die Orthodoxe Akademie von Volos – als ein „Erstling“, wie der Direktor feststellte: „Wir haben dies neu etabliert und werden diesen wichtigen Kontakt aber fortsetzen.“

Theologie und Ökumene

Das Ostkircheninstitut der Diözese Regensburg bearbeitet nicht die Themen der Liturgie und der Spiritualität. Es geht ihm um Theologie und ökumenische Verständigung. Mittelbar geht es also um das Bearbeiten von theologischen und nicht-theologischen Gründen für die noch bestehende Trennung und um das Arbeiten an einer Annäherung.

Rumänen, Bulgaren, Serben, Griechen

Startpunkt des Ostkircheninstituts war 2016 ein groß angelegtes Symposium, in dessen Rahmen seine Errichtung offiziell durchgeführt wurde und bei dem auch Kardinal Kurt Koch anwesend war. Im Verlauf der ersten sechs Jahre wurden seither Kontakte mit der Rumänischen, der Bulgarischen und der Serbischen Orthodoxie geknüpft. „Jetzt ist die Querverbindung zu den Griechen neu dazugekommen“, sagte Direktor Dr. Schon. Auch in den folgenden sechs Jahren stehen diese autokephalen Kirchen im Mittelpunkt des Interesses. Allerdings werden auch weiterhin breiter aufgestellte Aktivitäten dazukommen, wie die Teilnahme an Veranstaltungen anderer Institutionen. Erst in diesem Jahr hat P. Dr. Schon ganz in diesem Sinne an einer großen Veranstaltung der Europäischen Akademie der Religionen in Bologna teilgenommen. „Das bedeutet Vernetzungen, die die Wirkung des Instituts verbreitern.“

Querverbindungen

Darüber sind auch nicht die Querverbindungen mit anderen katholischen Einrichtungen zu übersehen, z.B. mit dem Ostkirchlichen Institut Würzburg, mit „Pro Oriente“ in Salzburg, auch nicht mit evangelisch-lutherischen Spezialisten für Ostkirchenkunde, so z.B. mit Prof. Martin Illert in Halle und mit dem Konfessionskundlichen Institut in Bensheim.

Kirchenleitende Ebene

„Es geht unserem Institut um Öffnung und Annäherung mit den orthodoxen Gesprächspartnern. Die Frage der Herstellung der Communio ist eine gesamtkirchliche Frage, die in der offiziellen katholisch-orthodoxen Dialogkommission behandelt wird“, sagte Direktor Schon: „Bei unseren Kolloquien zeigen sich die Gemeinsamkeiten sehr deutlich. Aber die Frage der Wiederherstellung der Communio findet auf kirchenleitender Ebene statt.“ Hier läuft „alles ruhig und geordnet“. Prof. Dr. Veit Neumann