News Bild KLJB in der Diözese Regensburg eröffnet die Aktion „Landgewitter – frischer Wind für Kirche und Dorf“; Schirmherr Dompropst Prälat Dr. W. Gegenfurtner feiert Gottesdienst mit der KLJB und Pfarrgemeinde Waldmünchen

KLJB in der Diözese Regensburg eröffnet die Aktion „Landgewitter – frischer Wind für Kirche und Dorf“; Schirmherr Dompropst Prälat Dr. W. Gegenfurtner feiert Gottesdienst mit der KLJB und Pfarrgemeinde Waldmünchen

Home / News

Von Freitag, 16. März bis Sonntag, 18. März hielt die KLJB Regensburg ihre erste Diözesanversammlung in diesem Jahr ab. Tagungsort war die Jugendbildungstätte Waldmünchen.

Zum Auftakt der Versammlung hielt am Freitagabend Prof. Dr.-Ing. Lothar Koppers, Direktor des Institutes Agira e.V. in Waldsassen und Dozent für Geoinformatik an der Hochschule Anhalt in Dessau, einen interessanten und spannenden Vortrag zur Demographischen Entwicklung in Deutschland und speziell in der Oberpfalz. Ganz deutlich zeigte der die Probleme des demographischen Wandels und der daraus resultierenden Konsequenzen auf. Bei schwindenden Einwohnerzahlen auf den Dörfern werden diese zu „Donat-Dörfern“: der Kern leer, hohl, die Besiedlung und die Wirtschaftsbetriebe sind alle am Rand. Auch auf die Infrastruktur, auf Schulen, ärztliche Versorgung, Straßenbau habe die Abwanderung der Menschen in die Zentren Auswirkungen. Die Ausführungen von Prof. Koppers und die daran anschließende lebhafte Diskussion waren der Einstieg in die eigentliche Eröffnung der diözesanweiten Aktion „Landgewitter – frischer Wind für Kirche und Dorf“, die am Samstag stattfand.
Die ehrenamtliche Diözesanvorsitzende der KLJB Regensburg, Lisa Schirmbeck, begrüßte die zahlreichen Ehrengäste, unter ihnen MdL Josef Zellmeier, Bürgermeister Markus Ackermann aus Waldmünchen, Diözesanjugendpfarrer Thomas Helm, der Direktor des Amtes für ländliche Entwicklung in der Oberpfalz Thomas Gollwitzer, der stellvertretende Präsident des Bayrischen Bauernverbandes in der Oberpfalz Josef Wutz, Karin Silbe vom Bundesvorstand der KLJB, sowie Josef Regler, Vorstandsmitglied der KLB Regensburg.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler, einer der beiden Schirmherren des „Landgewitters“ musste leider krankheitsbedingt seine Teilnahme absagen. In ihrer Ansprache ging Schirmbeck auf die Entstehung und den Zweck der Aktion ein: „Landgewitter soll Jugendlichen die laute Stimme eines Gewitters verleihen“, da Veränderungen im eigenen Umfeld beginnen: in der Familie, im Freundeskreis, im Verein und eben im Dorf und der Pfarrei. So sollen selbst-bewußt Lokalpolitiker und Kirchenvertreter angesprochen werden und in Zusammenarbeit mit diesen Veränderungen zum Wohle des ländlichen Raumes in Angriff genommen werden.
In ihren Grußworten lobten die interessierten Ehrengäste das Engagement der Jugendlichen und betonten die Wichtigkeit des Projektes: das Dorf und die Kirche im Dorf kritisch in den Blick zu nehmen und durch Analyse und Einsatz für und in Kirche und Dorf diese lebens- und liebenswert zu erhalten. Dompropst Dr. Gegenfurtner betonte in seinem Grußwort, dass ein Gewitter einem zwar zuerst Angst einflößen kann, aber im Nachhinein die Luft klar und rein ist und Weit-Sicht ermöglicht. So mache „Landgewitter“ Mut, es geht weiter, da sich junge Leute für Leben und Glauben engagieren. Glaube und Verantwortung für die Gesellschaft können nicht getrennt werden, da es immer um den Menschen geht. So sei er froh und dankbar, dass er als Schirmherr diese Aktion über eineinhalb Jahre begleiten darf.

Im Anschluss stellten die Mitglieder der vorbereitenden Arbeitsgemeinschaft Dorf spielerisch die einzelnen Bausteine der Aktion vor. So soll u.a. die Dorfanalyse das Dorf heute in den Blick nehmen und der Kreativwettbewerb den Blick in die Zukunft richten: wie kann unser Dorf in 100 Jahren sein. Die Arbeitsgemeinschaft Jugendgottesdienst stellte den geplanten dezentralen Jugendgottesdient im Herbst vor, sowie den Sachausschuss Jugend im Pfarrgemeinderat. Auch die sogenannte „72-Stunden-Aktion“ wurde vorgestellt. In ihr sollen die KLJB-Ortsgruppen tatkräftig etwas nachhaltiges für ihre Gemeinde oder Pfarrei leisten. Auch der Schirmherr Dr. Gegenfurtner stellte sich für Gespräche mit den Jugendlichen zur Verfügung und diskutierte lebhaft mit ihnen, wie Kirche und KLJB sich gegenseitig unterstützen und fördern können.

Nach einer kurzen Kaffeepause feierte Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner in Konzelebration mit Ortspfarrer Wolfgang Häupl und Diözesanlandjugendseelsorger Robert Gigler zusammen mit den Delegierten der KLJB, den Ehrengästen und der Pfarrei St. Stephan in Waldmünchen Gottesdienst. Zu Beginn zeigten die Mitglieder der KLJB in Bildern, was für sie zu Kirche gehört und stellten fest, dass wir oft hinter diesen eigenen Erwartungen zurück bleiben. Wir sind, so Diözesanseelsorger Gigler als Kirche genaus so unfertig, wie das Modell aus Ziegelsteinen, dass vor dem Altar aufgebaut war.

In seiner beeindruckenden Predigt ging Dompropst Dr. Gegenfurtner vom Evangelium aus, in dem Jesus davon spricht, dass ein Haus, das auf festen Grund gebaut ist, nicht von Stürmen und Wassermassen zerstört werden kann. Glaube sei keine Moral, sondern einen lebendige Beziehung zu Gott, die uns antreiben soll, auch aus Liebe zu handeln. Die KLJB, ihre Mitglieder sind Bausteine der Kirche und Gesellschaft, die sich aus Liebe einmischen sollen und wollen. Diese Liebe ist ein Geschenk von Gott, auf das wir auch mit Liebe antworten sollen, ja antworten müssen. Und jeder Einsatz für den Nächsten, wie z. B. auch das neu gestartete Projekt „Landgewitter“, sei liebende Antwort auf dieses großartige Geschenk.

Zu seiner Zeit sei Franz von Assisi ein Mensch gewesen, der sich auch eingemischt hat, der „frischen Wind“ in die Kirche seiner Zeit gebracht hat. Angetrieben hatten ihn dazu Mut, Offenheit und vor allem Liebe. Und sein Blick ging nach vorne, in die Zukunft, nicht verklärend zurück. Und so ist es auch heute gut, wenn Jugend sich einmischt, den Blick in die Zukunft richtet und sich aufmacht Veränderungen anzustreben. Wenn sie dabei aus Liebe handelt und fest auf dem Grundstein, dem Fels Jesus Christus steht.

Die Fürbitten hatten die Mitglieder der KLJB am Nachmittag selbst formuliert und hatten sowohl das neue Projekt, die Ortsgruppen aber auch aktuelle Anliegen wie die Opfer des Busunglückes in der Schweiz und deren Angehörige zum Inhalt. Mit einem festlichen Essen mit regionalen, bayerischen Schmankerln und einer „Ku(h)schelparty“ klang der Tag aus.