News Bild KJF-Direktor Michael Eibl im Amt bestätigt als Vorsitzender der katholischen Erziehungshilfe in Bayern. Sein Appell:
KJF-Direktor Michael Eibl im Amt bestätigt als Vorsitzender der katholischen Erziehungshilfe in Bayern. Sein Appell:

„Keine Kinder 1. und 2. Klasse!“

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Regensburg/ München, 28. September 2022

„In dieser Krisenzeit müssen wir noch mehr darauf achten, dass kein Kind, kein Jugendlicher verloren geht!“, forderte der wiedergewählte Vorsitzende der katholischen Erziehungshilfe in Bayern, Michael Eibl. Er wurde ebenso wie seine Vorstandskollegen Markus Mayer, 1. stellvertretender Vorsitzender, und Joachim Nummer, 2. stellvertretender Vorsitzender im Amt bestätigt. „Ein großer Vertrauensbeweis für deren erfolgreiche Vorstandsarbeit“, freut sich LVkE-Geschäftsführerin Petra Rummel.

Plädoyer für die Rechte der Kinder und soziale Gerechtigkeit

„Landauf, landab werden Rettungsschirme geschaffen, aber was ist mit der Kinder- und Jugendhilfe, mit denen, die unsere Hilfe am Nötigsten brauchen?“, sensibilisiert Michael Eibl für ein drängendes Thema. „Es ist gut, dass es große Investitionspakete für KITAS gibt, aber die Kinderheime warten seit 2004 auf eine Investitionsförderung. Es ist gut, dass Flüchtlinge aus der Ukraine unsere Hilfen erhalten, aber warum benachteiligen wir Flüchtlinge aus anderen Ländern in dramatischen Notlagen“, stellt er weiter heraus und fordert: „Wir müssen verhindern, dass es Kinder erster und zweiter Klasse gibt!“

Die 153 Einrichtungen des Landesverbandes katholischer Einrichtungen der Erziehungshilfe (LVkE) stellen sich diesen Herausforderungen und engagieren sich mit großem Aufwand in der politischen Lobbyarbeit. Sie wissen, wo Hilfen am dringendsten gebraucht werden und sind gerade in Krisen verlässliche und stabile Partner junger Menschen. „Wir ziehen den Hut vor allen Kolleginnen und Kollegen, dies seit zweieinhalb Jahren unter Pandemiebedingungen Unglaubliches leisten, von der Beratungsstelle bis zur therapeutischen Einrichtung! Mit hohem Einsatz und Sensibilität haben sie die Geschichte der ehemaligen Heimkinder aufgearbeitet, haben moderne Schutzkonzepte entwickelt und setzen sich seit Jahren mit ganzer Kraft für die Rechte von Kindern ein“, macht Eibl deutlich. Deshalb habe der LVkE für seine 100-Jahr-Feier in 2021 auch das Motto „Fragt doch mal uns!“ gewählt – als Aufforderung an die eigenen Experten und an die Gesellschaft, mehr auf die Stimmen der Kinder zu hören.

Fachlichkeit und Spiritualität

Diese Themen zogen sich wie ein roter Faden durch die Mitgliederversammlung zur Neuwahl des LVkE-Vorstands. Anja Sauerer, Leiterin des Antonia-Werr-Zentrums in St. Ludwig griff es in ihrem Impulsvortrag „Die Bedeutung und Wichtigkeit von Spiritualität in einer traumasensiblen Pädagogik“ auf. Spiritualität könne besonders in der Traumapädagogik eine schützende und heilende Kraft entfalten. Sie helfe Betroffenen, sich wieder mit sich selbst und der Umwelt zu verbinden und das Gefühl zu bekommen, geliebt zu werden. Eine professionelle Haltung, die sowohl die Expertenschaft junger Menschen respektiert, als auch einen Prozess der Selbstbildung und Selbstreflexion zulässt, unterstütze dies. „Welches Du bieten wir den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen an? Wie können wir unsere Einrichtungen gestalten und Raum für diese Art der Auseinandersetzung schaffen?“ – zentrale Fragen der traumasensiblen Pädagogik. Dem LVkE und seinen Mitgliedseinrichtungen empfahl Anja Sauerer überdies, Spiritualität wesentlich stärker mit der fachpolitischen Lobbyarbeit zu verbinden und dadurch die eigene Haltung zu stärken.

Dank an Mitglieder im LVkE

Sie sind eine starke Gemeinschaft und gut vernetzt, sie liefern zuverlässig und engagiert Zahlen, Fakten und Impulse, mit denen der LVkE die wichtige Lobbyarbeit begünstigen und untermauern kann. Das stellte LVkE-Geschäftsführerin Petra Rummel heraus und konstatierte: „Die Arbeit des LVkE war nur zusammen mit den Mitgliedern, den Gremien und den kirchlichen Einrichtungen möglich – vielen Dank dafür!“

Den spirituellen Faden der Veranstaltung griffen auch die LVkE-Vorstandsmitglieder Johannes Ebertseder und Emil Hartmann auf, als sie die Ergebnisse des verbandsinternen Arbeitskreises „Christliches Profil und Wertehaltung“ vorstellten. Dieser hatte sich in vielen intensiven Sitzungen mit der theologischen Positionierung des Landesverbands auseinandergesetzt und wichtige Impulse und Leitsätze entwickelt, die laut Hartmann unter anderem die Fragestellung beinhalten, mit welcher Haltung der LVkE und seine Einrichtungen jungen Menschen unter christlichen Blickpunkten begegnen könne, trotz oder gerade im Kontext der aktuellen Kirchenkrise. Diese Gedanken werden zeitnah auf Impulskarten zusammengefasst und den Mitgliedseinrichtungen für die weitere praktische Arbeit zur Verfügung gestellt.

Text: LVkE/ mk
Titelbild: stock.adobe.com (c) Lydia Geissler

KJF-Direktor Michael Eibl

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