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Zur Neuigkeit
Kirchen danken Notfallseelsorgern
Hilfe für 32.000 Menschen
Erfurt / Regensburg, 18. Juni 2026
Aus Anlass des 21. Ökumenischen Bundeskongresses Notfallseelsorge und Krisenintervention in Erfurt haben die die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) den vielen Menschen gedankt, die sich bundesweit in der Notfallseelsorge engagieren. Allein im Jahr 2025 wurden rund 32.000 Einsätze durchgeführt – durchschnittlich mehr als 80 pro Tag. Mehrere Tausend Ehrenamtliche sowie hauptamtlich Mitarbeitende begleiten tagaus, tagein Betroffene nach schweren Unfällen, plötzlichen Todesfällen, Naturkatastrophen und anderen belastenden Ereignissen.
Weihbischof Dr. Reinhard Hauke, in der Deutschen Bischofskonferenz für die Notfallseelsorge zuständig, betont: „Notfallseelsorge zeigt Kirche in einer ihrer wichtigsten Aufgaben: Menschen in existenziellen Krisen beizustehen. Besonders dankbar sind wir für die vielen Ehrenamtlichen, die sich für diesen Dienst qualifizieren lassen und ihn mit großer Verlässlichkeit ausüben.“ Es sei gut, wenn es Menschen gebe, die anderen bei der Bewältigung von Krisen helfen. Dabei gehe es immer um konkrete Menschen mit ihrer konkreten Bedrängnis: „Notfallseelsorgerinnen und –seelsorger, die an die Gegenwart Gottes in der Not glauben, werden vielleicht und hoffentlich den Mut aufbringen, von ihrer persönlichen Hoffnung zu sprechen, ohne den Betroffenen etwas überstülpen zu wollen. Mit diesem Zeugnis laden wir ein, eine Hoffnung zu haben. Diese Hoffnung ist ein Schatz, den uns niemand nehmen kann und der leuchten soll.“
Die Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs, würdigt den Dienst der Haupt- und Ehrenamtlichen in der Notfallseelsorge: „Ich stehe bewundernd davor, mit welchem Mitgefühl und welcher Professionalität zugleich die Notfallseelsorgenden diesen brachialen Schmerz von Menschen mit aushalten, für die von einem Moment auf den anderen die Welt zusammenbricht. Und wie sehr die Notfallseelsorge, die flächendeckend in Deutschland präsent ist, auch zu einer gesellschaftlichen Resilienz beiträgt. So, dass Krisen und Ängste uns nicht überwältigen, sondern überwunden werden können. Denn sie vermittelt Menschen in ihrer Fassungslosigkeit: Du bist nicht allein. Du musst da nicht allein durch. Danke für all Ihre Kraft und Zeit, danke für Ihre Empathie und die feine Intuition, mit der Sie erkennen, wann ein Wort trägt und wann Schweigen die größere Hilfe ist.“
Der 21. Ökumenische Bundeskongress Notfallseelsorge und Krisenintervention fand vom 17. bis 19. Juni 2026 im Evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt statt. Veranstaltet wurde er im Auftrag der Konferenz Evangelische Notfallseelsorge in der EKD und der Bundeskonferenz Katholische Notfallseelsorge. Rund 300 Fachleute aus Kirche, Psychosozialer Notfallversorgung, Wissenschaft und Praxis berieten sich im Evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt über die Zukunft der Notfallseelsorge. Unter dem Leitwort „Alles bleibt anders. Resilienzen neu denken“ stehen Fragen der Krisenbewältigung, gesellschaftlichen Resilienz und der Begleitung von Menschen in Ausnahmesituationen im Mittelpunkt.
„Betroffene brauchen keine schnellen Antworten, sondern Präsenz, Ruhe. Wichtig ist ein Gegenüber, das ihre Not aushält und hilft, erste Schritte in ein völlig verändertes Leben zu gehen. Genau darin liegt die besondere Stärke der Notfallseelsorge“, erklären die Vorsitzenden der katholischen und evangelischen Fachkonferenzen, Diakon Stephan Koch und Kirchenrat Dirk Wollenweber. Die Notfallseelsorge ist Teil der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) in Deutschland. Sie arbeitet eng mit Rettungsdiensten, Polizei, Feuerwehren und weiteren Hilfsorganisationen zusammen. Die ökumenische Zusammenarbeit von evangelischer und katholischer Kirche prägt den Dienst seit vielen Jahren und gewährleistet ein flächendeckendes Angebot für Menschen in akuten Krisensituationen.
Text: DBK / Matthias Kopp
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