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Kerzensegnung am Tag der Darstellung des Herrn

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Das Hochfest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess) begann in der Stiftskirche St. Johann. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer vollzog hier eine feierliche Kerzensegnung. Ministrant Vinzenz Bückert aus Cham brachte dem Bischof den Weihwasserkessel. Vinzenz hatte vor sieben Monaten seinen Vater verloren und hatte an den Bischof einen Brief geschrieben. Bischof Rudolf lud ihn daraufhin ein, ihm als Ministrant am Hochfest der Darstellung des Herrn dienen zu dürfen. Die Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß gestalteten die Segnung musikalisch, ehe der Bischof, Weihbischof Dr. Josef Graf, Generalvikar Michael Fuchs und weitere Geistliche in einem Kirchenzug zum Hohen Dom St. Peter gingen und dort durch das Südportal einzogen.

Einige Hundert Gläubige hatten sich zum Hochfest der Darstellung des Herrn in der Kathedrale versammelt. In seiner Predigt ging der Bischof auf die Botschaft des Evangeliums ein. 40 Tage nach Weihnachten hätten Josef und Maria das Jesuskind in den Tempel zu Jerusalem gebracht, um es dort "darzustellen". Die Liturgie gebe diesem Fest einen so hohen Rang, sagte der Bischof, dass dies sogar den Sonntag überstrahle. Dort im Tempel von Jerusalem hätten Jesus Eltern zwei Rituale vollzogen, zum einen die Auslösung des Erstgeborenen und zum anderen das Reinigungsritual, das Maria 40 Tage nach der Niederkunft vollzog. Reinigung bedeute in diesem Zusammenhang nicht, dass die Mutter befleckt sei, sagte der Bischof, sondern es gehe um ein Zeichen der Ehrfurcht vor dem Leben, in dem sich die Schöpfermacht Gottes zeige.

 

Licht begleitet Christen das ganze Leben lang

Diese Rituale seien aber nicht das Entscheidende an diesem Hochfest, erklärte der Bischof. Vielmehr gäben sie nur den Rahmen ab für die zentrale Botschaft, die Christus als den von Gott gesandten Retter der Welt bezeichne. Maria und Josef hätten diese Rituale auch in Nazareth vollziehen können, doch es sei von großer Bedeutung gewesen, diese im Tempel von Jerusalem zu vollziehen, denn dies sei das Ziel und der Raum, in dem sich bedeutende Begegnungen vollzögen. Hier erfüllten sich Prophezeiungen in der Begegnung mit den Greisen Simeon und Hanna, die in ihm den Heilsbringer erkannten, auf den sie schon so lange gewartet hatten.

Bischof Rudolf erklärte die Symbolik des Lichts in diesem Zusammenhang: "Jesus ist das Licht zur Erleuchtung der Heidenwelt". Das Licht begleite den Christen während seines ganzen Lebens, beginnend bei der Taufkerze, Adventskranz, Weihnachtsbaum, Kommunionkerze, Hochzeitskerze und Sterbelichter. Das Licht, das Christus symbolisiere, gebe in tiefster Nacht Hoffnung. "Christus hat das Licht gebracht in die Dunkelheit des Todes", sagte der Bischof. Er schloss seine Predigt mit den Worten: "Bitten wir den Herrn, dass er dieses Licht in unseren Herzen brennen lasse, dass er dieses Licht auf dem Antlitz der Kirche widerstrahlen lasse und dass wir uns nicht durch innerkirchliche Debatten davon abbringen lassen, dieses Licht hinauszutragen, dass wir dieses Licht nicht unter den Scheffel stellen , sondern dass es uns mit tiefer Freude im Herzen erfülle, denn nur so können wir den Grundauftrag , der von diesem Fest ausgeht, erfüllen, nämlich das Licht hineinstrahlen zu lassen in die Welt, das Evangelium auch in unseren Tagen neu zu verkünden, das Licht, die Glut, das Feuer des Evangeliums auch in denen aufflackern zu lassen, die von Jesus Christus noch nichts wissen oder die es in sich haben verkümmern lassen. Christus ist das Licht der Welt. Er begleitet uns auf den kommenden Tagen, Wochen und Monaten unseres Lebensweges und auf dem Wege der Kirche."