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Zur Neuigkeit
Kardinal Graf Galen: 80 Todestag
Widerstand gegen Hitlers T4-Mordbefehl
Münster / Regensburg, 22. März 2026
Am 22. März 1946 starb der „Löwe von Münster“, den die New York Times 1942 als „den hartnäckigsten Gegner des Nationalsozialismus“ bezeichnet hatte. In drei Predigten, die von geistlicher Stärke und dem zutiefst verinnerlichten katholischen Menschenbild durchdrungen sind, gab Clemens August Graf von Galen 1941 den entscheidenden Anstoß dafür, dass die nationalsozialistische Diktator Hitler das willkürliche und systematische Morden unschuldiger Menschen um einer ihnen angeborenen Einschränkung willenstoppte. Seine Korrespondenz mit Pius XII., der ihn nach Ende der NS-Gewaltherrschaft zum Kardinal ernannte, enthält viele aktuelle Anknüpfungspunkte.
Von Galen wurde zum Epizentrum jenes „anderen Deutschlands“. Unterstützt und ermutigt von Papst Pius XII., widersetzte er sich offen Hitler und dem Kult um Blut und Rasse. In seinem Dom erhob er seine Stimme, um die Verbrechen des Nazismus zu entlarven. Er erklärte öffentlich, keine „Volksgemeinschaft mit jenen zu wollen, welche die Menschenwürde mit Füßen treten“.
Seine wohl wichtigste Äußerung war dem Einsatz für die Schwächsten gewidmet: In seinen berühmten Predigten entlarvte und verurteilte er mit Nachdruck das NS-Projekt T4 zur Eliminierung „lebensunwerten Lebens“. Diese Predigten waren so wirkungsvoll, dass sie ihm den Beinamen „Löwe von Münster“ einbrachten. Hitler tat den ubheiligen Schwur, nach dem Krieg mit von Galen „bis auf den letzten Pfennig abzurechnen“. Was seinen sicheren Tod bedeutet hätte, den unbeugsamen Oberhirten von Münster aber mitnichten anfocht. Ganz anders die Gegner der Nazis: Die britische Royal Air Force warf die Texte seiner Predigten in massenhafter Auflage über Berlin ab, und die internationale jüdische Gemeinschaft zollte ihm hohe Anerkennung.
Die Korrespondenz mit Pius XII.
Archivfunde belegen die enge Abstimmung zwischen von Galen und Papst Pius XII., den er noch als Kardnal Paclli kennengelernt hatte. Neu erschlossene Briefe zeigen indessen eine neue, tragische Facette. Am 4. November 1943 schrieb der Bischof an den Papst und beklagte die Not seiner Gläubigen, äußerte Bestürzung über den Zustand Münsters. Ihn quälte zuerst das Leid der Bevölkerung, so wie ihn auch der Mord an Unschuldigen umgetrieben hatte. Er war zutiefst traurig angesichts die Zerstörung von zweihundert Kirchen seiner Diözese. Er konnte, wie der Priester Theodor Holling später aussagte, nie verstehen, warum die Alliierten den Dom zum Ziel ihrer Bombardements gemacht hatten.
Was Hitler nicht gelang, vollendete die Strategie des „Moral Bombing“. Unter diesem von Churchill geprägten Begriff sollte der Widerstandswille der Deutschen durch die systematische Zerstörung ihrer Städte gebrochen werden. Münster wurde im Jahr 1943 allein von 49 Luftangriffen getroffen. Bis zum Kriegsende folgten weitere 53. Am schwersten wogen die Angriffe vom 30. September und 22. Oktober 1944, als 5.000 Sprengbomben und 200.000 Brandbomben auf die Stadt mit damals nur 66.000 Einwohnern niedergingen.
Nach dem Ende des NS-Regimes, am 18 Februar 1946, als auch er selbst im Vatikan wieder Handlungsfreiheit hatte, ernannte Papst Pius XII. den mutigen Kardinal Graf Galen, der ohne Ansehen seiner Person und unter bewusster Inkaufnahme direkter Lebensgefahr für das Leben und gegen den Tod gepredigt hatte, also gegen den schändlichen Mord an Menschen mit Einschränkungen, zum Kardinal. Unter großer Anteilnahme der Münsteraner Bevölkerung zog Kardinal von Galen im März 1946 in seine Bischofsstadt Münster ein. Er predigte unter freiem Himmel vor 50.000 Menschen in seiner vom Kreig so schwer zerstörten Stadt, gab den Verzweifelten Hoffnung. Wenige Tage später starb er unter tragischen Umständen: Ein Blinddarmdurchbruch war zu spät erkannt worden. Am 9. Oktober 2005 wurde er um seines Einsatzes für das Leben und gegen Hitlers Mordbefehl willen in Rom durch Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.
Text: Vatican News / Sebastian Sigler

Weitere Infos
Unser obiges Bild zeigt den Dom in Münster, die Bischofskirche des Kardinals Graf Galen, nach dem Wiederaufbau, der ab den 1950er Jahren Schritt für Schritt erfolgte, sowie eines der bekanntesten Porträtbilder.




