Kinder stapeln Bauklötze auf einem flauschigen Teppich

KAB beteiligt sich an Aktion „Wimpel für Wandel“

Kita-Gesetzesreform unzureichend


München, 17. Juni 2026

Für weiterhin unzureichend halten die Initiatoren der Aktion „Wimpel für Wandel“ den Reformkurs der Bayerischen Staatsregierung bei den Kindertagesstätten. Nach monatelangem Protest und insgesamt 11.518 eingesandten Wimpeln startet die Aktion deshalb nun in ihre dritte Runde – erstmals vollständig digital.

Unter dem Motto „Jeder Wimpel zählt! Digital!“ rufen die KAB Bayern, der Verband Kita-Fachkräfte Bayern, die KEG Bayern, die GEW Bayern, ver.di Bayern und erstmals auch der Landeselternbeirat Bayern zum Mitmachen auf. Kita-Beschäftigte, Eltern, Großeltern, Kinder sowie alle engagierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, ihre selbst gestalteten Protestwimpel über die Sozialen Medien zu teilen und sich so für bessere Bedingungen in Bayerns Kitas stark zu machen. Die neue digitale Aktionsphase soll deutlich machen, dass der Protest weitergeht – auch über die Verabschiedung des neuen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes BayKiBiG hinaus. Diese ist noch vor der Sommerpause geplant.

„Die Politik hört uns. Wir hatten gute Gespräche mit der Sozialministerin und dem Leiter der Staatskanzlei, aber die Verantwortlichen handeln nicht konsequent genug“, erklärt Sibylle Schuster, Leiterin der Facharbeitsgruppe Kindertagesstätten (AG Kita) der KAB Bayern. „Nach großem öffentlichen Druck, auch durch unsere Aktionen, gibt es zwar positive Ansätze im geplanten Gesetz. Die grundlegenden Probleme bei Finanzierung, Personalausstattung, Fachlichkeit und Qualität müssen aber erst noch gelöst und steigende Elternbeiträge vermieden werden.“

„Als KEG Bayern beteiligen wir uns erneut an der Aktion ‚Wimpel für Wandel‘, weil gute Bildung von Anfang an bessere Rahmenbedingungen für Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte braucht“, erklärt Martin Goppel, Landesvorsitzender der KEG Bayern. „Wir erwarten, dass den vielen bekannten Herausforderungen in den Kitas endlich konkrete politische Maßnahmen folgen – von einer besseren Personalausstattung bis hin zu einer nachhaltigen Finanzierung. Nur so kann frühkindliche Bildung ihrem hohen gesellschaftlichen Auftrag gerecht werden.“

„Unsere Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen haben schon lange Entlastung verdient, doch die Staatsregierung lässt die Chance für eine wirkungsvolle Fachkraft-Kind-Relation liegen“, erklärt Mario Gembus, zuständiger Gewerkschaftssekretär für den Bereich Erziehung, Bildung, Soziale Arbeit bei ver.di Bayern. „Es braucht also weiterhin öffentlichen Druck auf die Sozialministerin, deshalb unterstützt ver.di die Aktion.“

„In den Kindertageseinrichtungen erleben Kinder, Eltern und Fachkräfte jeden Tag, dass die Qualität der Bildung, Betreuung und Erziehung nicht in dem Maße umgesetzt werden kann, wie es notwendig wäre“, erklärt Veronika Lindner, Verbandsreferentin des Verbands Kita-Fachkräfte Bayern. „Die vorgelegte Gesetzesreform greift zu kurz, weil sie die entscheidenden Herausforderungen der Praxis nicht löst: einen besseren Personalschlüssel und kleinere Gruppen. Deshalb machen wir weiter. Wir machen sichtbar, dass es mehr braucht – für die Zukunft unserer Gesellschaft.“ 

„Für Eltern in Bayern ist eine verlässliche, qualitativ hochwertige und bezahlbare Betreuung ihrer Kinder von zentraler Bedeutung“, erklärt Monika Golling, Vorsitzende des Landeselternbeirats Bayern. „Gleichzeitig muss jedes Kind – unabhängig von seiner Herkunftsfamilie – im frühkindlichen Bildungssystem die gleichen Chancen auf Bildung, Förderung und Entwicklung erhalten. Dafür braucht es starke Einrichtungen, die sich auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können, statt um ihre finanzielle Existenz zu kämpfen.“ 

„Die Zukunft von Bildung und Gesellschaft braucht starke Stimmen“, erklärt Hilger Uhlenbrock, stellv. Landesvorsitzender der GEW Bayern. „Deshalb unterstützt die GEW Bayern die Fortsetzung der Aktion ‚Wimpel für Wandel‘. Mit euren Wimpeln setzt ihr ein sichtbares Zeichen für gute Bildung, faire Arbeitsbedingungen und gelebte Demokratie. Gestalten, Teilen, sichtbar machen! Gemeinsam zeigen wir: Wandel gelingt, wenn wir ihn gemeinsam gestalten. 

So geht’s: Infos zur Teilnahme

Die Teilnahme ist einfach: Interessierte gestalten einen oder mehrere Wimpel, fotografieren oder filmen ihren Beitrag mit dem Smartphone und veröffentlichen ihn auf Instagram oder Facebook unter dem Hashtag #WimpelFuerWandel. Fotos und Videos können zur Veröffentlichung auch per WhatsApp an die Organisatoren gesendet werden. Weitere Informationen und Vorlagen zur Aktion bei der KAB München.


Text: Christian Ziegltrum/ KAB Diözesanverband München und Freising

(kw)

Weitere Infos

Hintergrund

Die Aktion „Wimpel für Wandel“ wurde 2025 von der KAB München und Freising und dem Verband Kita-Fachkräfte Bayern ins Leben gerufen. Ziel ist es, bessere Arbeitsbedingungen für Kita-Beschäftigte, eine höhere Qualität in der frühkindlichen Bildung, eine verlässliche Betreuung sowie eine nachhaltige Finanzierung der Kindertagesstätten in ganz Bayern einzufordern. Inzwischen wird die Aktion von einem breiten Bündnis aus sechs Organisationen auf Bayernebene getragen. In den ersten beiden Aktionsrunden hatten Kita-Beschäftigte, Eltern und Unterstützer:innen aus ganz Bayern bereits 11.518 bunt gestaltete Protestwimpel eingesandt. Diese wurden symbolisch an Sozialministerin Ulrike Scharf und Staatskanzleichef Dr. Florian Herrmann übergeben.



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