Gruppfenfoto mit Bischof

JUGEND 2000 im Gespräch mit Bischof Rudolf Voderholzer

Glauben vertiefen, Kirche mitgestalten, Brücken bauen


Regensburg, den 30. April 2026 

Drei Vertreter der JUGEND 2000 haben sich am 29. April im Bischöflichen Ordinariat mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer getroffen. Im Mittelpunkt standen die Aktivitäten des vergangenen Jahres, der Ausblick auf kommende Projekte sowie vier geistliche und pastorale Schwerpunkte für die weitere Arbeit der katholischen Jugendbewegung.

Drei Vertreter der JUGEND 2000 haben sich am 29. April im Bischöflichen Ordinariat mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer getroffen. Dabei informierten sie den Regensburger Oberhirten über die Aktivitäten des vergangenen Jahres und gaben einen Ausblick auf die kommenden Monate. Auch die personelle Neuaufstellung der Bewegung wurde vorgestellt: Neu in der Leitung sind Johannes Zech als 1. Leiter und Joachim Ludsteck als 2. Leiter. An dem Gespräch nahm außerdem Pater Dominikus Hartmann CP, als geistlicher Beistand, teil.

Bischof Rudolf Voderholzer dankte den Verantwortlichen für ihr Engagement und ermutigte die jungen Menschen, ihre Arbeit auch künftig mit geistlicher Tiefe, kirchlicher Verbundenheit und missionarischer Offenheit fortzuführen. Für das kommende Jahr schlug er der JUGEND 2000 vier Themenkreise vor, die für die weitere Arbeit besondere Bedeutung gewinnen.

Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. neu entdecken

Mit Blick auf das Jahr 2027, in dem der 100. Geburtstag von Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. begangen wird, regte Bischof Voderholzer an, sich intensiver mit der Theologie und dem Denken des großen bayerischen Theologen auseinanderzusetzen. Gerade junge Menschen könnten aus dem Werk Ratzingers wichtige Impulse für ihren Glauben, für die geistige Durchdringung der Kirche und für das eigene Zeugnis in der Welt gewinnen. Der Bischof legte unter anderem Lektürekreise sowie eine engere Zusammenarbeit mit dem Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg nahe. Die Leitung der JUGEND 2000 berichtete in diesem Zusammenhang, dass eine junge Frau aus den Reihen der Bewegung durch die Lektüre von Ratzingers „Einführung in das Christentum“ katholisch geworden sei.

Neue Glaubensstärke und wachsende Taufzahlen wahrnehmen

Als zweiten Schwerpunkt nannte Bischof Voderholzer die weltweit wachsende Zahl von Taufen und die Frage, was junge Menschen heute neu zum Glauben führt. Die JUGEND 2000 sei eingeladen, diese Entwicklung aufmerksam wahrzunehmen, geistlich zu deuten und daraus Impulse für ihre eigene Arbeit zu gewinnen. Gerade eine Jugendbewegung, die junge Menschen zu Gebet, Glaubensvertiefung und Gemeinschaft führt, hat hier eine besondere Aufgabe: Sie begleitet diesen neuen Aufbruch im Glauben und macht ihn sichtbar.

Synodalität als geistlichen Weg verstehen

Ein dritter Themenkreis galt der Synodalität. Bischof Voderholzer ermutigte die JUGEND 2000, Synodalität nicht zuerst als Strukturfrage, sondern als geistlichen Weg zu verstehen: als gemeinsames Hören, Unterscheiden und Gehen in der Kirche. Dabei gehe es nicht um kirchliche Selbstbespiegelung oder bloße Abgrenzung, sondern um einen gemeinsamen Weg aller Glieder der Kirche im Blick auf die pastorale Entwicklung. Gerade im Zusammenhang mit der Pastoralen Entwicklung 2034 sei es wichtig, dass junge Christinnen und Christen ihre Erfahrungen, ihre geistliche Prägung und ihren Blick auf die Zukunft der Kirche einbringen.

Kirche auf allen Ebenen leben und Brücken bauen

Als vierten Schwerpunkt wünschte sich Bischof Voderholzer, dass die JUGEND 2000 ihren Blick zugleich auf die Weltkirche, das Bistum Regensburg und die konkreten Pfarreien richtet. Christlicher Glaube braucht persönliche Heimat, wächst aber zugleich über den eigenen Ort hinaus. Es sei wichtig zu wissen, woher man komme und wo man geistlich verwurzelt sei; zugleich müsse dieser persönliche Glaubensraum in den größeren Zusammenhang der katholischen Kirche gestellt werden. Die JUGEND 2000 habe hier die Aufgabe, Brücken zu bauen: zwischen jungen Menschen und Pfarreien, zwischen geistlicher Vertiefung und kirchlichem Engagement, zwischen dem Bistum und der weltkirchlichen Dimension des Glaubens.

Getragen wird die Arbeit der JUGEND 2000 von mehr als 100 freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich in Organisation, Gebet, Musik, Technik, Katechese und persönlicher Begleitung engagieren. Wie groß die Resonanz ist, zeigen besonders die überregionalen Veranstaltungen: Zu Formaten wie „Nightfever“ oder dem „Prayerfestival“ kommen nach Angaben der Bewegung regelmäßig zwischen 1.100 und 1.500 junge Menschen zusammen. Damit gehört JUGEND 2000 zu jenen katholischen Jugendbewegungen, die Glauben nicht nur erklären, sondern in Gebet, Gemeinschaft und gelebter Begegnung erfahrbar machen.

Text und Foto: Stefan Groß
(chb)
 



Nachrichten