News Bild Joseph Ratzinger-Papst Benedikt XVI.-Gastprofessur 2017: Prof. Christoph Markschies (Humboldt-Universität Berlin) zu Gast an der Uni Regensburg

Joseph Ratzinger-Papst Benedikt XVI.-Gastprofessur 2017: Prof. Christoph Markschies (Humboldt-Universität Berlin) zu Gast an der Uni Regensburg

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Er ist ein renommierter Experte für das Urchristentum und die Kirchenväter – und als erster evangelischer Theologe übernimmt Christoph Markschies im Sommersemester 2017 die Papst Benedikt XVI.-Gastprofessur an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg. Seit 2004 hat Markschies den Lehrstuhl für Ältere Kirchengeschichte (Patristik) an der Humboldt-Universität zu Berlin inne. Der ehemalige Präsident der Berliner Humboldt-Universität und jetzige Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hat für seine Forschungsarbeit zahlreiche Preise, darunter den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie mehrere Ehrendoktorwürden, zuletzt Anfang dieses Jahres an der Päpstlichen Lateran-Universität in Rom, erhalten. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er durch seine Bücher über die „Gnosis“ und „Gottes Körper“ bekannt.

Die Gastprofessur beruht auf einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung und der Universität Regensburg. Seit dem Jahr 2012 wird sie einmal jährlich an eine international renommierte Forscherpersönlichkeit vergeben. Bisherige Inhaber der Professur waren unter anderem der Soziologe Hans Joas, der Kunsthistoriker François Boespflug, der Judaist Günter Stemberger und die Islamwissenschaftlerin Angelika Neuwirth.

In sechs Vorträgen befasst sich Christoph Markschies mit der Bedeutung der Geschichte für die christliche Religion und Theologie. Wie man Geschichte schreiben soll, ist nicht nur in der Geschichtswissenschaft umstritten. Auch in der Theologie war zu allen Zeiten kontrovers, wie Geschichtsschreibung aussehen soll. Gibt es in der Theologie ein anderes Verständnis von „Geschichte“ als in anderen Wissenschaftsdisziplinen? Oder müssen auch die Theologen Geschichte schreiben, „als ob es Gott nicht gäbe“?

Vom 4. bis zum 14. Juli können Sie folgende öffentliche Vorlesungen von Prof. Markschies besuchen und hören:

Öffentliche Vorlesungen: „Wie theologisch ist die Kirchengeschichte? – Exkursionen in die Geschichte und Gegenwart einer Disziplin“

 

1)      Wie theologisch ist die Kirchengeschichte? Antworten aus der (christlichen) Antike

Di 04. Juli, 16–18 Uhr, H 24

 

2)      Festvortrag

Ökumenische Kirchengeschichte? Anmerkungen zu einem Projekt im Reformationsjahr

Mi 5. Juli, 16.30 Uhr, H 4

 

3)      Wie theologisch ist die Kirchengeschichte? Antworten aus dem 19. und 20. Jahrhundert

Do 06. Juli, 16–18 Uhr, H 24

 

4)      Ein Programm für eine theologische Kirchengeschichte

Mi 12. Juli, 16–18 Uhr, H 24

 

5)      Zwei Beispiele für die Durchführung  des Programms

Do 13. Juli, 16–18 Uhr, H 4

 

6)      Theologie zwischen Geschichte, Erinnerung und Gegenwartsreflexion

Workshop, Fr 14. Juli, 9–13 Uhr, Großer Sitzungssaal PT 3.0.79

 

Zur Person: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies

Christoph Markschies, geboren 1962 in Berlin, studierte Evangelische Theologie, klassische Philologie und Philosophie in Marburg, Jerusalem, München und Tübingen, wurde 1991 promoviert zum Dr. theol., habilitierte sich 1994 und ist nach Professuren in Jena (1994–2000) und Heidelberg (2000–2004) seit 2004 Professor für Ältere Kirchengeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin. Von 2006–2010 war er Präsident dieser Universität, seit 2012 ist er Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

2001 wurde er mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2010 mit dem Theologischen Preis der Salzburger Hochschulwochen ausgezeichnet. Christoph Markschies erhielt Ehrendoktorwürden der Fakultät für Orthodoxe Theologie der Lucian-Blaga-Universität Sibiu/Hermannstadt (2007), der Theologischen Fakultät der Universität Oslo (2011) sowie der Päpstlichen Lateran-Universität Rom und des Patristischen Forschungsinstituts Augustinianum (2017).

Christoph Markschies‘ Forschungsschwerpunkt im Bereich Antikes Christentum liegt auf der Geistes- und Ideengeschichte (Geschichte der Trinitätstheologie), den marginalisierten Bewegungen der Mehrheitskirche (sogenannte Gnosis und Montanismus), und der Transformation der (platonischen) Philosophie in der christlichen Theologie und der Körpergeschichte des antiken Christentums im Kontext anderer Religionen und Bewegungen. Zudem beschäftigt er sich mit der Wissenschaftsgeschichte seiner Disziplin.