News Bild „Jeder kann heilig sein“ - Papst Benedikt XVI. begrüßt Regensburger Künstler

„Jeder kann heilig sein“ - Papst Benedikt XVI. begrüßt Regensburger Künstler

Home / News

(pdr) Papst Benedikt XVI. hat bei der Generalaudienz am Mittwoch eine Gruppe Künstler und Mitarbeiter des Diözesanmuseums aus dem Bistum Regensburg empfangen. Im Auftrag von Bischof Gerhard Ludwig Müller überreichten Dr. Herrmann Reidel, Alfred Böschl und Helmut Langhammer dem Heiligen Vater den Austellungskatalog zu „Veritas et Vita est Ars“. Am Abend zuvor hatte Müller zusammen mit dem vatikanischen Kulturminister Kardinal Gianfranco Ravasi die Ausstellung zeitgenössischer sakraler Kunst aus der Oberpfalz eröffnet. 13 Künstler zeigen in der Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri an der Piazza della Repubblica insgesamt 31 Werke.

Papst Benedikt nahm mit großer Dankbarkeit die Glückwünsche und den Katalog aus Regensburg anlässlich seiner Wahl zum Papst vor sechs Jahren entgegen. Er selbst war es, der noch in seiner Zeit als Kardinal Kirche und Künstler aufgefordert hatte, in einen neuen Dialog zu treten. In seiner Predigt auf dem Petersplatz nahm der Papst Bezug zu einem Paulusbrief und ermunterte die Anwesenden den Weg aufeinander zu mutig weiterzugehen. Das Heilige sei nichts anderes als die Liebe zu Gott und den Menschen: „Jeder kann heilig sein.“
Das Motto der Ausstellung „Veritas et Vita est Ars“ (Wahrheit und Leben ergibt Kunst) wurde von dem renommierten Kunsthistoriker an der römischen Gregoriana und Jesuitenpater Professor Dr. Heinrich Pfeiffer erarbeitet. Sakrale Kunst sei eine „andere Kommunion“ erklärte Pfeiffer. So wie der Gläubige durch die Hostie bildhaft Anteil am Leben und Leid Jesu habe, nehme der Betrachter über das Kunstwerk Anteil am inneren Leben des Künstlers.

Bischof Müller will die Ausstellung auch als wortgetreue Umsetzung des im Zweiten Vatikanischen Konzil beschlossenen Verhältnisses zwischen der katholischen Kirche und der Kunst verstanden wissen und zitierte: „Die Künstler mögen sich immerdar bewusst sein, dass es um ein Stück Gottesnachahmung geht.“ Die gestalterische Freiheit des sakralen Kunstschaffenden stehe im Dienst der Kirche, jedoch nicht als Untergebener, sondern als gleichberechtigter Partner in einem gemeinsamen Streben.
Kardinal Ravasi erläuterte zum theologischen Hintergrund, dass die Vorstellungen des Menschen vom Schönen und vom Göttlichen inhaltlich verwandt seien. Somit sei ein Kunstwerk, das Schönheit darstelle, prinzipiell auch eine Darstellung Gottes. Benedikt XVI. habe in diesem Zusammenhang 2002 und erneut 2009 zum Dialog zwischen Künstlern und Kirche aufgerufen und es freue den Kardinal außerordentlich, dass das päpstliche Heimatbistum dieses Anliegen mit einer eigens hierfür anberaumten Ausstellung ehre.

Der Leiter des Regensburger Bistumsmuseums, Dr. Herrmann Reidel, zeigte sich beeindruckt von dem großen öffentlichen Interesse, auf das die Ausstellung bereits zur Eröffnung stieß. Zugleich verwies er in seinem Grußwort auf den Ausstellungskatalog, in dem neben allen Kunstwerken auch sakrale Lyrik des Pfarrers und Schriftstellers Josef Roßmeier zu finden sei.
Unter den Mitgereisten Künstlern befanden sich unter anderem der Vorsitzende des Oberpfälzer Kunst- und Gewerbevereins Alfred Böschl. Er stellte speziell für die 450 Jahre alte Basilika eine Holzplastik in Form überlebensgroßer Engelsflügel her. Die in Regensburg verwurzelte Wahlberlinerin, Künstlerin und junge Mutter Annette Beisenherz zeigt einige sehr moderne Marienbilder. Sie befasst sich hauptsächlich mit der Mutter-Kind-Beziehung und studiert in Berlin die Veränderungen dieses traditionellen Rollenverhaltens.

Info

Der Ausstellungskatalog Veritas et Vita est Ars ist über den Verlag Schnell und Steiner zu beziehen. Die kostenlose Ausstellung findet noch bis zum 15. Mai täglich zu den normalen Öffnungszeiten der Kirche statt.



Grußwort des Bischofs zur Ausstellungseröffnung (deutsch)


Grußwort des Bischofs zur Ausstellungseröffnung (italiensch)



Weitere Informationen gibt es hier.