News Bild „Jeder getaufte und gefirmte Christ hat teil am Hirtenamt Christi“ - Erster Pastoralbesuch führt Bischof Rudolf in die Pfarrei St. Wolfgang in Regensburg

„Jeder getaufte und gefirmte Christ hat teil am Hirtenamt Christi“ - Erster Pastoralbesuch führt Bischof Rudolf in die Pfarrei St. Wolfgang in Regensburg

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Regensburg 21. April 2013 (pdr) Am 4. Sonntag der Osterzeit feiert die katholische Kirche den „Sonntag des Guten Hirten“. Dies war für Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ein willkommener Anlass, den Startschuss für seine Pastoralbesuche in der Diözese Regensburg zu setzen.
Erste Station war hierbei eine der größten Pfarreien der Stadt Regensburg, St. Wolfgang im Stadtteil Kumpfmühl. Hocherfreut darüber, dass der Bischof ihre Pfarrei als eine der ersten zu Beginn seines bischöflichen Wirkens besuchte, bereiteten die Kumpfmühler dem neuen Oberhirten einen überaus herzlichen Empfang. Bei strahlendem Wetter versammelten sich zahlreiche Gläubige, Ministranten, Pfadfinder sowie die Seelsorger der Pfarrei, begleitet vom Bläserensemble Schütz, auf dem Kirchplatz und begrüßten Bischof Rudolf bei seiner Ankunft mit langanhaltendem Applaus. Die Kinder beider Kindergärten der Pfarrei hatten für Bischof Rudolf fleißig Lieder gelernt, und waren sichtlich stolz diese ihrem ganz besonderen Gast vorzutragen. Auch überreichten sie Bischof Rudolf ein selbstgebasteltes Buch, mit Informationen über die Kumpfmühler Pfarrkirche, damit der Bischof „ sich in St. Wolfgang gut zurecht findet“.

„ Wie oft bin ich schon durch Kumpfmühl gefahren, “, so Bischof Rudolf, „ denn St. Wolfgang liegt ja zwischen dem Institut Papst Benedikt und dem ehemaligen Wohnhaus des Papstes in Pentling. Räumlich war ich also schon oft bei Ihnen. Heute aber darf ich endlich mit Ihnen allen, den lebendigen Steinen der Kirche St. Wolfgang zusammenkommen und mit dem Sonntag jetzt die Woche eröffnen, die ganz im Zeichen der Pastoralbesuche und unter dem Motto `Hinein ins Bistum` steht. Ich grüße die Kinder, die Jugendlichen und die erwachsenen Schwester und Brüder und freue mich, dass so viele Mitbrüder im priesterlichen Dienst zur Konzelebration gekommen sind.“, so der Regensburger Oberhirte in seinem Grußwort.

Zu Beginn des feierlichen Pontifikalamts, in der bis auf den letzten Platz besetzten Wolfgangskirche, wandte sich Stadtdekan Prälat Alois Möstl zur Begrüßung an Bischof Rudolf. Und betonte dabei, dass der Bischof der eigentliche Seelsorger einer jeden Pfarrei sei. „Wenn der Bischof in eine Pfarrei kommt, ist dies etwas ganz Besonderes, denn der Bischof ist der eigentliche Pfarrer“, sagt Prälat Alois Möstl. Auch er selbst verrichte lediglich – wie alle anderen Priester der Diözese auch – nur seine Arbeit. In seinem Auftrag und auf seine Entsendung hin. Der große Zuspruch von Gläubigen aus der Pfarrei, so Prälat Möstl, solle dem Bischof das Gefühl geben, "dass er bei uns immer herzlich willkommen ist".

Eingehend auf den heutigen „ Sonntag des guten Hirten“, betonte Bischof Rudolf in seiner Predigt, dass jeder getaufte und gefirmte Christ am Hirtenamt Jesu Christi teilhabe. Die Sehnsucht nach dem wahren und guten Hirten, so der Bischof, erfülle sich in Jesus Christus. In ihm sei die Hirtensorge Gottes Fleisch geworden. Jesus der Gute Hirte, gesandt die Kranken zu heilen, gehe dem Verlorenen nach, bis er es findet. Er, der gute Hirte, mache nicht andere zu Schafen, sondern der Herr selbst lasse sich wie ein Lamm zum Schlachten führen und nehme als das „Lamm Gottes“ die Schuld der Welt auf sich und trage sie ans Kreuz. Durch die Zeiten der Kirchengeschichte übe er seinen Hirtendienst aus durch menschliche Hirten, die er zu allen Zeiten berufe und denen er Anteil gäbe an seinem Hirtendienst. Mit dem Sonntag vom Guten Hirten verbinde sich so seit langem die Sorge und das Gebetsanliegen, den Himmel zu bestürmen und um geistliche Berufungen für die Kirche auch unserer Tage zu beten. Dabei, erklärte Bischof Rudolf, machten wir uns zuerst einmal bewusst, dass jeder getaufte und gefirmte Christ auch am Hirtenamt Christi teilhat. Zum Hirtendienst für andere seien beispielsweise bestellt jeder Vater und jede Mutter, die ihre Kinder nicht nur auf die Weide eines gedeckten Tisches, sondern verantwortungsvoll ins Leben führten und sie teilhaben ließen an ihrem eigenen Glauben und Beten. Auch seien die zahlreichen Jugendgruppenleiterinnen und –leiter, die Verantwortung für andere übernähmen und durch ihr Engagement, ihr Beispiel und ihr Glaubenszeugnis anderen Jugendlichen ein Vorbild im Leben und im Glauben gäben: „Alle getauften und gefirmten Christen haben auf ihre Weise Anteil auch am Hirtendienst und dürfen ihn in der Kraft des Geistes ausüben!“

An Prälat Alois Möstl und alle Pfarreiangehörigen richtete sich Bischof Rudolf Voderholzer mit anerkennenden Worten: „Ich bin mir sehr bewusst, dass die Gebete um Geistliche Berufe, vor allem Priesterberufe, hier in Ihrer Pfarrei schon oft erhört worden sind. Allein heuer werden Sie zwei Primizen feiern dürfen. Aber die beiden sind nicht die ersten, sondern sie reihen sich ein in eine große Schar von Priestern, die aus der Pfarrei St. Wolfgang hervorgegangen sind. Für einen Bischof ist dies ein Grund zu großer Dankbarkeit aber auch Ehrfurcht!“

Mit Blick auf den Heiligenkalender der Kirche verwies der Regensburger Oberhirte auf den Heiligen Anselm und den Heiligen Konrad. Beide seien Persönlichkeiten gewesen, die unterschiedlicher nicht hätten seien können: Anselm, Benediktinerabt und später Erzbischof von Canterbury glänzte als gelehrter Theologe und Schriftsteller. Sein Lebensweg habe ihn von seiner Heimat, dem Aostatal in Norditalien über Frankreich nach England geführt. Er war ein Hirte für sein Kloster, für ein Bistum und durch seine Schriften für die ganze Kirche. Daneben stehe der einfache Kapuzinerbruder Konrad von Altötting, der 40 Jahre lang an der Klosterpforte Dienst tat und den Hirtendienst ausübte, indem für jeden, der anklopfte ein Stück Brot oder zumindest ein aufrichtendes Wort hatte und sich ansonsten in die Betrachtung des Kreuzes als sein Buch vertiefte: „Beider gedenkt die Kirche am 21. April, der heuer auf einen Sonntag fällt. Wir sehen daran, dass es so ganz unterschiedliche Weisen der Nachfolge Jesu gibt, ja man könnte sagen: So viele verschiedene, wie es Menschen gibt“, stellte Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt heraus.

Nach dem feierlichen Pontifikalamt im „Kumpfmühler Dom“, wie die Wolfgangskirche liebevoll von Ortsansässigen genannt wird, traf man sich im Pfarrheim zu einem fröhlichen Beisammensein. Dort hatten die Gläubigen die Gelegenheit, mit Bischof Rudolf ins Gespräch zu kommen. Jeder wollte den neuen Oberhirten begrüßen.. Spontan verlieh Stadtpfarrer Alois Möstl dem Regensburger Oberhirten dann auch schmunzelnd „ Die Ehrenmitgliedschaft von St. Wolfgang“, die Bischof Rudolf sodann gleich annahm.

Viele Pfarreimitglieder freuten sich darüber, dass der Bischof zu jedem von ihnen an den Tisch kam, so auch die 26-jährige Vroni Kuhn, die im Pfarrleben von St. Wolfgang sehr aktiv ist: „ Es war toll, dass man auf dem Kirchplatz und im Pfarrheim auch so viele junge Leute und Familien gesehen hat, die Bischof Rudolf in unserer Pfarrei willkommen geheißen haben. Wir haben ihn im persönlichen Gespräch als sehr herzlichen Bischof kennengelernt.“

Robert Feigl, Mesner in St. Wolfgang, freute sich besonders darüber, dass Bischof Rudolf seine „volksnahe und doch spontane Art beibehalten hat“. „ Er ist uns allen einfach greifbar nah. Und das hat auch heute ganz viel Menschen in St. Wolfgang erreicht. Von alt bis jung, von allen Gruppierungen und Familien“, so der Pfarrmesner. Den feierlichen Pastoralbesuch resümierten die Jugendlichen der Pfarrei dann auch folgendermaßen „ Das Wetter war super, die Stimmung auch, und unser neuer Bischof ist nur einfach cool“. Der Besuch in St. Wolfgang bildete den Auftakt Bischof Dr. Rudolf Voderholzer startete damit die Reihe seiner Pastoralbesuche, die ihn bis zum Oktober in alle acht Regionen im Bistum führen wird



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