News Bild "Ja zum Glauben und zur Kirche sagen" - Bischof Rudolf Voderholzer nimmt 18 Taufbewerber aus dem Bistum in den Bewerberkreis auf

"Ja zum Glauben und zur Kirche sagen" - Bischof Rudolf Voderholzer nimmt 18 Taufbewerber aus dem Bistum in den Bewerberkreis auf

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"Als junger Matrose, in der DDR vor 47 Jahren geboren", so berichtet Norman Kurth aus Plattling, "war es auf den verschiedenen Seereisen sehr beeindruckend zu sehen, wie Menschen auf unterschiedlicher Art und Weise nach dem Sinn des Lebens suchen". Seine erste Reise führte ihn nach Indien und er lernte den Hinduismus, Buddhismus und den Islam kennen, las die Bibel, den Koran und die heiligen Schriften des Hinduismus. Sogar Mutter Theresa begegnete er damals. Als er ein Erinnerungsfoto von ihr machen wollte, war diese davon gar nicht begeistert und forderte ihn auf, lieber mitzuarbeiten. Der üble Geruch auf der Krankenstation hob ihm den Magen, so half er lieber in der Küche mit. "Immer mehr hat sich bei mir dann die Erkenntnis herauskristallisiert, wie viel Liebe das Christentum dem Menschen gibt". Der entscheidende Punkt war dann im Jahre 2011, als er den Jakobsweg ging. "Das war für mich so intensiv und tiefgreifend, das ich auf der Halsschlagader unseres Herrn Gott erfahren habe, das ich mir gesagt habe, da muss ich jetzt hin!"

 

Als sein Sohn dann mit ihm den Jakobsweg gehen wollte stand für Norman Kurth fest: "Ich gehe den Jakobsweg nicht ein zweites Mal und bin nicht selber Mitglied der Kirche". Er lebt heute in Plattling und wird in der Osternacht in St. Elisabeth Straubing Taufe, Firmung und Erstkommunion empfangen. Für Dekan Pfarrer Johannes Plank aus Straubing ist diese Erwachsenentaufe aber nicht die erste, sondern bereits die siebte. Ein älteres Gemeindemitglied verriet ihm bei einer Erwachsenentaufe einmal ganz berührt: "Nun muss ich so alt werden, dass ich einmal erleben darf wie es ist, wenn ein Erwachsener in der Taufe Ja sagt zum Glauben und zur Kirche".

 

"Ihr Zeugnis macht uns das Wirken des hl. Geistes in besonderer Weise deutlich"

Das ist die Glaubensgeschichte des 47-jährigen Wahl-Plattlingers Norman Kurth, einer vor 18 Kandidaten, die am Nachmittag des 1. Fastensonntags in der traditionsreichen Taufkirche St. Johann im Schatten des Regensburger Domes durch Bischof Rudolf Voderholzer offiziell in den Kreis der Taufbewerber aufgenommen wurden. Wer mit offenen Augen durch Oberpfalz und Niederbayern gehe, so der Bischof in seiner Predigt, für den sei der christliche Glaube überall durch Kirchen und Kapellen, Wegkreuze und Heiligenfiguren gegenwärtig. Da habe man den Eindruck, Kirche und Volk seien eins. Wenn dies je so gewesen sei, heute entspreche das nichtmehr der Realität. "Es reicht nicht aus, nur ins gläubige Volk hineingeboren zu werden", so Bischof Rudolf zu den Taufbewerbern, Paten und Katechten, "Christsein hängt von Anfang an mit der Entscheidung Gottes für den Menschen zusammen, mit dem „Angenommensein“ in den Sakramenten und mit dem eigenen Zeugnis für den Glauben und die Kirche". Für dieses Zeugnis dankte der Bischof von ganzem Herzen den zukünftigen Täuflingen. "Ihr Zeugnis macht andere Menschen nachdenklich: Hätte auch ich den Mut, als Erwachsener Ja zum Glauben zu sagen?"

 

Regensburger Taufbewerber aus drei Kontinenten

Nach der Predigt traten die Taufbewerber mit ihren Pfarrern und Paten vor zur Altarstufe und wurden namentlich dem Bischof vorgestellt. Der Bischof erhielt die Empfehlungsschreiben des jeweiligen Gemeindepfarrers für den Taufbewerber, zwei Priester legten stellvertretend für alle Bewerber Zeugnis über den Weg der Vorbereitung ab. Die Katechumenatsbegleiter bezeugten vor dem Bischof die Rechtschaffenheit der Bewerber und diese antworteten auf die Frage des Bischofs -  "Sind Sie entschlossen, die österlichen Sakramente, Taufe, Firmung und Eucharistie zu empfangen und als Mitglieder der Kirche aus dem christlichen Glauben zu leben?" mit "Ich bin bereit". Nun sprach der Bischof die Zulassung zu den Sakramenten feierlich aus und segnete jeden einzelnen der Bewerber. Die Taufbewerber im Alter von 22 bis 47 Jahren stammen aus Tschechien, dem Kosovo, der Ukraine und aus Kasachstan, aus Thailand, von der Elfenbeinküste und aus dem Iran, sechs von ihnen wurden noch in der DDR geboren. Heute sind sie in folgenden Pfarreien im Bistum Regensburg daheim:

 

Christ König, Pirkensee (1)

Herz Jesu, Weiden (2)

Herz Marien, Regensburg (2)

Hl. Geist, Mitterfels (1)

Mariä Himmelfahrt, Wolkering/ Thalmassing (1)

St. Andreas, Parsberg (1)

St. Emmeram, Regensburg (1)

St. Georg, Rottenburg (1)

St. Jakobus, Haselbach (1)

St. Josef, Trausnitz (1)

St. Magdalena, Plattling (1)

St. Magn, Regensburg (1)

St. Nikola, Landshut (1)

St. Ottilia, Irsching (1)

Zu den 12 Aposteln, Wunsiedel (2)