News Bild Interreligiöser Dialog: Brücke zwischen Religionen und Stütze der Gesellschaft

Interreligiöser Dialog: Brücke zwischen Religionen und Stütze der Gesellschaft

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Unter der Fragestellung „Wie viel Religion verträgt die säkulare Gesellschaft?“ sprachen am vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Audimax der Regensburger Universität Bundespräsident Joachim Gauck, der Präsident des Zentralkomitees deutscher Katholiken (ZdK) Alois Glück, die Kulturbeauftragte des Rates der EKD Dr. Petra Bahr, die Jerusalemer Rabbinerin Dr. Dalia Marx, der Religions- und Kirchensoziologe Prof. Gert Pickel sowie der Integrationsforscher Prof. Haci Halil Uslucan. Das Gespräch im Rahmen des Katholikentags moderierte Bettina Schaustein.

Bereits die Besetzung des Podiums machte deutlich: Hier sollte es nicht um die Betrachtung des katholischen oder allein auch christlichen Glaubens gehen. Religion ist immer Vielfalt und das gilt in gleicher Weise für die Gesellschaft. Der ZdK-Präsident Glück hebt hervor, dass diese Vielfalt eine große Aufgabe ist, die doch die notwendige Einheit und die jeweils eigene Identität der Religionsgemeinschaft nicht ausschließen dürfe. „Die Kirchen werden gebraucht in der Gesellschaft“, betont Bundespräsident Gauck, weil sie Glaubensformen sind, die nach dem Sinn des Menschen forschen und die Menschen „wirklich zueinander bringen“. Auch das Vertrauen in die Verantwortungsfähigkeit des Individuums sei ein wichtiger Teil der Basis eines demokratischen Rechtstaats. Dabei müssen nach Dr. Marx die „Weisheiten der Vorfahren“ genutzt und in unsere Zeit jeweils neu umgesetzt werden. Gerade hierfür bedürfe es der Brücken, die „offen“ sind und in die Gesellschaft hineinwirken, erklärte der Soziologe Pickel.

Im Hinblick auf einen christlich-jüdischen Dialog betonte Dr. Marx besonders die heilende Wirkung des interreligiösen Dialogs. Dabei weiß Bundespräsident Gauck durchaus auch um die unerlässliche Bedeutung der Brücken zu denen, die sich keiner Religion zugehörig fühlen. Der Psychologe Uslucan hob hervor, dass viel zu oft die Differenzen im Vordergrund stünden: „Wir haben schon viele Brücken.“ Brückenbauen beginne dort, wo sich Menschen füreinander öffnen, so Alois Glück.