News Bild „In Regensburg hatte Professor Joseph Ratzinger seine fruchtbarsten Jahre“ - Bischof Gerhard Ludwig Müller überreicht Apostolischem Nuntius Eröffnungsband der Gesammelten Schriften des Heiligen Vaters

„In Regensburg hatte Professor Joseph Ratzinger seine fruchtbarsten Jahre“ - Bischof Gerhard Ludwig Müller überreicht Apostolischem Nuntius Eröffnungsband der Gesammelten Schriften des Heiligen Vaters

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(pdr) In einem feierlichen Festakt in den Räumen des Regensburger Priesterseminars präsentierte Bischof Gerhard Ludwig Müller den Eröffnungsband der Gesammelten Schriften des Heiligen Vaters. Der Veranstaltung ging eine Pontifikalvesper in der Regensburger Schottenkirche St. Jakob voran.
Papst Benedikt XVI. hatte den Regensburger Oberhirten persönlich mit der Herausgabe seiner Gesammelten Schriften beauftragt. In Verbindung mit dem Institut-Papst-Benedikt XVI., das im September offiziell eröffnet wurde, wird die Gesamtedition in 16 Bänden in den nächsten Jahren erstellt. Der Eröffnungsband trägt den Titel „Theologie der Liturgie“ und ist im Herder Verlag erschienen.

Nach seinem Festvortrag mit dem Titel „Logiké latreía – logoshafter Gottesdienst“, in dem er den Wandel der Eucharistiefeier in den vergangenen Jahrzehnten darstellte, übergab Bischof Gerhard Ludwig Müller mit großer Freude an den Apostolischen Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, der in Vertretung für den Heiligen Vater angereist war, ein erstes Exemplar des Eröffnungsbandes. In der Eucharistiefeier, so der Bischof in seinem Vortrag, erfahre man in anschaulicher Weise die helfende und aufbauende Macht der Gnade Gottes, der uns in Jesus Christus unüberbietbar nach gekommen sei, dabei könne kein Zweifel die Glaubensgewissheit zernagen, dass Gott selbst und er allein die Antwort auf die Frage, die der Mensch sich sei in all seiner irdischen Existenz, die sich immer nach dem Ewigen sehne, ist und immer bleibe. Liturgie sei kein weltabgewandtes Spiel mit religiösen Empfindungen, sondern Vorbereitung zum Weltdienst in der inneren Verklammerung von Gottes- und Nächstenliebe. Dabei sei die Messe eine Aktionsgemeinschaft des Priesters mit allen Gläubigen, in der sich die Communio der Kirche als Leib Christi immer neu mit ihrem Herrn vollziehe.

Bei der gegenwärtig gewohnten Zelebrationsrichtung müsse es darum gehen, gemeinsam auf ihn zu hören, auf ihn zu schauen, der unsere Communio und Versammlung zum Sakrament der Vergegenwärtigung seines Opfertodes am Kreuz und seiner Auferstehung mache und der die Kirche von der Eucharistie her aufbaue. „Joseph Ratzinger, unser Papst Benedikt XVI., hat sich sein ganzes Leben lang um das rechte Verständnis der Liturgie bemüht. Im 11. Band der Gesammelten Schriften, mit dem die Reihe der 16-bändigen Opera omnia heute eröffnet wird, sind alle wichtigen Arbeiten hierzu unter systematischen Gesichtspunkten geordnet veröffentlicht. Nicht die äußere Ordnung des Ritus in manchen Einzelheiten steht zur Debatte, sondern das christologische und damit logosgemäße Verständnis und der Mitvollzug im Geist des Herrn“, betonte Bischof Gerhard Ludwig Müller abschließend.

Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, sagte in seinem Grußwort, die Jahre des Professor Joseph Ratzinger in Regensburg seien nicht nur seine letzten als akademischer Lehrer, sondern auch seine fruchtbarsten gewesen. Das helfe zu verstehen, warum das Institut-Papst-Benedikt XVI. in Regensburg seinen Sitz habe. Die Donau, die in Regensburg ihren nördlichsten geographischen Punkt erreicht, sei als Allegorie vorzüglich geeignet, das theologische Werk Benedikts zu erklären. Ihre Quelle habe sie in Deutschland, sie fließe aber in Länder slawischer Prägung, die der orthodoxen Tradition angehören – auf Quellen aus diesem Bereich habe Joseph Ratzinger immer wieder zurückgegriffen. Das Wasser aber bliebe immer dasselbe, egal ob es aus der Quelle oder aus Zuflüssen kommt. So richte der Dogmatiker Joseph Ratzinger seine Theologie stets an Gott und seinem Wort aus. Der Apostolische Nuntius dankte dem Institut-Papst-Benedikt XVI. und dem Herder-Verlag für ihr Wirken, das dazu führte, dass er den ersten veröffentlichten Band aus der Hand von Bischof Gerhard Ludwig Müller entgegennehmen könne.

Der Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, sprach in seinem Grußwort seinen Dank dafür aus, dass durch die Initiative des Regensburger Bischofs das Denken und Wirken des Theologen, Bischofs und Papstes Joseph Ratzinger umfassend dokumentiert und somit zugänglich gemacht werde, denn aus der fruchtbringenden Verbindung von Lernen und Lehren sei in den vergangenen Jahrzehnten aus der Feder des Heiligen Vaters eine beeindruckende Anzahl von Büchern, Aufsätzen, Predigten, Lexikonartikel, Rezensionen und Rundfunkansprachen entstanden. Von einer Liturgie, die Papst Benedikt XVI. selbst als die Berührung mit dem Schönen selbst, mit der ewigen Liebe, bezeichnete, eröffneten sich aufs Beste auch die anderen Bereiche des theologischen Denkgebäudes von Joseph Ratzinger. Daher starte die Reihe der Gesammelten Schriften zu Recht mit dem Band über die Liturgie, so Erzbischof Zollitsch.

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, der auch im Namen der Bayerischen Bischofskonferenz sprach, dankte Bischof Gerhard Ludwig für die Herausgabe der Gesammelten Schriften, die vorzulegen ein „Jahrhundertereignis“ sei. „Noch in 100 und 200 Jahren wird man zu diesen Werken greifen“, so Marx. Die Herausgabe der Gesammelten Schriften sei eine wichtige Aufgabe für die Weltkirche und für die ganze Welt. Erzbischof Marx wandte sich gegen eine denkerische, pastorale und liturgische Verharmlosung des Christentums: „Der Glaube überfordert nicht, aber er ist anspruchsvoll. Wir müssen auf den intellektuellen Anspruch der modernen Welt mit Argumenten reagieren.“ In diesem Sinne habe Joseph Ratzinger mit seiner Theologie eine „heilsame Beunruhigung hervorgerufen, die hoffentlich weitergeht“. Auch erinnerte der Erzbischof an die Aussage Joseph Ratzingers, in der Liturgie einen Test der Glaubwürdigkeit der Kirche zu sehen.

Prof. Rudolf Voderholzer, Direktor des Institut-Papst-Benedikt XVI., erläuterte anschließend in einer kurzen Präsentation die Arbeit des Instituts und richtete seinen Dank an all jene Personen, die zur Planung, Aufbau und Umsetzung des Instituts beigetragen haben und bedankte sich bei all denen, die in stetigem ehren- und hauptamtlichen Wirken für die Umsetzung der Herausgabe der Gesammelten Schriften des Heiligen Vaters beitragen.
Das 7-köpfige Bläserensemble „Die Regensburger Blechbläser“ unter der Leitung von Thomas Löffelmann umrahmten den Festakt musikalisch.

Die Ansprache von Bischof Gerhard Ludwig Müller bei der Vesper in der Regensburger Schottenkirche

Hier lesen Sie die Dankesworte des Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset


Hier lesen Sie den gesamten Festvortrag von Bischof Gerhard Ludwig Müller

Hier lesen Sie die Ansprache von Prof. Dr. Voderholzer



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