News Bild „Ich muss Maria sein und Gott aus mir gebären"

„Ich muss Maria sein und Gott aus mir gebären"

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Immer wieder neu staunen über das Geheimnis des göttlichen Lebens von Vater, Sohn und Geist wünschte Bischof Rudolf Voderholzer am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages seinen Zuhörern im Hohen Dom Sankt Peter. Zahlreiche Gläubige waren zu dem traditionsgemäß in lateinischer Sprache gehaltenen Pontifikalamt gekommen. Leuchtende Christbäume mit Strohsternen schmückten den Altarraum und die Domspatzen sorgten für Kirchenmusik vom Feinsten.

Seit 2013 Bischof Rudolf erstmals Weihnachten im Regensburger Dom feierte, ist vor dem Hauptaltar beim Vortragekreuz ein Christbaum aufgestellt, der traditionell geschmückt wird mit roten Äpfeln, Strohsternen, Lebkuchen und Bienenwachskerzen. Diese wurden zum Gloria von drei der jüngsten Domspatzen mit dem Feuer entzündet, das Pfadfinder am Gaudetesonntag aus Bethlehem nach Regensburg gebracht hatten. Auf den Altarstufen lag in der geschmückten Krippe das Christuskind in Windeln gewickelt. Majestätisch schmückten weitere hohe Christbäume mit Strohsternen den Altarraum der altehrwürdigen Kathedrale. All das sprach gemeinsam mit dem köstlichen Duft wertvollen Weihrauchs die Sinne gemeinsam mit der würdigen und erhabenen Liturgie und der brillanten Kirchenmusik an. Bischof Rudolf Voderholzer, die Weihbischöfe Reinhard Pappenberger und Josef Graf sowie die Mitglieder des Domkapitels gaben der Feier zum Hochfest der Geburt des Herrn ein feierliches Gepräge. Bereits eingangs hatte der Bischof die zahlreichen Kirchenbesucher "am Morgen des Weihnachtstages 2018 nach Christi Geburt" herzlich begrüßt und an das weltberühmte Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" erinnert, das vor 200 Jahren zum ersten Mal gesungen wurde. In guter Tradition werde nun dieses Pontifikalamt in lateinischer Sprache gefeiert, in der Sprache der Weltkirche. Damit werde auch eine Brücke nach Rom zu Papst Franziskus geschlagen, der zeitgleich die Weihnachtsmesse mit dem anschließenden Segen "Urbi et Orbi" feiert.

"Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit" zitierte der Bischof Vers 14 aus dem ersten Kapitel des Johannesevangelium zu Beginn seiner Predigt. Dies nenne ganz präzise das Weihnachtsgeschehen, die Menschwerdung Gottes in einem Stall, hineingelegt als hilfloses Kind in Windeln gewickelt. "Manche würden die Windel gerne fernhalten von Gott" stellte der Bischof fest. Anschließend nahm er seine Zuhörer mit auf die Entfaltung der dreifachen Gottesgeburt. Bei der "ewigen Geburt des Sohnes aus dem Vater" erinnerte er an das Schenken von Liebe, an die Vielfalt Gottes, an das "Jesus Christus ist aus dem Vater geboren" das später beim Credo von allen gesprochen wird und dass der Sohn eines Wesens mit dem Vater ist. Die zeitliche Geburt des Sohnes aus der Gottesmutter Maria zeige, dass sich Gott für uns Zeit nimmt. Der irdische Weg beginne im Stall von Bethlehem und führe zum Kreuz auf Golgotha. Hier werde eine Entscheidung beim Mitgehen von uns gefordert und Priorität sei die Anerkennung der Dreifaltigkeit. "Wer Weihnachten ernst nimmt, muss Christus bezeugen" betonte der Bischof und blickte auf die "Gottesgeburt in der Seele des Menschen". Mit seinen Worten ermunterte er Christus im Alltag zu bezeugen, auch gegenüber Andersgläubigen wie Muslimen oder Juden. so könne man missionarisch Kirche sein. Gabe und Aufgabe sei das hineingenommen sein in die Kirche. "Wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, doch nicht in dir, du gingest ewiglich verloren" zitierte Bischof Rudolf den schlesischen Dichter Johannes Scheffler (auch als Angelus Silesius) bekannt und ermunterte zu einer persönlichen Gottesbeziehung. Bischof Rudolf blickte abschließend auf die geistliche Dimension mit einem weiteren Zitat von Angelus Silesius "Ich muss Maria sein und Gott aus mir gebären".

Die Fürbitten wurden in verschiedenen Sprachen vorgetragen. Domspatzen gestalteten die Gabenprozession. Gemeinsam mit den Weihbischöfen, dem Domkapitel am Altar und der versammelten Gemeinde in der Kathedrale feierte Bischof Rudolf unter der Assistenz von Diakon Michael Weißmann die Eucharistie. Die Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner mit Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber an der Orgel gestalteten den musikalischen Bestandteil der Liturgiefeier und sangen unter anderem die Missa „Cantate Domino" von Max Eham und das Proprium im Gregorianischen Choral unter der Leitung von Max Rädlinger. Gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern wurde "Nun freut euch, ihr Christen" und "Hört die Engelchöre singen" gesungen. Am Ende des Pontifikalamtes gab Bischof Rudolf den Weihnachtswunsch weiter und erteilte den Päpstlichen Segen. Krönender Abschluss des festlichen Pontifikalamtes war die „Heilige Nacht“ von Johann Friedrich Reichardt durch die Regensburger Domspatzen. Für sie hatte Bischof Rudolf anschließend noch ein Weihnachtsgeschenk, das er jedem der Jungs persönlich überreichte und "Frohe Weihnachten und schöne Ferien" wünschte.