News Bild „Ich bin da“ – Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Seniorenbegleiterinnen und -begleiter. Katholische Erwachsenenbildung in Regensburg, Kelheim und Cham startet im Herbst neue Kurse.

„Ich bin da“ – Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Seniorenbegleiterinnen und -begleiter. Katholische Erwachsenenbildung in Regensburg, Kelheim und Cham startet im Herbst neue Kurse.

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Unter dem Motto „Ich bin da“ bietet die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) in mehreren Landkreisen des Bistums im Herbst Ehrenamtlichen, die sich für die Arbeit mit Senioren qualifizieren wollen einen intensiven elfteiligen Kurs an. Der „Seniorenbegleiterkurs“, der gemeinsam von der Altenseelsorge und der KEB entwickelt wurde, richtet sich insbesondere an Menschen im Alter rund um den Ruhestand, die ihre Zeit sinnvoll nutzen und sich für andere engagieren wollen. Mit seinem vielfältigen Themenspektrum bietet er aber auch eine gute Gelegenheit, sich mit dem eigenen älter werden auseinander zu setzen. Seit dem Start vor fünf Jahren hat sich gezeigt, dass einzelne Teilnehmende das Angebot nutzen, um sich auf die Betreuung von Verwandten in der Familie qualifiziert und gezielt vorzubereiten. Auch Einrichtungen haben ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den Seniorenbegleiterkursen geschickt, um sie fortzubilden. Die nächsten Kurse beginnen im Herbst in Regensburg, wo der Kurs bereits zum fünften Mal angeboten wird, in Kelheim, wo er das dritte Mal im Programm steht, und in Cham, das ihn erstmals durchführen will. Im Januar 2010 folgt ein Kurs in Landshut. Auch in der KEB Dingolfing laufen Überlegungen, das Konzept aufzugreifen. Kooperationspartner der KEB sind bei den Kursen zum Beispiel in Cham und Kelheim die Seniorenbeauftragten der Landkreise, die Caritas in Cham, oder die Diakonie und das evangelische Gustav-Adolf-Wiener-Haus in diesem Herbst in Regenburg.

Die Seniorenbegleiterinnen und Seniorenbegleiter sollen nach dem Kurs vermittelt durch Sozialstationen, Pfarreien oder andere Einrichtungen individuell ältere Menschen regelmäßig besuchen und sie auch persönlich begleiten. Auch wer in Altenheimen sich regelmäßig um jemanden kümmern möchte, bekommt in dem Kurs das Handwerkszeug dazu. Angesprochen werden sowohl die, die sich einen solchen Dienst neu überlegen, als auch diejenigen, die vielleicht schon jahrelang ältere Menschen begleiten. Die Kurse haben gezeigt, dass gerade diese Mischung von „erfahrenen“ Teilnehmenden, die ihre Arbeit reflektieren, und „Neulingen“ für das Gespräch in der Gruppe sehr fruchtbar ist. Langfristig ist es das Ziel, ein Netz von ehrenamtlichen Seniorenbegleitern in den Städten bzw. Landkreisen aufzubauen, die vor allem zum Gespräch und zur persönlichen Begleitung von Senioren zur Verfügung stehen. Es geht also nicht um eine Konkurrenz zu Pflegediensten oder anderen betreuenden Einrichtungen.

Intensive Ausbildung auch mit persönlichem Gewinn
„Der Kurs verlangt von den Teilnehmenden mit elf Terminen innerhalb eines halben Jahres und intensiver Mitarbeit zweifellos großes Engagement. Unsere Erfahrung ist aber, dass gerade diese Intensität ein Gewinn nicht nur für die spätere ehrenamtliche Arbeit ist, sondern auch für die Kursteilnehmer selbst“, so Gregor Tautz von der KEB im Landkreis Kelheim. Der demografische Wandel habe vielfältige Gesichter. Er bedeute zum einen, dass viele aktive Ältere noch etwas Sinnvolles tun wollen und können. Er bedeute zum anderen eine zunehmende Zahl von hilfsbedürftigen älteren Mitmenschen. „Wenn es gelingt, diese beiden Bewegungen zusammen zu bringen, ist im Sinn einer humanen Entwicklung der Gesellschaft viel erreicht. Dies versucht der Seniorenbegleiter“, charakterisiert der Geschäftsführende Bildungsreferent das Konzept des Kurses.

Breites Themenspektrum bereitet auf persönlicheBegeleitung vor
An insgesamt elf Veranstaltungstagen mit jeweils bis zu fünf Stunden reiner Arbeitszeit wird in dem Kurs ein breites Spektrum von Fragen abgedeckt. Dabei zieht sich durch alle Veranstaltungen das Prinzip, dass nicht nur „von vorne“ unterrichtet wird, sondern die Inhalte auf der Basis der eigenen Erfahrungen mit den Kursleitern erarbeitet werden. Der Kurs beginnt mit der eigenen Auseinandersetzung mit dem älter werden, der eigenen Biographie und dem kennen lernen der Veränderungen, die das Alter mit sich bringt. Er gibt Anregungen, wie man gerade im Alter den Alltag aktiver gestalten kann. Eine Einheit behandelt Fragen um das selbst bestimmte Leben im Alter, wie rechtliche Vorsorge und das richtige Wohnen im Alter. Die zukünftigen Seniorenbegleiter werden in Grundzügen auf den Umgang mit Demenzerkrankungen vorbereitet. Ebenso spielen theologische Fragen, die am Lebensende wichtig werden und das Gespräch darüber eine wichtige Rolle. Konkrete Hilfen und Ansprechpartner in den Landkreisen und Städten für das Leben mit altersbedingten Problemen sind ein weiteres Thema. Der Hospizverein informiert über seine Arbeit und wie man die letzte Lebensphase als Begleiter und Betroffener menschlich wertvoll gestalten kann. Nicht zuletzt geht es um eine Anleitung zu einer helfenden Gesprächsführung speziell im Kontakt mit alten Menschen. Bei der Abschlussveranstaltung wird dann ein erster Besuch geplant und durchgespielt. Auch einige Hospitationen stehen während des Kurses auf dem Programm. Nach dem Kurs werden die Teilnehmenden in größeren Abständen zum Erfahrungsaustausch eingeladen.

Vielfältige Kooperationspartner zum gegenseitigen Nutzen
Die Kooperationspartner in Landkreisen; Städten und Einrichtungen begrüßen und unterstützen das Angebot der Katholischen Erwachsenenbildung und der Altenseelsorge. So freut sich zum Beispiel Gabi Schmid, die Seniorenbeauftragte des Landkreises Kelheim, über den gemeinsamen Kurs, weil sein Konzept zentrale Anliegen der zukünftigen vernetzen Seniorenarbeit im Landkreis umsetzt. Mehrere Altenheimleiterinnen, die haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiterinnen zum Kurs geschickt haben, tun dies immer wieder, weil sie festgestellte haben, dass er sich ausgesprochen positiv auswirkt. „Das Verständnis, was im alten Menschen vorgeht, was er braucht und wie man ihm helfen kann, ist durch den Kurs gewachsen. Die Kursteilnehmer gehen heute ganz anders mit den alten Menschen um“, hat zum Beispiel eine Heimleiterin festgestellt. Nicht zuletzt deshalb sind einzelne Altenheime intensiv an der Durchführung des Kurses durch Referentinnen oder Räume beteiligt. Der Caritasverband ist zum Beispiel in Cham eingebunden. Dass der nächste Kurs in Regensburg als ökumenische Veranstaltung der KEB zusammen mit der Diakonie und dem evangelischen Gustav-Adolf-Wiener-Haus läuft, zeigt durch die Kooperationspartner, was in der konkreten Arbeit beim Seniorenbegleiterkurs schon lange praktiziert worden ist, nämlich ökumenische Zusammenarbeit im Interesse der älteren Menschen.

Nähere Informationen zu den einzelnen Kursen:

KEB Regensburg-Stadt, Informationsveranstaltung, 8.10.09, Beginn 29.10.09, Tel.: 0941/597-2231; www.keb-regensburg-stadt.de

KEB Cham, Informationsveranstaltung am 22.9.09, Beginn am 17.10.09, Tel.: 09971/7138; www.keb-cham.de

KEB Kelheim, Informationsveranstaltung am 18.9.09, Beginn am 2.10.09, Tel.: 09443/91842-24; www.keb-kelheim.de

Christliches Bildungswerk Landshut, Informationsveranstaltung 8.1.2010, Beginn 23.1.2010, Tel.: 0871/92317-0; www.cbw-landshut.de