Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Hirtenwort zur österlichen Bußzeit 2026
Franz von Assisi
Regensburg, 27. Februar 2026
Das Hirtenwort zur Fastenzeit von Bischof Rudolf Voderholzer wird am 2. Fastensonntag, den 1. März 2026, in allen Pfarreien des Bistums Regensburg verlesen. Hier können Sie das Hirtenwort lesen, von Bischof Rudolf selbst gesprochen anhören und im Video ansehen sowie in verschiedenen Formaten herunterladen.
Das Hirtenwort im Video:

Das Hirtenwort zum Anhören:
Laden Sie die Datei als Mp3 herunter, um das Hirtenwort im Gottesdienst in Ihrer Pfarrei abzuspielen - mit der Stimme des Bischofs von Regensburg: Hirtenwort als Audio (Mp3) downloaden
Das Hirtenwort als PDF zum Download:
Das Hirtenwort von Bischof Rudolf Voderholzer im Wortlaut zum Nachlesen
Liebe Kinder, liebe jugendliche und erwachsene Schwestern und Brüder im Herrn!
1. „Francesco, siehst du nicht, dass mein Haus verfällt? Geh und baue es mir wieder auf!“ Mit diesem Aufruf beginnt die tiefgreifendste Erneuerungsbewegung in der Geschichte der Kirche. Was war geschehen?
Wir schreiben das Jahr 1205. Francesco Bernardone, Sohn einer reichen Tuchhändlerfamilie in Assisi in Italien, ist dreiundzwanzig oder vierundzwanzig Jahre alt. In der kleinen Stadt am Monte Subasio hat er eine unbeschwerte Jugend verleben dürfen. Jetzt ist er durch die Teilnahme an einem Kriegszug und eine Zeit der Gefangenschaft sehr nachdenklich geworden und ringt um den Sinn seines Lebens. In der baufälligen kleinen Kirche von San Damiano betet er inständig unter einem dort aufgehängten Tafelkreuz. Es zeigt den gekreuzigten Christus als lebendigen Herrn mit geöffneter Seitenwunde und zugleich geöffneten Augen. Ihm schüttet Francesco sein Herz aus: „O alto e glorioso Dio – Großer und herrlicher Gott! Erleuchte die Finsternis meines Herzens!“
2.„Geh und baue mir mein Haus wieder auf!“ Den Auftrag zur Renovierung seiner Kirche, den er daraufhin erfährt, versteht Franziskus zuerst ganz wörtlich. Er besorgt sich Steine, Mörtel und Werkzeug, bis er erkennt: Die baufällige Kirche ist nicht in erster Linie diese kleine Kapelle, sondern das geistige Haus, die Gemeinschaft der Gläubigen, die lau geworden und über weite Strecken veräußerlicht waren; eine Kirche, in der der Glaube an Jesus Christus am Absterben war. Sie braucht eine innere Erneuerung. Franziskus verschenkt seine Habe an die Armen und entschließt sich zu einem Leben in der wörtlichen Befolgung des Nachfolgerufes Jesu. Er wird von seinem leiblichen Vater verstoßen. Der Bischof von Assisi aber hält seine schützende Hand über Franziskus, der sich und sein Leben vollkommen Gott als seinem himmlischen Vater anvertraut.
3. Bald schon scharen sich Gleichgesinnte um ihn. Sie leben in kleinen Kommunitäten von dem, was die Menschen ihnen für ihr Lebenszeugnis spenden. Sie nennen sich die „Minderen Brüder“. Ihre besondere Sorge gilt den Armen; das waren damals besonders die Aussätzigen. Schon 1209 wird eine erste Lebensregel von Papst Innozenz III. in einfacher Form gutgeheißen. Um diese Zeit wurde Franziskus auch zum Diakon geweiht. Erst 13 Jahre später bestätigt dann Papst Honorius III. die Lebensregel offiziell und übergibt Franziskus im November 1223 die sogenannte „bullierte“ Regel. Damit ist seine Bewegung neben den Dominikanern als einer der großen Bettelorden im Herzen der Kirche angekommen.
4. Die kirchliche Anerkennung ist Franziskus wichtig. Bei aller Unzulänglichkeit der sichtbaren Kirche und ihrer Vertreter schätzt er die Priester, denn ihnen ist die Feier der Sakramente anvertraut. Die Feier der Eucharistie und die Anbetung des im Brot des Lebens gegenwärtigen Herrn Jesus Christus ist ihm die Quelle des geistlichen Lebens. Und die Kirche ist es, die das Wort Gottes überliefert und verkündet. Durch sie spricht Christus, der Herr, auf den wir hören sollen (vgl. Mt 17,5). Früh schon strahlt die Gemeinschaft über die Grenzen Italiens hinaus. 1218 erleiden in Marokko, wohin sie das Evangelium tragen, die ersten Franziskaner-Brüder das Martyrium. Ihr Schicksal bewegt den portugiesischen Chorherren Antonius derart, dass er sich den Minderbrüdern anschließt – wir kennen ihn als den späteren heiligen Antonius von Padua. Auch eine junge Frau aus Assisi, Klara, lässt sich von der evangeliumsgemäßen Lebensweise des Franziskus begeistern. Die von ihr gegründeten Klarissen sind eine kontemplative Ordensgemeinschaft.
5. 1219 unternimmt Franziskus eine unerhörte Friedensmission. Er bricht nach Ägypten auf, um in entwaffnender Armut und Demut mit Sultan Melek-el-Kâmel zu sprechen. Er bittet um die Erlaubnis zur Mission und um die Schonung der Heiligen Stätten des Wirkens Jesu in Palästina. Auf der Rückreise 1220 besucht er sie alle selbst. Franziskus wird vom Sultan freundlich empfangen. Der Dialog zwischen dem Jünger Jesu und dem mächtigen Anhänger des Mohammed hat etwas ungeheuer Aktuelles und Wegweisendes. Franziskus erreicht zwar keinen militärischen Erfolg; aber dass die „Minderbrüder“ bis auf den heutigen Tag als Hüter der heiligen Stätten in Palästina anerkannt und geschützt sind, geht letztlich auf diese Friedens-Initiative des heiligen Franziskus zurück. Der gegenwärtige Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa ist ein Franziskaner und wirkt in einer politisch äußerst schwierigen Situation nach Kräften versöhnend und friedenstiftend.
6. Der heilige Franziskus war ein musisch begabter und kreativer Mensch. Wir verdanken ihm eine Reihe von Gebeten und Gedichten in der sich gerade entwickelnden italienischen Volkssprache. Am bekanntesten ist der „Cantico delle creature“, im deutschen „Sonnengesang“ genannt. Er beginnt mit den Worten „Laudato si‘ – gelobt seist Du, mein Herr“. Wer Gott zum Vater hat und in innigster Freundschaft mit Jesus lebt, der ist mit der gesamten Schöpfung familiär-geschwisterlich verbunden: „Bruder Sonne“, „Schwester Mond“, „Mutter Erde“, „Schwester Wasser“, usw.
7. Zwei Jahre vor seinem Tod, am 14. September 1224, empfängt Franziskus auf dem La Verna bei einer Erscheinung des gekreuzigten Christus in der Gestalt eines sechsflügeligen Seraph die Wundmale an den Händen, den Füßen und an der Seite. Er ist der erste öffentlich bekannte Mensch, an dem sich diese außergewöhnliche Form der Verähnlichung mit Jesus Christus gezeigt hat. Den Zeitgenossen erschien dies wie eine himmlische Bestätigung eines Lebens in der leidenschaftlichen Liebe zu Christus, der ihn teilhaben ließ auch am „Leiden für das Evangelium“ (vgl. 2 Tim 1,8b).
8. In der Freude über die bullierte Regel mit der kirchlichen Anerkennung der armen Lebensweise feiert Franziskus das Weihnachtsfest 1223 in der Höhle von Greccio. Anstelle eines prächtigen Kirchenraums umgeben die Brüder Ochs und Esel. Vor dem tragbaren Altar steht eine leere Krippe mit Heu und Stroh. Die Armut und Erniedrigung des menschgewordenen und in der Eucharistie gegenwärtigen Gottessohnes sollte gleichsam mit Händen zu greifen sein. Einer der Mitfeiernden hat bei der Predigt des Franziskus die Vision, dass in den Armen des Franziskus das Jesus-Kind lebendig wird. Das ist eine treffliche Zusammenfassung dessen, was Franz von Assisi der Kirche durch sein Wirken geschenkt hat: einen wieder neu lebendigen Jesus. Schon Jahre zuvor hatte, so berichtet es die Legende, Papst Innozenz III. anlässlich des Besuches von Franziskus im Papstpalast am Lateran in einem Traumgesicht geschaut, wie ein einfacher Ordensmann die Lateranbasilika vor dem Einsturz rettet. Franz von Assisi stirbt am 3. Oktober 1226. Heuer werden es 800 Jahre. Ein Jubiläum, das die ganze Kirche zum Anlass nehmen darf, eine geistliche Erneuerung im Stile des heiligen Franziskus zu erbitten.
9. Noch in der ersten Generation der Franziskaner erreichte die franziskanische Bewegung auch Regensburg, und mit der Minoritenkirche hat sie ein beeindruckendes Zeugnis ihrer Glaubenskraft stadtprägend hinterlassen. Auch heute sind mehrere Ordensgemeinschaften segensreich im Bistum tätig, die sich am Vorbild und an der Inspiration des heiligen Franz von Assisi orientieren. Ich denke an die Franziskaner auf dem Maria-Hilf-Berg in Amberg oder in Neukirchen beim Heiligen Blut, wo sie jeweils die Wallfahrten betreuen. Franziskaner Minoriten sind tätig in St. Felix Neustadt an der Waldnaab und auch auf dem Bogenberg bei Straubing, ebenfalls mit wichtigen Wallfahrten. Sie wirken auch in Dingolfing und im Pfarrverband „Loiching–Niederviehbach–Oberviehbach“. Wir sind sehr dankbar, dass die Franziskaner diese Orte zu geistlichen Zentren und Orten der Verkündigung machen. Aber nicht nur die männlichen Orden sind zu nennen: Auch die Mallersdorfer Schwestern, die offiziell „Arme Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“ heißen, leben und wirken in den Spuren des heiligen Franziskus, ebenso wie die Franziskanerinnen von Aiterhofen. Dazu kommt die Gemeinschaft der Klarissen in Dingolfing, und nicht zuletzt die „Franziskanische Gemeinschaft“, die Nachfolgerin des Dritten Ordens.
10. Liebe Schwestern und Brüder, die Kirche gedenkt in diesem Jahr 2026 nicht nur des 800. Todestages des heiligen Franziskus. In Rom gedenkt man der Fertigstellung des Petersdomes in seiner heutigen Gestalt vor 400 Jahren. Und in Regensburg feiern wir gar 750 Jahre erste Altarweihe im neuen gotischen Dom. Wir sind dankbar für diese und viele andere großartige Kirchenräume, in denen wir uns zum Gebet, vor allem zur Feier der Eucharistie versammeln können.
Das kleine Kirchlein San Damiano und sogar noch zwei weitere in der Nähe hatte der Tuchhändlersohn Franziskus nach seiner Berufung mit eigenen Händen saniert, so dass die heilige Klara hier wenige Jahre später den ersten Konvent gründen konnte. Franziskus erinnert uns freilich daran, dass die Pracht unserer Kirchen letztlich nur das äußere Spiegelbild der Kirche aus den lebendigen Steinen sein kann. Franziskus hat in einer Zeit der Veräußerlichung der Kirche ihre tiefgreifende Erneuerung aus dem Ursprung der Christusnachfolge angestoßen.
Die dankbare Erinnerung an sein Lebenszeugnis in der konsequenten Nachfolge Christi möge uns helfen, die Herausforderungen unserer Tage anzunehmen und zu meistern.
Dazu segne Euch auf die Fürsprache des heiligen Franziskus, der heiligen Klara, des heiligen Antonius von Padua, des seligen Paul Josef Nardini und aller Heiligen der allmächtige und barmherzige Gott,
der + Vater und der + Sohn und der + Heilige Geist.
Regensburg am Aschermittwoch 2026
+ Rudolf
Bischof von Regensburg
Dieses Hirtenwort ist am 2. Fastensonntag 2026 (1.3.2026) in allen Messfeiern (inklusive der Vorabendmessen) zu verlesen.
Es wird an die Möglichkeit der Verlesung durch eine Lektorin oder Lektor und an die Verwendung der Ton- bzw. Filmdatei aus der Bistumshomepage erinnert.
(kw)




