Zerstörung in Gaza-Stadt

Hilfswerk Missio zur Situation im Gaza-Streifen

„Lage der Christen ist dramatisch“


Gaza-Stadt / Regensburg, 2. September 2026

Das kirchliche Hilfswerk Missio Aachen hat die Lage der Christen im Gazastreifen als „dramatisch“ beschrieben. Unter Berufung auf das Lateinische Patriarchat von Jerusalem hieß es in einer Mitteilung, es lebten dort nur noch 541 Christen: „Menschen wurden vertrieben, im Krieg getötet oder starben infolge des Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung und des Mangels an lebenswichtigen Gütern.“

„Bewegungsbeschränkungen, der Entzug von Arbeitserlaubnissen und der weitgehende Stillstand des Tourismus erschwerten es vielen Menschen, ihren Lebensunterhalt zu sichern“, berichtete Missio Aachen. „Nach Angaben des Patriarchats liegt die Arbeitslosenquote in den christlichen Gemeinden bei 54 Prozent.“ Vor dem Hintergrund dieser für Familien sehr schwierigen Situation unterstützt das Hilfswerk die Schüler aus den bedürftigsten Familien. Gregor von Fürstenberg, der Vizepräsident von Missio Aachen, sagte: „Wir sind in großer Sorge um die Menschen in Gaza und im Westjordanland. Familien leiden besonders unter Krieg, Gewalt, wirtschaftlicher Not und fehlenden Zukunftsaussichten. Gerade deshalb müssen wir alles dafür tun, dass junge Menschen trotz Krieg und Not weiterhin Zugang zu Bildung erhalten.“

Schule bedeute in jener Lage, in der sich die Menschen im Gazastreifen und im Westjordanland befinden, „weit mehr als Unterricht“, betonte von Fürstenberg. „Sie gibt Kindern Alltag, Gemeinschaft und die Erfahrung, dass sie nicht vergessen sind. Bildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen eines Tages ihre Heimat selbst mitgestalten können.“ In diesen Tagen hat auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki die Lage der Christen im Westjordanland als „erschütternd“ beschrieben. Anlässlich seiner Solidaritätsreise ins Heilige Land habe er auch „christliche Gemeinden im besetzten Westjordanland besucht, in Nablus, Aboud, Ein Arik und heute in Taibeh“, sagte Woelki der Katholischen Nachrichten-Agentur KNA.

„An allen Orten war es erschütternd wahrzunehmen, dass die Christen sagen, sie haben keine Zukunft im Heiligen Land“, führte er aus. „Einige gehen davon aus, dass es in zehn Jahren keine Christen mehr im Heiligen Land geben wird, wenn sich die politische Situation nicht ändert. Insbesondere die jungen Leute sehen für sich keine Zukunft hier. Sie haben oft ein Studium absolviert, aber ihnen werden keine Arbeitsmöglichkeiten geboten.“

Zwar äußerte der Kardinal Verständnis dafür, dass sich Israel nach dem Angriff der in Palästina beheimateten Hamas vom 7. Oktober 2023 „traumatisiert“ fühle, aber „Gewalt und Krieg lösen keine Probleme“. Es brauche einen Weg, „der Versöhnung möglich macht, der das Existenzrecht der Palästinenser anerkennt und Palästinensern erlaubt, die eigene Identität in einem eigenen Staat zu gestalten und zu leben. Genauso dürfen das Recht und das Sicherheitsbedürfnis Israels nicht eingeschränkt werden.“

Text: CNA Deutsch

(sig)



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