News Bild „Heller als Licht - Gedichte unterwegs zu Gott“: Bruder Andreas Knapp stellt eigene Gedichte in Cham vor

„Heller als Licht - Gedichte unterwegs zu Gott“: Bruder Andreas Knapp stellt eigene Gedichte in Cham vor

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Ende Mai findet in Leipzig der 100.Deutsche Katholikentag statt, einer Stadt, in der 80% der Bevölkerung keiner christlichen Konfession angehören. Hier lebt  Bruder Andreas Knapp. Auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Cham kommt er zu einer Lesung im Rahmen der Reihe „Klostergespräche“ am Freitag, 11.März, 19 Uhr in das Geistliche Zentrum der Redemptoristen Cham.  Der 57-jährige Priester gilt als einer der besten und interessantesten christlichen Lyriker Deutschlands der Gegenwart.

Der Lebenslauf von Andreas Knapp ist ungewöhnlich: Alles lief auf eine glänzende kirchenhierarchische Karriere hinaus: Theologiestudium in Freiburg und Rom, Priesterweihe, Promotion, Tätigkeiten als Studentenpfarrer, als Regens des Freiburger Priesterseminars - und dann der Bruch, der bei genauem Hinsehen keiner war, sondern sich untergründig angedeutet hatte. Knapp schloss sich den "kleinen Brüdern vom Evangelium" an, einer nur wenig verbreiteten geistlichen Gemeinschaft, die sich dem spirituellen Erbe des seligen Charles de Foucaulds (1858-1916) verpflichtet weiß. Einige Jahre lang lebte er als Armer unter Armen in Frankreich und Bolivien.

Seit einiger Zeit lebt er nun in Leipzig, geht dem Brotberuf eines Fabrikarbeiters nach, ein Arbeiter mit Hand, Stift und Seele: „unser Stadtviertel /ist unser Kloster/und die belebten Straßenkreuzungen/ sind unser Kreuzgang/unsere Klosterwerkstätten/sind die Fabriken/und unsere Gebetszeiten/ werden von der Stechuhr diktiert/die Gesichter der Menschen sind die Ikonen die wir verehren/und im leidgezeichneten Antlitz/schauen wir auf den Gekreuzigten“, heißt es in einem der frühen Werke von Bruder Andreas. Sein Stadtviertel ist Leipzig-Grünau, eines der größten Plattenbau-Viertel der untergegangenen DDR. Knapps „Kloster“ ist eine Fünf-Raum-Wohnung in einem dieser unrenovierten  DDR-Bauten. Ein Zimmer dient als Kapelle, in der Meditationsecke neben Kerze und Kreuz liegen einige Steine aus Abbruchhäusern. Während er selbst am Fließband arbeitet, verdingt sich einer seiner Mitbrüder als Hilfspfleger bei einem Behinderten, ein anderer ist Gefängnisseelsorger.

 

„Wir haben diese Realität sehr bewusst gewählt. Gott im Einfachen, im Banalen – da spielt das ganz Gewöhnliche eine wichtige Rolle“ beschreibt  Andreas Knapp dieses kleine geistliche Lebensgemeinschaft. Zu dritt bilden sie eine „Fraternité“, wie die Kleinen Brüder vom Evangelium ihre Gemeinschaften nennen. 

Es ist ein weiter Weg aus dem akademisch geprägten Leben in die Fabrikarbeit, von der kirchlichen Karriereleiter zurück ins Leben, aus dem katholisch durchgefärbten Freiburg in die Plattenbausiedlung. Von diesem Weg einer spirituellen Suche geprägt sind auch die lyrischen Texte von Bruder Andreas Knapp. Seine Lesung im Geistlichen Zentrum Cham ist überschrieben mit „Heller als Licht - Gedichte unterwegs zu Gott“. Er selbst schreibt dazu: Worte können gewöhnlich werden. Die großen Worte unseres Lebens, die einmal so bewegend und feurig waren, sagen uns dann nichts mehr. Selbst die Rede von Gott kann abstumpfen. Am ehesten noch vermag sich die Sprache der Dichtung dem Geheimnis Gottes zu nähern. 

Die Lesung wird musikalisch begleitet durch den ebenfalls in Leipzig lebenden Gitarristen Matthias Ehrig. Der Unkostenbeitrag beträgt 7,– €. Informationen bei der KEB Cham unter Tel. 09971-7138; www.keb-cham.de.