Heimat Wald – Lebensraum für alle - Diözese Regensburg veranstaltet ökumenischen Schöpfungstag im Bayerischen Wald

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Seit 2005 veranstaltet das Bistum Regensburg jährlich einen Schöpfungstag. Die Natur gemeinsam erleben, sich der eigenen Verantwortung gegenüber der Schöpfung bewusst werden und in der Verankerung im Glauben konkrete Ideen für ein umweltfreundliches Handeln zu entwickeln, stehen dabei stets im Mittelpunkt. Das Thema „Heimat Wald“ wählten die Verantwortlichen als Leitsatz für die diesjährige Veranstaltung am vergangenen Samstag aus. Klar war für das Organisationsteam des Bistums Regensburg, unter der Leitung der diözesanen Umweltbeauftragten Beate Eichinger, dass der Schöpfungstag daher im Naturpark Bayerischer Wald stattfinden muss. Ein geeigneter Ort war schnell gefunden: Das „Haus zur Wildnis“ in Ludwigsthal bei Zwiesel. Gleichzeitig bildete der Tag den Rahmen für die bayernweit zentrale Vesper zur Ökumenischen Schöpfungszeit 2013, die am Ende des erlebnisreichen Tages von Domkapitular Peter Hubbauer, Seelsorgeamtsleiter im Bistum Regensburg, dem evangelischen Regionalbischof Hans-Martin Weiss, Domkapitular Manfred Ertl aus der Diözese Passau und für die Orthodoxe Kirche von Erzpriester Apostolos Malamoussis zelebriert wurde.

 

 

 

Nach einer kurzen Einführung durch die Verantwortlichen des Nationalparks hatten die Teilnehmer die Möglichkeit aus einer vielfältigen Palette von Führungen, Vorträgen und Themenwanderungen auszuwählen und damit den ganzen Tag zu gestalten. So gab es unter anderem eine Hinführung zum Bibelgarten in Schweinhütt, eine professionell geführte Waldwanderung mit dem Titel: „Fadenwesen – fabelhafte Pilzwelt“. Bei einer digitalen Schnitzeljagd konnten die Gäste mit GPS-Gerät die Umgebung erkunden, die Schätze des Waldes entdeckte man in der Wanderung  „Alt und reich – vom Zauber alter Wälder“, in einem Vortrag informierte Dr. Jörg Müller vom Sachbereich Forschung des Nationalparks über die Aspekte von Nutzung und Wildnis des Waldes. 350 Kilometer Wanderwege  erstrecken sich durch den Nationalpark. Heinrich Holzer, Mykologe und Forscher im Nationalpark führte die Teilnehmer des Schöpfungstages durch den Wald und brachte ihnen den Kreislauf der Natur näher: „Wir haben phantastische Naturprozesse, die aber eine gewisse Struktur und Größe haben müssen. Der Nationalpark Bayerischer Wald hat diese Größe, um dieser enormen Artenvielfalt ein geeignetes Refugium zu bieten. Die Besucher konnten heute diese wahnsinnig langen Prozesse des Werden, Wachsen und Vergehens begreifen lernen, die ein Menschenleben gar nicht erfassen kann und doch für den gesamten Kreislauf der Natur lebensnotwendig sind. Ich wünsche mir, dass gerade junge Menschen sich wieder mehr mit den Prozessen in der Natur beschäftigen, denn daraus kann man so viel für sich selber ableiten“.  „Dieser Tag hat uns ausgesprochen gut gefallen“, erklärte am Ende Heinz Steigmüller aus Strahlfeld, denn die vielen Informationen und Erkenntnisse hätten ihn zurückgeführt, um wieder darüber nachzudenken, was  Schöpfung für den Menschen bedeute. Dieses Geschenk Gottes müsse man hüten und bewahren. Reinhard Schwenk fasste seine Eindrücke des Tages kurzerhand zusammen: „Das war Bibel zum Anfassen. Und dieser Tag hat mich darin bestärkt, meine Vorsätze zu einer ökologischen Lebensweise wieder ernsthafter umzusetzen.“

 

Der ereignisreiche Tag gipfelte in der gemeinsamen Feier der ökumenischen Vesper unter freiem Himmel Dabei erklärte Domkapitular Peter Hubbauer: „Bereits zum neunten Mal begeht das Bistum Regensburg einen Tag der Schöpfung. Heuer bildet dieser Aktionstag den Rahmen für einen größeren Zusammenhang – wir feiern diese Vesper miteinander auf Bayernebene und in ökumenischer Verbundenheit. Unsere gemeinsame Vesper steht im Zeichen der Besinnung auf die innige Beziehung zwischen Gott, dem Schöpfer – uns als Geschöpfen – und der Natur als von Gott geschenkter Schöpfung. Inmitten des schönen Bayerischen Waldes stellen wir den Lebensraum Wald als Heimat für Pflanzen, Tiere und Menschen in den Mittelpunkt unserer Gebete.“