News Bild „Heiliger Vater, Sie sind nicht allein.“ - Die Christen im Bistum Regensburg beginnen die Fastenzeit mit dem Gebet für den Heiligen Vater

„Heiliger Vater, Sie sind nicht allein.“ - Die Christen im Bistum Regensburg beginnen die Fastenzeit mit dem Gebet für den Heiligen Vater

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Den Gläubigen, die am Aschermittwoch Abend in der Niedermünsterkirche zusammen mit Bischof Rudolf Voderholzer den Beginn der vorösterlichen Fastenzeit feierten, standen noch die Fragen zur Rücktrittsankündigung Papst Benedikts ins Gesicht geschrieben. „Von der Erde bist du genommen und zur Erde kehrst du zurück.

Der Herr aber wird Dich auferwecken!

“ Die Erinnerung daran, dass alles auf dieser Erde ein Ende hat – auch das eigene Leben -, bringen die Katholiken zum Ausdruck, wenn sie sich ein Kreuz aus geweihter Asche auf die Stirn streichen lassen. Die Grenzen, in denen der Mensch gefangen ist, sind heute die Brücke zum Heiligen Vater, der erste Papst seit 800 Jahren, der von seinem Amt zurücktritt.

Bischof Rudolf in seiner Predigt: „Es gibt wohl kaum jemanden unter uns, der für diese Entscheidung nicht größtes Verständnis aufbringt. Man bedenke, dass der Heilige Vater am 16. April diesen Jahres sein 86. Lebensjahr vollenden wird. Dabei bewältigt er seit der Übernahme des Papstamtes ein Arbeitspensum, das die Belastbarkeitsgrenze schon eines jungen Menschen weit überschreitet, von der Last der Verantwortung und der Komplexität der Aufgabenstellungen ganz zu schweigen. Und dennoch dürfen wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Heilige Vater diesen Schritt von höchster Tragweite und noch kaum absehbaren Folgen getan hat nicht ohne intensivste Prüfung seines Gewissens; und dies wiederum lässt vermuten, dass sein Gesundheitszustand weit ernster ist, als wir wissen, auch wenn dies in den letzten Tagen verschiedentlich dementiert wurde. Welch ein Zeichen, welche Anerkennung der Wahrheit auch seines Lebens ist dieser Schritt: „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.“

Der Bischof sprach mit seiner Bitte „unserem Papst Benedikt schon jetzt aufrichtig zu danken“ den Menschen aus dem Herzen. Er lud zu einem Dankgottesdienst am 28. Februar in den Regensburger Dom, am Tag, an dem Papst Benedikt sein Pontifikat beenden wird:

„Papst Benedikt wird in die Kirchengeschichte eingehen als der Theologenpapst. Es ist ihm gegeben, die guten und richtigen Erkenntnisse der modernen Theologie mit großer synthetischer Kraft aufzunehmen und für die zeitgemäße Verkündigung fruchtbar zu machen. Seine Theologie ist von geistlicher Tiefe, und seine Predigten von theologischer Kraft geprägt. Man beginnt schon jetzt, seinen Namen neben denen von Papst Leo dem Großen oder Papst Gregor dem Großen zu nennen, deren Predigten noch nach Jahrhunderten geistig-geistliche Nahrung bieten. Der Heilige Vater gebietet über eine Sprache, deren Poesie und Bilderwelt nicht nur zu denken geben, sondern sich auch nachhaltig einprägen. Und als Regensburger sind wir stolz, dass er hier an der Theologischen Fakultät der Universität fast acht Jahre gewirkt hat, dass wir mit dem

Institut Papst Benedikt XVI.

am Bismarckplatz an der Herausgabe seines Theologischen Werkes mitwirken und mit der Betreuung seines Privathauses in Pentling auch Einblick in das Leben seiner Familie, seinen bescheidenen und einfachen Lebensstil geben dürfen.“

Am Ende der Bischofspredigt stand ein Versprechen an den Heiligen Vater:

„In jedem „Vater

unser

“, das wir beten, ist das „Wir“ der großen und weltweiten Gemeinschaft der Schwester und Brüder mit dabei. Jeder und jede ist getragen von einem großen Netz stellvertretenden und fürbittenden Gebetes. So rufen wir in dieser Stunde unserem Heiligen Vater Papst Benedikt zu, wenn es bald ruhig und vergleichsweise einsam werden sollte um ihn: Heiliger Vater, Sie sind nicht allein. Danke, dass Sie uns im Glauben gestärkt haben und stärken; danke, dass Sie uns die Wahrheit und Schönheit des Glaubens immer wieder erschlossen haben und weiter erschließen. Auch und gerade für Sie gilt: ‚Wer glaubt, ist nie allein‘, Amen.“