News Bild Heiliger Nikodemus als Vorbild für Eigenständigkeit - Pastoralbesuch von Bischof Rudolf Voderholzer in Grafenwöhr

Heiliger Nikodemus als Vorbild für Eigenständigkeit - Pastoralbesuch von Bischof Rudolf Voderholzer in Grafenwöhr

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Zu seinem ersten Pastoralbesuch war Bischof Rudolf Voderholzer am vergangenen Sonntag in die Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit nach Grafenwöhr (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) gekommen. Gemeinsam mit Pfarrer Bernhard Müller und Pfarrvikar Dr. Gilbert Mburu Kabiru zelebrierte der Bischof den Pontifikalgottesdienst in der Friedenskirche.

 

Religionsfreiheit garantiert ein Stück Normalität

Pfarrer Müller erinnerte bei der Begrüßung daran, dass der Bischofsbesuch bereits im vergangenen Jahr zum Anna-Fest geplant gewesen war. Aufgrund der Pandemie-Situation sei das damals aber nicht möglich gewesen, nun hole man dies nach – auch wenn man sich erneut an den Pandemie-Regelungen orientieren und entsprechende Abstände einhalten müsse. Bischof Voderholzer zeigte sich sehr froh, nun endlich einen Pastoralbesuch in Grafenwöhr absolvieren zu können. „Die Religionsfreiheit garantiert uns zumindest ein Stück Normalität“, zeigte sich Voderholzer dankbar.

Nächtliches Glaubensgespräch mit Jesus

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte der Bischof die Person des Heiligen Nikodemus. „Im Evangelium ist er zwar nur eine Nebenfigur, aber ich würde ihm die beste Nebenrolle im Neuen Testament zusprechen“, sagte Vorderholzer. Insgesamt würde man nur an drei Stellen etwas von ihm hören, diese Erwähnungen würden allerdings eine erstaunliche innere Entwicklung aufzeigen, so der Bischof. Obwohl er als Mitglied im Kreis der „Führer der Juden“ bezeichnet werde, lege er keine pauschale Ablehnung von Jesus an den Tag. „Er möchte es vielmehr genau wissen“, sagte Vorderholzer und verwies auf das nächtliche Glaubensgespräch zwischen Nikodemus und Jesus. „Er hat sich darauf eingelassen und wir wissen nicht, ob er das alles verstanden hat“, so Voderholzer. Aber er habe gemerkt, dass sich hinter Jesus eben mehr verberge. Dass Nikodemus schließlich nach der Abnahme Jesu vom Kreuz Myrrhe und Aloe zur Salbung des Leichnams bringe, belege nach Ansicht Voderholzers die tiefe Beziehung, die gewachsen war. „Nikodemus ist ein großes Vorbild für Eigenständigkeit, er ist ein gerechter Mensch“, so der Bischof. Übertragen auf das Leben einer Pfarrgemeinde bedeute dies, dass es nicht um Haupt- und Nebenrollen gehe, sondern darum, dass jeder seine Rolle und Berufung ausübe.   

Dank für Einsatz für die Ökumene

Der Bischof nutzte den Besuch in Grafenwöhr auch zum Dank an all jene, die für eine lebendige Pfarrei sorgen. Sein besonderer Dank galt Pfarrer Bernhard Müller, der sich im kommenden September in den Ruhestand verabschieden werde. „Besonders möchte ich für den ökumenischen Einsatz danken“, so Voderholzer. Abschließend gab der Bischof das Versprechen, in naher Zukunft sicherlich den Besuch beim traditionellen Anna-Fest nachzuholen.