News Bild „Gottesfreundschaft“: Regionaltreffen der Ordensleute im Kloster Waldsassen

„Gottesfreundschaft“: Regionaltreffen der Ordensleute im Kloster Waldsassen

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Am Samstag, dem 31. Oktober 2015 versammelte sich eine bunte Schar an Ordensleuten aus der Region Weiden in der Klosterkirche der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen zum Eröffnungsgottesdienst für den regionalen Ordenstag. Angehörige der verschiedensten Orden, darunter Arme Schulschwestern, Deutschordensschwestern, Kreuzschwestern, Mallersdorfer Schwestern, Oblaten des Hl. Franz von Sales und Zisterzienserinnen, freuten sich schon auf die Begegnung und den gemeinsamen Tag. Hauptzelebrant P. Benedikt Leitmayr OSFS hieß dazu, auch im Namen von Frau Äbtissin M. Laetitia Fech O.Cist., ganz herzlich willkommen. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Fest des Diözesanpatrons, des Hl. Wolfgang.

Der Tag war überschrieben mit einem Begriff, der für das Ordensleben essentiell ist: Gottesfreundschaft. Pater Benedikt entfaltete das Thema anhand einer Stelle aus dem Johannesevangelium (Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen) und lud zum „Schöpfen aus dem Brunnen unserer Berufung ein, der den Namen Jesus trägt“. Mittels der Begriffe Weihe, Gemeinschaft und Sendung ging er auf wesentliche Punkte ein, die das Ordensleben damals wie heute prägen und tragen. Er betonte: „Es steht jedoch in erster Linie zunächst nicht die Nachwuchswerbung im Vordergrund, sondern es geht darum, dass wir uns als Orden unser eigenen Identität bewusst werden und eine heilsame Wirkung und Sendung in und für die Kirche heute entfalten können.“

Mehrfach zitierte Pater Benedikt auch Papst Franziskus, der die Ordensleute dazu aufgerufen hat, die Welt aufzuwecken, Mut zu Reformen zu haben und sich dem Charisma des je eigenen Ordensgründers zuzuwenden – aber daraus keine „Flasche mit destilliertem Wasser“ zu machen! Erste Aufgabe der Orden heute sei es, so Pater Benedikt, in der Gesellschaft die Frage nach Gott offen zu halten und das Modell eines christlichen Miteinanders vorzuleben. Denn, so zitierte er den holländischen Theologen Henri Nouwen, „das Wort Gottes kann ich allein den Menschen verkünden. Aber die Barmherzigkeit Gottes kann ich nur im Miteinander verkünden.“

Dass sowohl aktive als auch kontemplative Orden für das Leben der Kirche und der Gesellschaft von enormer Bedeutung sind, spiegelte sich auch in der Teilnehmerschar wider, die sich aus Mitgliedern beider Lebensformen zusammensetzte. Aktives und kontemplatives Leben in der je eigenen Berufung fruchtbringend zu vereinen, ist für jede Ordensberufung stets aktuell: „Es ist sicher heute eine neue Herausforderung für die Orden, wie sie beides miteinander verbinden können: ein Ort spirituellen Suchens zu sein, und zugleich ein Gespür für die Nöte unserer Zeit zu entwickeln und neue Wege zu gehen, um heute zu den Armen und Notleidenden zu gehen.“ Ausgestattet mit einem Fragenkatalog bestand im Anschluss an den Vortrag die Gelegenheit, sich in Kleingruppen über die eigenen Probleme, Nöte, aber auch Freuden im Ordensleben auszutauschen.