News Bild „Gott zu den Menschen bringen“ – Weihbischof spendet Priesterweihe im Passionistenkloster

„Gott zu den Menschen bringen“ – Weihbischof spendet Priesterweihe im Passionistenkloster

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Nur wenige Monate nach dem großen Ereignis der Priesterweihe im Dom St. Peter empfing in der Diözese Regensburg am vergangenen Samstag ein weiterer junger Mann das Weihesakrament. Durch Gebet und Handauflegung wurde der junge Ordensmann der Passionisten P. Johannes Rothärmel CP von Weihbischof Reinhard Pappenberger zum Priester geweiht. Zahlreiche Gläubige, darunter viele Angehörige und Freunde, waren in die Klosterkirche auf dem Miesberg in Schwarzenfeld gekommen, um gemeinsam mit dem Weihekandidaten diesen Festtag zu begehen.

In seiner Predigt nahm Weihbischof Pappenberger Bezug auf die Frage, die Menschen seit jeher umtreibt: Die Frage nach Gott - und danach, ob dieser Gott, wenn er existiere, uns Menschen überhaupt angehe. „Gott geht uns an, weil er zu uns herangeht“, machte Weihbischof Pappenberger deutlich. Dies sei die zentrale Botschaft des Evangeliums: In Jesus Christus ist Gott in die Welt gekommen, ein „Gott bei den Menschen“. Daher könne niemand sagen, irgendein Mensch wäre gottlos. Er könne die Botschaft von Gott vergessen oder gar nicht erst kennen, „aber er kann das Evangelium der Liebe nicht ungeschehen machen“. Dem Priester komme die hohe Aufgabe zu, dieses Evangelium mit seinem Leben und durch seinen Dienst zu bezeugen. Man dürfe dabei nicht dem Irrtum verfallen, Gott habe nur vor zweitausend Jahren gehandelt. In der Feier der Eucharistie sei sichtbar und erfahrbar, dass Gott heute noch immer zu den Menschen gehe, um sie in die Liebe Gottes einzureihen. Diese Erfahrung der Liebe in der Eucharistie könne man nicht für sich behalten, denn sie gelte allen Menschen. Der Priester als Zeuge des Evangeliums sei daher aufgefordert, die Botschaft der Liebe in die Welt zu sagen. Dem Weihekandidaten legte Weihbischof Pappenberger dabei ans Herz: „Wer sich Christus überlässt, darf nicht stehen bleiben. Die Priesterweihe ist kein Abschluss, sondern jetzt geht es erst los.“ Dem Priester sei Großes anvertraut. In seinem Wesen müsse die Liebe, die Gott ist, durchscheinen. Daher müsse er sich immer neu bemühen, der Gefahr von Oberflächlichkeit zu widerstehen. Ganz im Sinne von Johannes Paul I., dessen Priesterleben durch ein Gebet, das er in Kindertagen von seiner Mutter gelernt hatte, geprägt wurde: „Herr, gib, dass ich dich immer mehr liebe und aus Liebe zu dir meinen Nächsten wie mich selbst.“

Verantwortung, Wesen und Auftrag des Priesters wurden auch in den Riten und Handlungen der Weiheliturgie deutlich.
Zu Beginn trat der junge Ordensmann vor den Weihbischof und bekundete seine innere Bereitschaft zur Übernahme der Lebensform des Priesters und zum Dienst an der Kirche in Einheit mit dem Bischof. Der Provinzial der Passionisten, P. Lukas Timme CP, hatte zuvor bezeugt, dass der Kandidat für würdig befunden worden sei. Das Volk und die Verantwortlichen seien befragt worden. Durch die Handauflegung und das Gebet des Weihbischofs empfing P. Johannes das unauslöschliche Mal der heiligen Weihe: Gott hat ihn ganz in Dienst genommen. Auch die anwesenden Priester legten dem jungen Mann die Hände auf. Der zentralen Weihehandlung folgten die ausdeutenden Riten. Der Kandidat wurde mit Stola und Messgewand bekleidet und es wurden ihm die Hände gesalbt. Die Eltern brachten dem Bischof Hostienschale und Kelch, die er dem jungen Ordensmann zeichenhaft für seine Verantwortung für die Feier der Eucharistie überreichte: „Nimm hin die Gaben des Volkes für die Feier des Opfers, bedenke, was du tust. Ahme nach, was du vollziehst. Und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes.“ Der anschließende Friedensgruß, eine Umarmung, drückte die Verbundenheit des Neupriesters mit dem Weihbischof aus, mit dem gemeinsam er im Anschluss zum ersten Mal die Eucharistie feiern durfte. P. Johannes nahm den Auftrag des Weihbischofs aus der Predigt gleich ernst, das Geschenk, das er empfangen hatte, nicht für sich zu behalten: Am Ende der Feier spendete er den versammelten Gläubigen den Primizsegen. Nach der Liturgie brandete auf dem Vorplatz der Kirche Applaus auf. Hunderte von Gläubigen, darunter viele Jugendliche, beglückwünschten einen freudestrahlenden Neupriester.