News Bild Glocke aus dem Bistum Regensburg läutet im Heiligen Land für den Frieden

Glocke aus dem Bistum Regensburg läutet im Heiligen Land für den Frieden

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Seit dem Dreifaltigkeitssonntag läutet sie, die Kirchenglocke Patrona Bavariae auf dem Dach vom Kloster Emmaus-Nicopolis in Israel. Mit einem feierlichen Festgottesdienst und in einer wunderbaren Feier wurde sie in Anwesenheit einer 54köpfigen bayrischen Pilgergruppe aus dem Bistum Regensburg  "in Betrieb" genommen. Von jetzt an soll sie "mit jedem Schlag" an die wichtigste Mission im Heiligen Land mahnen: das Gebet um Frieden.

 

„Jeder, der vorbeikommt, ob Christ, Jude, Muslime oder Atheist, wird vom Klang der Glocke daran erinnert, dass Jesus hier gegenwärtig ist".

Geweiht wurde die Glocke bereits am Laetare-Sonntag von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der damals bei der Predigt daran erinnerte, dass diese Glocke an einem Ort hängen und läuten darf, an dem der Sieg der Liebe, ein Sieg des Herzens gefeiert werden darf. "Jesus schenkte den Ostersieg und er wurde zum ersten Mal gefeiert, als Jesus mit den Jüngern in Emmaus das Brot brach" resümierte der Bischof. Die neue Glocke werde an diesem Ort zu der ganz besonderen Siegesfeier einladen, wenn am Altar das Brechen des Brotes gefeiert wird. "Was kann es Schöneres geben, als zum Gebet und zur Eucharistiefeier einzuladen?" fragte er und wünschte den vielen Gottesdienstbesuchern die diese Glockenweihe erleben dürfen: "Mögen uns unsere Glocken immer wieder anregen zur Kirche zu kommen. Zu Christus, dem Sieger am Kreuz!"

Und Patriarchalvikar Hanna Kildani knüpfte nun bei der feierlichen Inbetriebnahme der Friedensglocke aus dem Bistum Regensburg in Emmaus/Nicopolis an die Worte von Bischof Rudolf  an und betonte: "Wer von nun an nach Emmaus kommt, wird die Glocke hören. Und wie die Klostergemeinschaft die Präsenz des sakramentalen Jesus lebt, wird die Glocke zu einer Sakramentalie. Jeder, der vorbeikommt, ob Christ, Jude, Muslime oder Atheist, wird von ihrem Klang daran erinnert, dass Jesus hier gegenwärtig ist". Den vielen Mitfeiernden rief er zu: "Lächelt - denn das Lächeln ist wie eine Glocke die ausstrahlt. Und stiftet Frieden, sendet Glocken und alles was gut ist. Denn das Heilige Land braucht Heilung, Liebe und Versöhnung".  

Aus dem Bistum Regensburg für das Heilige Land

Gegossen von Katholiken in der Kunstgießerei Max und Thomas Bauer in Wörth/Donau, gestiftet von katholischen und evangelischen Christen aus dem Bistum Regensburg, aus dem Zoll befreit von jüdisch-israelischen Freunden des Klosters und montiert von muslimischen Arbeiter: von Anfang an ist es ein friedliches Miteinander, das für viele wie ein modernes Märchen klingt. 25 Jahre nach ihrer Ankunft an der historischen Stätte des "Brotbrechens Jesu" im Heiligen Land hat die Gemeinschaft der Seligpreisungen, die sich zum Brückenbauen zwischen Judentum und der Kirche gegründet hat,  im  Kloster Emmaus-Nicopolis eine Glocke erhalten. Sie soll die Ordensleute, Pilger und Passanten an das Gebet um Frieden im Heiligen Land und in Nahost erinnern. Ein lange gehegter und oftmals ausgesprochener Wunsch geht damit für Klostervorsteher Pater Franz von Sales in Erfüllung, der schon viele Pilger durch das Heilige Land begleitete - und bei den Pilgergruppen der Charismatischen Erneuerung (CE) aus dem Bistum Regensburg den sehnlichen Wunsch nach einer Glocke aussprach.

"Zufall ist etwas, was mir Gott zufallen lässt" formulieren es die Initiatoren Irmgard und Helmut Hilmer aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt Atting wenn sie an den Beginn der Glockenaktion denken. Denn es waren einige "Zufälle", die den Traum von der Glocke für Emmaus wahr werden ließen: der Freund aus Attinger Kindertagen Max Bauer, der als Glockengießer mit seinem Team die "Patrona Bavarieae" mit ihren 70 Kilo und 60 Zentimeter Durchmesser perfekt für die Klostergemeinschaft goß, Singender Wirt Stefan Dietl als Botschafter Niederbayerns mit seinem Ideenreichtum um zusätzlich zu den Israelpilgern der CE weitere bereitwillige Spender zu organisieren, viele bereitwillige Helfer rund um die Glockenweihe durch Bischof Rudolf Voderholzer in Elisabethszell und das Mitpilgern von Cornelius von der Heyden und seinem Ensemble aus ehemaligen Regensburger Domspatzen. Sie übernahmen bravourös den musikalischen Bestandteil der Liturgiefeier mit Werken alter Meister, aber auch zeitgenössischen Liedern in deutscher, englischer und lateinischer Sprache. "Alta trinita beata", "You raise me up", das eigens getextete Lied "Der Weg in das gelobte Land", "Hebe deine Augen auf" oder auch "Bleib bei mir, denn es will Abend werden", das genau das Evangelium vom Gang Jesu mit seinen Jüngern nach Emmaus beschreibt, berührten die Gläubigen beim Festgottesdienst besonders. Und es war eine "weltumspannende" feiernde Gemeinde mit Teilnehmern aus Frankreich, Italien, Israel, Palästina, Vietnam, Elfenbeinküste, Jordanien, USA und Deutschland. Dementsprechend hatte die bayerische Pilgergruppe auch die liturgischen Texte in verschiedenen Sprachen vorbereitet und im Gottesdienstheft abgedruckt. Aufmerksam verfolgten die Gläubigen der verschiedenen Nationen und Religionen die feierliche Gabenprozession der Regensburger Pilger, unter denen auch Ordinariatsrätin Maria-Luisa Öfele war: sie brachten eine brennende Kerze mit dem Bildnis der Mutter Gottes vom Bogenberg, Wasser als Zeichen der Reinheit, eine Blume als Zeichen der Schönheit, eine leere Schale als Zeichen der Offenheit, eine Glocke als Zeichen für den Frieden, einen Stein als Zeichen für alles Harte, sowie Brot und Wein als Zeichen des Lebens und der Freude zum Altar. Gänsehautfeeling kam bei vielen beim gemeinsamen "Vater unser" in lateinischer Sprache auf.

"Der Frieden, den wir in Bayern schon so viele Jahrzehnte genießen, möge nun auch im Heiligen Land eingeläutet werden!“

"Glocken symbolisieren Freiheit und gelten als Stimme des Himmels" erinnerte Irmgard Hilmer als Sprecherin der Charismatischen Gemeinschaft im Bistum Regensburg die Festgemeinde bei der offiziellen Übergabe. Mit dieser Glocke, werde aber auch ein tiefer Wunsch "aus Bayern nach Emmaus" importiert. Während des ersten Weltkrieges, vor über 100 Jahren, wandte sich König Ludwig III. mit der Bitte an den damaligen Papst Benedikt XV., er möge die Bayern dem besonderen Schutz der Gottesmutter Maria unterstellen. Jenes Abbild der "Patrona Bavariae" ziert die Friedensglocke von Emmaus-Nicopolis, auf dass sie "den Frieden, den wir in Bayern schon so viele Jahrzehnte genießen, auch im Heiligen Land einläuten möge". Bei jedem Läuten soll sie an das wichtige Anliegen erinnern, für Frieden hier zu beten. Bei strahlendem Wetter und mit strahlenden Gesichtern hatte sich die ganze Festgemeinde nach Abschluss der Messe auf dem Dach des Kloster zur Segnung von Glockenstuhl und Glocke versammelt.

An diesem Sonntag war die Freude über die Existenz der "Patrona Bavariae" auf dem Dach, die Glockenschlag um Glockenschlag von der kleinen Anhöhe über das Land klingt, kaum zu überhören: Ausdrücklich jeder war von Pater Franz von Sales eingeladen das Seil in die Hände zu nehmen und die Glocke läuten zu lassen. Und die Glocke läutete und läutete während die Festgemeinde im wunderbaren Ambiente des Klosters auf der Terrasse feierte.

Die Klostergemeinschaft zeigte perfekte Gastfreundschaft, hatte mit liebevollen Details das ganze Haus geschmückt und speziell für die bayerischen Gäste Plakate aus der Heimat aufgestellt. So schmückten Bilder des Regensburger Doms, die Regensburger Domspatzen oder auch der bayrische Papst Benedikt XVI. das festliche Ambiente.  Ganz leckeres koscheres Essen gab es, mit Rücksicht auf die jüdischen Teilnehmer. Und alle Freunde und Nachbarn feierten mit der Emmaus-Gemeinschaft. Ihre Freude über die bayerische Glocke drückten beispielsweise christliche Palästinenser mit einer "Glockentorte" aus. Gelacht und geläutet wurde den ganzen Tag - und jeder der Dabei war möchte diesen herrlichen Tag nicht missen. Ein bemalter Stein aus Emmaus wird sie immer daran erinnern.