News Bild Generalvikar Michael Fuchs beim bayerisch-böhmischen Dialog zum Thema „Wie steht es um die katholische Kirche?“

Generalvikar Michael Fuchs beim bayerisch-böhmischen Dialog zum Thema „Wie steht es um die katholische Kirche?“

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Das Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee hat den grenzüberschreitenden Bezug schon im Namen. Die sudetendeutsche Ackermann-Gemeinde organisierte vor Kurzem dort eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie steht es um die katholische Kirche? Ein bayerisch-böhmischer Dialog“. Daran nahm auch der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs teil. Im Anschluss wurden die bis zum 9. Mai zu besichtigenden Ausstellungen „Zeugen für die Menschlichkeit – Christlicher sudetendeutscher Widerstand von 1938 bis 1945“ und „Die Schaleks – eine mitteleuropäische Familie“ eröffnet.

 

Volkskirche oder neue Wege?

In der von Matthias Dörr, Bundesgeschäftsführer der Ackermann-Gemeinde, moderierten Podiumsdiskussion ging es zunächst um die aktuelle Situation der Kirche in den beiden Ländern – ob etwa Aufbrüche spürbar seien oder ob der Volkskirchencharakter noch greife.

Für das Bistum Regensburg sprach Generalvikar Michael Fuchs von einer „volkskirchlichen Tradition“, mit Ausnahme des fränkischen Sprengels im Bistumsnorden, doch „die Zahlen gehen zurück“ – bei den Katholiken wie auch bei den Gottesdienstbesuchern. Dennoch attestierte er, dass vielfach eine „gute Vorstellung von Kirche und christlichem Glauben sowie von der christlichen Fundierung von Bräuchen und Traditionen“ vorherrsche.

Fakten zur Kirche in Tschechien nannte Pater Dr. Stanislav Přibyl, Generalsekretär der Tschechischen Bischofskonferenz. Grundsätzlich sprach er von einer „großen Minderheitensituation“, wobei genaue Zahlen nicht bekannt seien. „Zirka 30 Prozent könnten Christen sein, die meisten davon Katholiken“, führte er aus. Jedenfalls sprach er von einer „lebendigen Kirche“. Dies unterstrich der Bundesvorsitzende der Ackermann-Gemeinde Martin Kastler: „Wir müssen als Christen optimistisch sein – auf beiden Seiten der Grenze.“

Aus ihrer Glaubenspraxis vertiefte dies die Historikerin und Theologin Dr. Eva Vybíralová. Sie selbst sei in der Diaspora aufgewachsen und vor 30 Jahren in der Schule die einzige Gläubige gewesen. Dennoch betonte auch sie, optimistisch zu sein und der Qualität eine höhere Bedeutung zuzumessen als der Quantität – und auch bewusst zu fragen: „Was mache ich für meine Kirche?“

 

Die Stimme erheben für Menschen in Not

Weiterhin wurde gesprochen über die Missbrauchsvorfälle, deren Aufarbeitung und Prävention, sowie über den Themenkomplex der Flüchtlingshilfe. „Es ist Aufgabe der Kirche, den Menschen, die auf der Flucht und in Not sind, zu helfen und die Stimme für diese zu erheben“, erklärte Joachim Unterländer, der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern. Aber es sei auch entscheidend, Wohnplätze zu schaffen und die Menschen, die in der Flüchtlingsbetreuung aktiv sind, zu unterstützen, so Generalvikar Fuchs.