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Gemeindereferent Johannes Tauer ausgesandt

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Regensburg, 8. Oktober 2022. „Heute ist ein wichtiger Tag für das Bistum Regensburg, denn ein junger Mann stellt sich in den Dienst der Verkündigung!“ Mit diesen Worten begrüßte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Samstagvormittag in St. Kassian in der Regensburger Innenstadt den Gemeindereferenten Johannes Tauer sowie dessen Familie, Freunde und Wegbegleiter zur Aussendungsfeier. Dompropst Prälat Dr. Franz Frühmorgen, Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal, und dessen Stellvertreter, Domkapitular Johann Ammer, waren die Konzelebranten, assistiert von Diakon Sebastian Aichner.

Ich bin ja noch so jung

Die beiden Lesungen der Messfeier hatte Johannes Tauer ausgesucht, Bischof Rudolf sprach von „gewaltigen Schrifttexten“, da sowohl die Lesung aus dem Alten Testament, die Berufung des Propheten Jeremia (Jer 1,1.4-10), als auch das Evangelium vom Gleichnis des Sämannes (Mt 13,1-9), einen Bezug zum Lebens- und Berufungsweg des Kandidaten darstellen. Jeremias sträubte sich zuerst, ob seiner Jugend dem Ruf Gottes zu folgen. Gott versicherte dem Propheten seine Hilfe, so wie er auch Johannes Tauer in dessen Pastoralem Dienst tragen werde. Im Blick auf das Evangelium vom Sämann wandte sich Bischof Rudolf an den Kandidaten: „Sie sind berufen auszusäen, nicht zu ernten.“ Dieses Aussäen geschehe in der Jugendarbeit in der Gemeinde, aber auch im Religionsunterricht in der Schule. „Für nicht wenige Schülerinnen und Schüler sind Sie das Gesicht der Kirche“, so der Bischof, „das ist keine einfache Aufgabe, emphatisch Hineinzufühlen in die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler.“ Wie fruchtbar die Aussaat in der Ministrantenarbeit in seiner Pfarrei Herz Jesu in Sulzbach-Rosenberg bisher schon war, davon konnten sich die Messbesucher selbst ein eindrucksvolles Bild machen. Fast der gesamte Liturgische Dienst in dieser Messfeier kam aus seiner Einsatz-Pfarrei Herz Jesu. „Sie haben die Freude an der Liturgie bereits in Ihrer Heimatpfarrei in Ettmannsdorf entdeckt, teilen Sie diesen großen Schatz jetzt auch in ihrer pastoralen Arbeit weiter aus!“.

Reich Gottes aufbauen

Nach der Predigt rief Domkapitular Johann Ammer den Kandidaten namentlich auf, dieser trat vor den Bischof und legte sowohl das Große Glaubensbekenntnis als auch sein „Versprechen als pastoraler Mitarbeiter“ ab: „Ich verspreche vor Gottes Angesicht, die mir zugewiesenen Aufgaben in der Seelsorge nach meinen Kräften zu erfüllen, und im Hören auf den Anruf Jesu Christi, in Übereinstimmung mit der Kirche und in Hinwendung zu den Menschen das Reich Gottes mit aufzubauen und die Lebensbereiche der Gesellschaft mitzugestalten.“ Darauf erwiderte ihm Bischof Rudolf: „Ich nehme Ihr Versprechen froh und dankbar entgegen und sende Sie in den Dienst der Diözese Regensburg zur treuen und gewissenhaften Mitarbeit in der Seelsorge. Dazu erbitte ich für Sie den Segen Gottes.“

Dank und Gratulation

Nach dem Pontifikalamt sprach Dr. Frühmorgen, Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal, zahlreiche Worte des Dankes aus. Sein erster Dank galt Bischof Rudolf für die Feier der Aussendung und die beherzten Worte der Predigt. Dass er auch für einen einzelnen Kandidaten dieser Feier vorgestanden habe, betrachte er als ein „starkes Zeichen, dass jede einzelne Berufung wertvoll und wichtig ist“. Prälat Frühmorgen dankte allen Wegbegleitern aus der Hauptabteilung Pastorales Personal, seinem Stellvertreter Domkapitular Johannes Ammer genauso wie Sandra Maiwald und Richard Ebner, den Ausbildungsleitern für Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten. „Engagierte Anwälte dieser Berufsgruppe“ nannte er sie. Auch an den Praktikumspfarrer in Sulzbach-Rosenberg, an die bereits ausgesandten Kurskolleginnen und -kollegen gingen Worte des Dankes, sowie an das Stiftskapitel der Alten Kapelle und deren Mesner für die liturgische Gastfreundschaft. Nicht zuletzt dankte er Johannes Tauer für dessen Jasagen zum Dienst im Bistum und für das „starke Zeichen“, sich auch alleine vor den Bischof zu stellen und nicht erst im kommenden Jahr in einer großen Gruppe.

Vielfältig tätig

Johannes Tauer (Jahrgang 1996) verbrachte seine Jugend in Ettmannsdorf und war dort schon vielfältig in der Pfarrgemeinde St. Konrad tätig. Direkt nach dem Abitur studierte er an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt Religionspädagogik, dann folgten der Praxiseinsatz in der Pfarrei Herz Jesu in Sulzbach-Rosenberg. Bei einer Fahrgemeinschaft aus der Oberpfalz nach Eichstätt lernte er seine jetzige Ehefrau Julia kennen, die damals Soziale Arbeit studierte. Das junge Paar ist jetzt zuhause in der Pfarrei St. Georg in Amberg, zusammen mit ihrem bald zweijährigen Sohn Jakob, der bei der Aussendungsfeier seines Vaters natürlich auch dabei war. „Von meiner Überzeugung Zeugnis geben, von dem, was mein Leben besonders macht“, so formulierte Johannes Tauer seine Motivation, einen Beruf in der Seelsorge zu ergreifen. „Sie treten nicht nur eine Anstellung mit Arbeitsvertrag an“, so Bischof Rudolf, „sondern eine Berufung zum qualifizierten Zeugnis im Namen der Kirche.“

Die Ausbildung zur Pastoralreferentin und zum Pastoralreferenten umfasst fünf Jahre Studium und drei Praxisjahre (Vorbereitungsjahr und Assistentenzeit), die zur Gemeindereferentin bzw. zum Gemeindereferenten vier Jahre Studium und ebenfalls drei Jahre in einer Pfarrei oder Pfarreiengemeinschaft. Carl B. Prämaßing