News Bild Gelungener Auftakt von ZEIT FÜR BARMHERZIGKEIT in Schwandorf

Gelungener Auftakt von ZEIT FÜR BARMHERZIGKEIT in Schwandorf

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Gute Resonanz fand am vergangenen Donnerstagabend der Auftakt zur Reihe „ZEIT FÜR BARMHERZIGKEIT – 7 Abende zu Werken der Barmherzigkeit“ in der Schwandorfer Jakobskirche. Pfarrer Hans Amann begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und bezeichnete das Heilige Jahr der Barmherzigkeit „als besondere Gelegenheit, der Barmherzigkeit Gottes zu begegnen und selber Barmherzigkeit zu üben“. Das Nachdenken über die Werke der Barmherzigkeit an sieben Abenden solle helfen, „das eigene Gewissen aufzuwecken und aufmerksam zu werden für die Nöte und Bedürfnisse der Menschen in unserer unmittelbaren Nähe und weltweit“.

 

Dr. Albert Schmid als Redner zu Gast

Am ersten Abend ging es um das Werk „Fremde beherbergen“. Es sei eine, so Amann, „aktuelle und vordringliche Aufgabe, in und vor der wir stehen, und eine urbiblische und urchristliche dazu. Amann freute sich, Dr. Albert Schmid, den Vorsitzenden des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, als kompetenten Interpreten der Botschaft der Barmherzigkeit zum Werk „Fremde beherbergen“ begrüßen zu können. Der überzeugte und engagierte Christ war zehn Jahre (2000-2010) lang Präsident des Bundesamtes für Flüchtlinge und Migration (BAMF) in Nürnberg.

Dr. Schmid sagte in seinem Lebens- und Glaubenszeugnis vor dem Hintergrund der biblischen Botschaft und der eindeutigen Weisung Jesu, es sei eine christliche Maxime, Fremde aufzunehmen und ihnen zu helfen heimisch zu werden. Er erinnerte daran, dass anfangs der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts jährlich jeweils bis zu 400.000 Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion und Kriegsflüchtlinge aus den Balkanstaaten bei uns eine neue Heimat gefunden hätten, also nahezu so viele Menschen, wie aktuell zu uns gekommen seien.

 

Christen sind Global Player!

„Christen sind Global Player“ so Schmid. Als solche seien sie geradezu prädestiniert und verpflichtet, sich der Integration von Flüchtlingen anzunehmen. Was damals möglich gewesen sei, sei auch heute zu schaffen.  An Handlungsimpulsen für Katholiken und alle Christen nannte Dr. Schmid:

Eine mutige Katechese (Glaubensverkündigung) der Einen Welt, die das stark auf Materielles fixierte Denken in unserer Gesellschaft überwindet und soziale Werte stärkt.

Den Widerstand gegen zentrale Lager für Flüchtlinge und Asylsuchende, „die dazu führen, dass sie weit weg von unserem Leben sind“ und den gleichzeitigen Einsatz für eine dezentrale Aufnahme aller.

Ein dem Evangelium gemäßes Verhalten in Form praktizierter Caritas - „Seht, wie gut sie miteinander umgehen“ (vgl. Tertullian über die Urgemeinde): Also zum Zeugnis des Wortes muss das Zeugnis des Lebens kommen. Wichtig ist auch eine Ästhetik der Gesten als sichtbarer Ausdruck einer herzlichen Willkommenskultur.

Neu sprachfähig werden in Fragen des Glaubens: Christen reden viel zu wenig davon, was sie trägt. Gerade das sei für den Umgang mit Menschen anderer Religionen sehr bedeutsam. Gerade auch viele hier angekommene Muslime wollen wissen, was den christlichen Glauben ausmacht.

Sich an praktischen Hilfen für Flüchtlinge beteiligen: Sprachpaten, Begleitung von Behördengängen und Arztbesuchen, Hausaufgabenhilfe, gut erhaltene Möbel und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens weitergeben oder sammeln helfen, etc.

Pfarrgemeinderäte bilden Integrationsteams, die die neuen Mitbürger im Gebiet ihrer Pfarrei aufsuchen und ihnen Hilfe zur Integration anbieten.

Mit dem stillen Bedenken der gehörten Botschaft der Barmherzigkeit vor dem im eucharistischen Brot gegenwärtigen Jesus, dem Anzünden einer Kerze vor der Monstranz, dem Lobpreis Gottes in Gebet und Gesang und dem Segen ging der nachdenklich und gleichzeitig Mut machende erste Abend von ZEIT FÜR BARMHERZIGKEIT zu Ende.
Jeder Teilnehmer erhielt am Ausgang noch eine Postkarte, auf der er an die Pfarrei zurückmelden kann, in welchem Engagement er sein Gesicht der Barmherzigkeit zeigt.

Die Termine aller "Abende der Barmherzigkeit" finden Sie hier!