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Zur Neuigkeit
Gedenken der Sudetendeutsche Landsmannschaft
Opfer von Flucht und Vertreibung
Regensburg/Neutraubling, 26. Juni 2026
Auch in diesem Jahr gedachten die Sudetendeutsche Landsmannschaft, die Landsmannschaft Schlesien und die Egerländer Gmoi in Neutraubling – einer der vier bayerischen Vertriebenenstädte – in einer Gedenkstunde den Opfern von Flucht und Vertreibung mit Kranzniederlegung an der Vertriebenen-Gedenkstätte auf dem Neutraublinger Friedhof.
Mit diesem Gedenktag wird jährlich am 20. Juni gemeinsam mit dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen seit 2001und dem „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ der Bundesrepublik Deutschland seit 2015 an die Opfer von Flucht und Vertreibung weltweit sowie insbesondere an die deutschen Heimatvertriebenen der Kriegs- und Nachkriegszeit erinnert.
Nach einem kurzen Glockengeläut begrüßte der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft Reinhard Riedl alle Anwesenden. Als Ehrengäste waren anwesend und wurden gesondert begrüßt: Der 1. Bürgermeister von Neutraubling Harald Stadler, für die katholische Kirche Diakon Manuel Hirschberger, für die evangelische Kirche Pfarrerin Lisa Hacker sowie für die Landsmannschaften die Bezirksvorsitzende der Schlesischen Landsmannschaft Monika Krug und der Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Franz Weschta. In seiner Ansprache erinnerte Riedl an das unermessliche Leid von Millionen von Opfern während der Wirren und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung. Auch Millionen Deutsche mussten ihre Heimat verlassen, wurden entrechtet, vertrieben, verloren Hab und Gut, und viele von ihnen verloren auch ihr Leben. Deshalb sei die Erinnerung an diese dunklen Kapitel der Geschichte keine bloße Pflichtübung, sondern ständiger Auftrag an uns alle, denn auch heute sind Flucht und Vertreibung bittere Realität auf der Welt. Er mahnte, das Erbe der Vertriebenen in Ehren zu halten und sich für den Frieden – auch im Kleinen – aktiv einzusetzen.
Bürgermeister Stadler stellte an den Beginn seiner Rede den Hinweis, dass im Jahr 2025 über 4 Millionen Menschen in Deutschland lebten, die aus Gründen von Flucht, Vertreibung oder auf der Suche nach internationalem Schutz eingewandert sind. Und dass niemand gerne seine Heimat verlässt, weiß man besonders in Neutraubling nur zu gut. Bezugnehmend auf das 75-jährige Gemeindejubiläum stellte er fest, dass am 1. April 1951, also am Tag der Gemeindegründung, 1296 Personen in Neutraubling lebten. Davon waren 799 Sudetendeutsche und 190 Schlesier, 123 stammten aus Pommern, West- und Ostpreußen, 91 waren Bayern und andere Bundesbürger, 82 Sowjetzonenflüchtlinge und
11 Südostdeutsche. Ihr handwerkliches Geschick, ihr Fleiß und unbedingter Wille, sich etwas aufzubauen, haben Neutraubling zu einer florierenden Stadt gemacht, die sie heute ist. Dennoch ist ihre Geschichte nicht nur die eines erfolgreichen Aufbaus, sondern vor allem auch eine des Verlustes. Sie mussten ihre Heimat verlassen, verloren ihr gesamtes Hab und Gut, wurden körperlich und seelisch zutiefst verletzt, verloren auf der Flucht Angehörige oder gar selbst ihr Leben. Diese Erinnerung daran, welche Folgen Kriege haben, sollte jeden Einzelnen in die Verantwortung nehmen, sich für Frieden, Freiheit und Demokratie überall einzusetzen, auch hier bei uns in Neutraubling
Während Herr Michael Kastner auf seiner Trompete „Ich bete an die Macht der Liebe“ aus dem Großen Zapfenstreich blies, erfolgte die Niederlegung des gemeinsamen Kranzes der Egerländer Gmoi, der Landsmannschaft Schlesien und der Sudetendeutschen Landsmannschaft und des Kranzes der Stadt Neutraubling.
Die evangelische Pfarrerin Lisa Kastner und der katholische Diakon Manuel Hirschberger sprachen im Wechsel und unter Beteiligung der Anwesenden Fürbitten, die inhaltlich dem Anlass entsprachen.
Die Gedenkfeier schloss mit der Europahymne als beeindruckendes Trompetensolo. Es war eine gelungene, würdige und nachdenkliche Gedenkstunde, die sich offensichtlich eines immer größeren Zuspruchs erfreut.
Text und Fotos: Helmut Schöppl, Sudetendeutsche Landsmannschaft Neutraubling
(chb)





