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Zur Neuigkeit
Fußball zwischen lateinamerikanischer Begeisterung und Menschenhandel
Adveniat zum Start der Fußball-WM in Mexiko
Regensburg/Essen 17. Juni 2026
„Wenn die Fußball-Begeisterung der Menschen in Lateinamerika und der Karibik ansteckend wirkt, dann kann Lateinamerika zum Kontinent der Hoffnung werden.“ Davon ist der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat Pater Martin Maier SJ vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft am 11. Juni 2026 in Mexiko-Stadt überzeugt. Gleichzeitig sieht Pater Maier jedoch die Gefahr, dass die Weltmeisterschaft spaltet: Denn die Funktionäre missbrauchen mit den politisch und wirtschaftlich Mächtigen das Spiel für ihre Interessen. Horrende Ticketpreise spalten die Welt in die Wenigen, die vor Ort in den Stadien ihre Mannschaften unterstützen dürfen, und die Vielen, denen die Mittel dazu fehlen.
Und die berechtigte Angst vor willkürlichen Verhaftungen in den USA werden für Menschen aus Lateinamerika und der Karibik zum unüberwindbaren Hindernis, an den Spielen ihrer Mannschaften teilnehmen zu können. „Die Weltmeisterschaft darf nicht zum Spielball imperialistischer und spaltender Machthaber werden, die sich von den Funktionären mit Friedenspreisen umschmeicheln lassen“, fordert Pater Maier.
Die Kirche in Mexiko sowie zahlreiche Menschenrechts- und Hilfsorganisationen haben darauf hingewiesen, dass sportliche Großereignisse einerseits Orte der Begegnung und des kulturellen Austauschs sind, aber andererseits auch Hot-Spots der Ausbeutung. Kriminelle Netzwerke zwingen arme Frauen und Minderjährige mit Gewalt zur Prostitution oder setzen sie unter Drogen. „Die Regierung verfügt über kein wirksames Programm, um Menschenhandel zu bekämpfen, Täter zu bestrafen und die Opfer zu schützen“, kritisiert die Direktorin des Menschenrechtszentrums „Fray Juan Garcés“ Marisol Flores. Besonders brisant sei, dass die drei Austragungsstädte Ziel- oder Durchgangsorte der Migrantinnen und Migranten aus Mittel- und Südamerika sowie der Karibik sind. „Frauen, Mädchen und unbegleitete Jugendliche auf der Flucht sind am stärksten gefährdet, von kriminellen Netzwerken angeworben und ausgebeutet zu werden“, warnt die Adveniat-Partnerin Marisol Flores.
Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat fördert die Arbeit des Menschenrechtszentrums „Fray Juan Garcés“ im Bundesstaat Tlaxcala. Aufgrund seiner strategischen Lage östlich der Hauptstadt ist die Region ein wichtiger Standort für Industrie und Handel und gleichzeitig seit Jahrzehnten ein – von den Behörden geduldetes – Zentrum für Menschenhandel, insbesondere im Bereich der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Kindern. „Unsere Partner sensibilisieren die armen Familien mit Bildungs- und Präventionsprogrammen vor Ort in den Gemeinden, damit sie nicht Opfer der Menschenhändler werden, und setzen sich in Politik und Öffentlichkeit für wirksame Gesetze und Kampagnen gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution ein“, erläutert Pater Martin Maier.
Das Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat bildet mit seinen Partnerorganisationen vor Ort seit mehr als 60 Jahren eine Brücke der Solidarität insbesondere für die Armen und Ausgebeuteten und setzt auf die immense Völker verständigende und Menschen verbindende Kraft auch des Fußballs: „Die wird konkret erlebbar, wenn die Menschen in Lateinamerika und der Karibik Fußball leben und feiern.“ Natürlich erfülle es die Mexikanerinnen und Mexikaner mit Stolz, wenn am 11. Juni die Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Spiel ihrer Mannschaft in ihrem Stadion startet. Und in ganz Lateinamerika und der Karibik werden sich die Menschen um die Fernseher und Leinwände versammeln, wenn Curaçao zum ersten Mal und Haiti zum zweiten Mal an einer Fußball-Weltmeisterschaft teilnehmen, wenn Argentinien, Brasilien Kolumbien, Ecuador, Paraguay, Uruguay und Panama hoffentlich so weit im Turnierverlauf kommen, wie noch nie zuvor.
Text: Adveniat
Foto: Adveniat/Martin Steffen
(chb)
Weitere Infos
Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Getragen wird diese Arbeit von vielen Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten mehr als 800 Projekte mit 30,6 Millionen Euro gefördert werden, die genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Menschen vor Ort.




